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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funke bis funkelicht (Bd. 4, Sp. 601 bis 602)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funke, f., s. den vorhergehenden artikel.
 
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funkel, m. , abgeleitet von funke.
1) was funke 1). so mhd. (mitteld.).

ir (der minne) glüenden funkel in dâ müen
begunden und in hërzen glüen:
sîn hërze in glüender minne bran.
H. Trist. 2769.

nhd. es geschicht auch, das (dasz) solche falsche büsser in betrachtung irer sünde widerumb empfinden flammen und funckel der lust voriger sünde. Luther 1, 411a (grund u. ursach).
2) der teufel. diese bedeutung ist anzunehmen nach bair. fankel, der teufel, der böse feind (Schmeller 1, 543), von fanke, funke. s fankel, wo ausführlich über diesen namen des teufels gesprochen ist.
3) qual des gewissens, peinigung der seele, seelenpein. in der kanzelsprache des 15. jahrh., der gemäsz in Eychmans vocabular. predicantium (1483) x iijb: vermis infernalis, funckel der vernunfft, vel der wurm der da negt conscienciam et cor in inferno eternaliter. vergl. Diefenbach 613b. hiernach beruht die bedeutung auf den biblischen worten ire in gehennam, in ignem inextinguibilem, »ubi vermis eorum non moritur et ignis non extinguitur« (Marc. 9, 43. 45. 47 = bei Luther 44. 46. 48), nicht aber, wie es den anschein hat, auf übertragung der vorhergehenden bedeutung »teufel«, in so fern dieser auch als feuer sprühender wurm oder drache erscheint und mhd. deshalb hellewurm (Ben. 3, 826a) genannt wird.
4) schein, licht:

hascha wie ists heut so dunkel,
hetten wir von spähn (spänen) gnueg funckel,
oder wann sich es möcht aushaittern,
wollen wir hollen mehr sturmlaittern. Fadingerlied (1626) in Görres hist. polit. bl. 33, 958;

und ahnend tritt sie in das dunkel
des hochgewölbten domes ein,
und wo die kerzen trüben funkel
vom duftigen altare streun,
da brachte sie im schönern leben
ihr dankgebet dem Jesubild,
da kniet sie hin und thränen beben
vom blauen auge licht und mild.
Uhland die wallfahrtskirche. in Notters Ludw. Uhland (Stuttg. 1863) s. 28.

überhaupt der schimmer, das funkeln:

finster ist die nacht und bange,
nirgends eines sternleins funkel! ged. 193 (191);

in meines kummers dunkel
strahlt mirs, wie sternenfunkel.
geliebter, nimmer, nimmer
vergiszt Luisa dich.
Kosegarten poes. 1, 354.


man könnte bei dieser letzten bedeutung an herleitung von funkeln denken, aber jene entwickelte sich leicht aus der unter 1).
 
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fünkel, n., eins mit fünkele (s. d.) oder fünkle (s. d.). ein dim. von funke, kleinstes feuertheilchen, scintilla. s. DWB funke.

ein fünckel in der aschen
gar sinnlich glunsen thut,
stroh möcht es gern erhaschen
oder holtz dürr und gut.
Procopius, herzenfreud und seelentrost (Passau 1661) s. 750;

ebenda s. 674 als überschrift eines liedes hertzenliebesfünckel. bildlich:

wann du sihst ein blümel an,
seyns narcissen, tolipan,
veyel, nägel, glöckel,
roht und weisse röselein,
die nun tragen in gemein
wurtzeln und die stöckel,
wisse, dasz seyn fünckel klein,
blühend zu dem end allein
dasz du solst gedencken,
wann gott ziert die erd so fein,
was wird nicht im himmel seyn?
und dich dorthin lencken. 387.

[Bd. 4, Sp. 602]



in Nordböhmen finkel, d. i. fünkel, in dem sinne »ein wenig«. Petters bei Frommann 2, 30.
Vgl. auch fünklein.
 
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fünkel, f. in der gaunersprache für küche. von gaunerisch fünkeln, kochen, und, wie dieses auch mit i für ü finkeln, gewöhnlich finkel geschrieben. Grolman 20b. Thiele 1, 250b.
 
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fünkele, n., in der volkssprache Ober- und zum theil Mitteldeutschlands gebrauchtes dim. von funke, das im ahd. funchili lauten würde. mit ausstoszung des ersten e fünkle (s. d.).
 
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fünkelei, f., wie fünkel, in der gaunersprache für küche. gleich diesem von fünkeln, kochen, abgeleitet und mit beiden übereinstimmend gewöhnlich i für ü führend finkelei. Grolman 20b. Train 38a. Anton 35a.
 
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funkeler, m., s. DWB funkler.
 
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funkelfausen, pl. leeres blendwerk zur täuschung, vorspiegelungen, ausflüchte. siegerländisch, wo man z. b. hört dat sin lutter fonkelfûse, das sind lauter vorspiegelungen, ist lauter leeres blendwerk um zu täuschen. Schütz 1, 26b. in Nassau zu und bei Idstein so wie hier und da am Rhein funkelefause. Kehrein 1, 146. zusammengesetzt aus funkeln (s. d.) und fausen (s. d.).
 
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funkelhagelneu, adj. so neu oder weisz wie frisch gefallener hagel, ganz neu. göttingisch - grubenhagenisch funkelhagelnîd. Schambach 283b.
 
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funkelhans, fünkelhans, m.
1) was fünkeljochem. wie dieses, in der gaunersprache, aus der Grolman in dem handexemplar seines wb. 22a funkelhans nachgetragen hat.
2) scharfer wein oder obstmost. so erklärt Spindler in seinem juden (Stuttgart 1834) 1, 309 das wort in einer anmerkung zu ein glas funkelhans!
 
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funkelicht, adj. was funklig, funkelnd.

 

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