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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funkelnagelneu bis funken (Bd. 4, Sp. 605 bis 607)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funkelnagelneu, adj. neu wie ein beim schmieden eben vom feuer oder aus der esse kommender nagel. das wort ist ein verstärktes nagelneu. ganz funkelnagelneu würde diese saubere hypothese wenigstens nicht sein. Schmerfeld in Merks br. 1, 346; die verstorbne frau obristlieutenantinn hatte sie (eine burg) in den letzten jahren ihres lebens von grund auf funkel nagelneu gebauet. J. G. Müller Siegfr. v. L. (1790) 3, 36; in funkelnagelneuen gelben tsischmen (reigerbüschen). 58; Pistorius. eine heirath? Justine. getroffen. ein funkelnagelneuer bräutigam! Gotter erbschleicher 72. straszburgisch:

der bräder (bratenwender mit räderwerk) isch halt gsin ganz funkel naauel neu.
Arnold pfingstmontag 87.

vgl. funkelspaltenneu, funkelneu, feuerneu, spanfunkelneu.
Davon das gleichlautende und gleichbedeutende adv.
 
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funkelnd , von funkeln das part. praes. als adj.
1) s. DWB funkeln 1) a). der elektrische funkelnde Schoppe konnte das katzenfell, der fuchsschwanz, die glasscheibe sein, die unsern aus leiter und nichtleiter gebauten jüngling volllud, der oberhofmeister konnte als leiter der funkenzieher

[Bd. 4, Sp. 606]


sein, der ihn mit feinen franklinschen spitzen auslud. J. Paul Titan 1, 18. vgl. electrischer funke unter funke 1). bildlich: Gustav hör ich herüber: der hat zum auslader einen flügel und spielt ihn. der flügel wird mir diesen sector sehr erleichtern und mir manchen funkelnden gedanken zuwerfer. unsichtb. loge 3, 74.
2) s. DWB funkeln 1) b). funckelnd, nitens, vibrans, ignicomans. Kirsch (1723) 2, 123b. funkelnd, recens et novus. Nieremberger Ddd 1d. dän. funklende. ein trüb funkelndes licht. die funkelnden sterne. von augen: funkelnde, strahlende, blitzende augen, occhi lucenti, brillanti, lampanti, lampeggianti. Rädlein 310b.

da bleichten die rosichten wangen (Rosettens) zu schnee,
die funkelnden augen verglühten.
Bürger;

aber funkelnd blickte das alte auge (das forschende auge des greisen sternwärtels) unter den sparsamen augenbraunen in den himmel (am abende). J. Paul Tit. 3, 45;

sinnlos starrt mit funkelnden augen
der held die kühnen sprecher an.
Kretschmann klage Rhingulphs 49.

von dingen die glänzen: die funkelnden gläser. die funkelnde berg- und gletscherkette wand sich fest um seinen geist und zog ihn empor zu hohen wesen und hohen gedanken. J. Paul Titan 1, 8; morgenluft! ... führe mich im blütengewölk über funkelnde gärten und über glimmende ströme. dessen Hesp. 1, 149;

sie ... trinken des funkelnden weines.
Voss Odyssee 2, 57.

an diese stelle erinnert die bei Campe angeführte, die er Rost zuschreibt, von welchem sie aber nicht ist. vergl. noch in der Odyssee 9, 360 u. 12, 19.

die füllt ihn (den becher) mit funkelndem wein bis zum rande.
Schiller 63b;

wohlauf! noch getrunken
den funkelnden wein!
Justinus Kerner wanderlied str. 1;

der winter ist nun kommen in seiner zerstörungen ganzer pracht, ich möchte auch mich fürchten vor der funkelnden mit allen ihren weiszen schneen angethanen erde. Chamisso 5, 108 (1864 118);

ihr lacht in das herzchen der junker zu rosz
im funkelnden jägergeschmeide.
Bürger 60b.


 
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funkelneu, adj. funkelnd neu, ganz neu. ein funkelneuer goldner fingerring. ein funkelneuer schmuck. ein funkelneues kleid. kauft Euch eine funkelneue karbatsche und setzt mir das weib da hin bey wasser und brodt. J. G. Müller Siegfr. v. Lindenb. (1790) 3, 106; dann rasselt' ein funkelneuer wagen daher. Klamer Schmidt kom. dicht. 435. von menschen:

der schneider ist noch funkelneu. aus einem volkslied in Pröhles märchen für die jugend s. 235.

vgl. funkerneu, funkelnagelneu, spanfunkelneu. von abstracten dingen gesagt:

mit einem funkelneuen namen.
Wernike 237;

die seit dreiszig bis vierzig jahren entstandenen neuen und funkelneuen wörter. Campe wb. 1, xii.
Davon das gleichlautende und gleichbedeutende adv.:

zu manchem jungen ehepaar,
das funkelneu verbunden war.
Langbein neuere ged. 1, 14.


 
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funkelschein, m. funkelnder schein, durch beweglichkeit und helle sich hervorhebender schein:

durch den wald funkelschein,
sieht in den quell:
kuckt in die fiuth hinein,
macht tausend ströme hell.
Tieck Sternbalds wand. 1, 270.


 
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funkelspaltenneu, adj. was funkelnagelneu. am Neckar. eigentlich so neu wie eine frische hellblinkende spalte. s. DWB spalt.
 
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funkelstein, m. ein funkelnder, schimmernder stein. im besondern eisen- oder schwefelkies, pyrites. eisen, eisenschlaken, funkelstein u. s. w., pyrites. Ryffs spiegel der gesundheit 100 bei Frisch 1, 307b.
 
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funkelthier, n. ein thier mit funkelnden augen. ein solches funhelthier wäre die katze, die eule, deren augen im dunkeln glänzen. Sigurðr antwortete dem von seiner hand sterbenden Fâfnir, der ihn nach seiner herkunft fragte, nach der übersetzung der brüder Grimm in den liedern der alten edda 1, 179 u. 2, 46 funkelthier heisz ich, wobei wol beziehung auf die leuchtenden Völsungenaugen stattfindet. das wort ist hier übersetzung von göfugt dŷr, gaufugt dŷr, hinter welchem namen, den Sigurðr, seinen wahren

[Bd. 4, Sp. 607]


verhehlend, sich beilegt, man etwas ganz besonderes vermuthen zu müssen glaubte. er bedeutet aber nichts anderes als edles thier, edelthier.
 
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funkelung, f. das funkeln, scintillatio. Schottelius 388a. Nieremberger Ddd 1d. in der astrologie und astronomie »scintillatio funckelung und werffung der strahlen, so gemeiniglich von denen fixsternen geschiehet, welche gleichsam strahlen oder funcken, absonderlich bei hartem frost, von sich zu geben scheinen«. Kirsch (1723) 1, 976b; funkelung und werfung der stralen. Weber universalwb. 2, 631b, vgl. 3, 317a.
 
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fünkelung, f. was funkelung. Stieler 583. scintillatio, füncklung. Dentzler 1, 692b.
 
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funken, m., s. DWB funke.
 
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funken , schon, wie sich unten unter 3) zeigt, mhd., während funkeln (s. d.) erst nhd. vorkommt. funcken neben funckelen, funckeren. Henisch 1287, 48. funken. Schottelius 1321. kärnt. funggn. Lexer 105. nnl. vonken. von funke.
1) intransitiv, in den bedeutungen
a) funken von sich geben:

der schmid gantz willig war bereyt
und kolen in die esse trug
und sanct Petrus die blaszbelg zug.
als nun auff funcket das kolfewr
in der esz grosz und ungehewer.
H. Sachs IV. 3, 70a;

dann blosz dem feyr zu, das (dasz) es funckt. Thurneisser quinta essentia 188;

am end der bahne sie jhr rosz herumbher wandte,
und hielt drauff etwas still, und wieder schnelle rante
auff jhre feinde zu, und traff sie, dasz es funckt,
und dasz sie jhre wehr in jhrem blute tunckt.
Werder Ariost 19, 73, 3;

und die schmiede dabei mit dem abends funkenden schorstein?
Schmidt v. W. ged. 10;

hurrah! rufen die jäger, es funkt um die rappen.
Voss 2, 38;

lasz das lied electrisch funken
dasz die nerven wollust schwellt.
Rückert ges. ged. 1, 318.

bildlich: es gährt und funkt doch allgemein in Deutschland (im geistigen leben) und könnte, wenn das gewitter einmal die luft geklärt hat, wohl noch mehr daraus werden, als wir dachten. Boie an H. Voss, s. Weinholds Boie 230.
Vom funkenmachen am funkensonntage: die Rorschacher (haben) an obgedachtem sonntag darauff gefuncket und ihre fasznacht kurtzweil gehalten. Bischoffbergers Appenzeller chronik (St. Gallen 1682) 518, nach der anführung bei Tobler 208a. s. DWB funkenmachen und DWB funkensonntag.
b) eine funkenartig sich bewegende helle von sich geben, funkenartig schimmern. von einem feuer, einer flamme, licht, glanz, sonne, sternen gesagt: darinn das blut Jesu Christi brinnen und die flamm des heiligen geystes leuchten und funcken wirt, wie in einem schönen wesen oder rubin. Mathesius Sarepta (1562) 264b; an des himmels blauem tuch umb und umb ein helles blinckern funckt. Wiedemann nov. 27; weil sie in der nacht als wie ein sterngen funckt. 31;

der schöpfung ewger mittelpunkt
ist in des menschen herzen,
aus welchem durch die welten funkt
ein stral von lust und schmerzen.
Rückert 311 = ges. ged. 1, 375;

als die einzlen siegesstralen,
welche dort und hier gefunkt,
strebten, heere ohne zahlen,
hin in einen mittelpunkt. 203.

von augen, dem blicke:

die liebe sasz im mittelpunkt
und blickte rings ins ferne,
und wo von ihr ein blick hin funkt,
erblühn am himmel sterne. ges. ged. 1, 279.

überhaupt von glänzenden oder in glanz gesetzten dingen, metallen, glänzenden flächen: chasmal soll von brinnen und funcken unnd das es voller glantz und licht ist her genennet sein, sagen die hebreischen. Mathesius Sarepta 54b (1562 76b), hebr. = electrum, blinkendes mischmetall aus gold und silber (?); sie (unsere leiber nach dem tode) werden scheinen und leuchten heller denn die liebe sonne, plincken unnd funcken wie die schiltwach vorm paradeise. leichenpredigten 91a;

Donette dein gemüth ist flüchtig wie der geist,
mit dem die weisen sich in ihrem glase quälen,
das funckt, was man gerecht und feuerständig heiszt.
Dan. v. Czepko unbedachtsame einfälle (hd.);

hier des wassers spiegel,
der wie feuer funkt,
weil die sonne niedertunkt!
Schmidt v. W. ged. 184;

[Bd. 4, Sp. 608]



oft sammelt auch ein feiertag
das ganze dorf zum lustgelag,
wo wams und halstuch festlich prunkt
und goldgeblümt die müze funkt.
Voss 6, 196, 144.

auch noch bair. funken, glänzen, funkeln. Schmeller 1, 544.
2) transitiv. dies wenn in der gaunersprache funken für kochen, sieden, braten, brauen gesagt wird. Grolman 22a. Train 41. s. DWB funkeln 2) c), fünkeln 2).
3) reflexiv. so mhd. sich vunken, funken von sich geben, wie oben 1) a).

die mit swërten manegen herten stahel
betwungen dës, daʒ ër sich vunct mit viure. Lohengr. 3006.

nhd. ohne beleg.

 

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