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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funfzigwöchentlich bis funk (Bd. 4, Sp. 591 bis 592)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funfzigwöchentlich, fünfzigwöchentlich, adj. nach fünfzig wochen wieder stattfindend oder geschehend. Davon das gleichlautende adv.
 
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funfzigwöchig, fünfzigwöchig, adj. 1) fünfzig wochen alt. ein fünfzigwöchiges kind. 2) fünfzig wochen dauernd oder während. 3) was funfzigwöchentlich.
Davon das gleichlautende und gleichbedeutende adv.
 
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funfzigzöllig, fünfzigzöllig, adj. fünfzig zoll im masze haltend, dem masze nach fünfzig zoll betragend. auch ohne umlaut funfzigzollig, fünfzigzollig. vgl. fünfzollig.
 
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fünfzinkend, adj. mit fünf zinken versehen, in fünf zinken oder zacken sich theilend. vgl. DWB fünfgezinket. in der folgenden stelle bedeutet das wort: mit fünf zinken oder zacken bezeichnet, mit fünf zinken oder zacken bemalt. Aventinus nennet solche funffzinckende der Truyden holtzschuh: philosophische schuh. a. weish. lustg. 459. es ist nemlich hier die unter drudenfusz abgebildete erste figur, das pentagramm oder das pentalpha, d. h. das aus zwei sich durchkreuzenden dreiecken gebildete fünffache A gemeint, das die druiden auf ihren schuhen trugen. vgl. oben sp. 552 so wie fünfeck, fünfwinkelzeichen, fünfzäcket.
 
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fünfzollig, fünfzöllig, adj. fünf zoll im masze haltend, dem masze nach fünf zoll betragend, d. h. fünf zoll lang, breit, hoch oder dick. fünfzollig, quincuncialis. Nieremberger Ccc 4c. Davon das gleichlautende adv.

[Bd. 4, Sp. 592]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fünfzüngig, adj. in fünf verschiedenen zungen d. h. sprachen zusammengestellt; dann auch so viel als fünf verschiedene sprachen redend. fünffzüngig, pentaglottus. Dasypodius 333b. 177b.
 
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fung, für fieng, das praet. von fangen, s. DWB ful. wetterauisch fong.
 
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fungieren, die dienst- oder amtspflicht ausüben. als untersuchungsrichter fungieren. das wort steht bereits bei Sperander 271b mit der erklärung »ein amt verwalten, versehen, ausrichten«, und ist entlehnt aus lat. fungi, etwas verrichten, etwas vollziehen, sich eines geschäftes entledigen.
heute hört man für fungieren häufig functionieren (s. d.).
 
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funk, m. schluck, zug beim trinken:

mit einem trunkin einem funk
tu ich dir nun das gar bringen.
Orlando di Lassus newe teutsche liedlein,

bei Hoffmann von Fallersleben in den deutschen gesellschaftsliedern s. 165 (12 s. 276 nr. 199) nach einem andern drucke, dem von Ant. Scandellus, mit der lesart in einem schlunk;

sein (des liebsten buhlen) nam heist Wein,schenk dapfer ein!
so wird die stimm basz klingen:
ein starken trunkin einem funk
wil ich meim brudern bringen (zubringen).
Uhland volksl. s. 585;

ein kühsuff, dasz nit sitzest nider, man heist dich sonst auff stehn wider, sine ponere. ein katzentrunck, in eim funck, du hast ein stumpff messer, das ausz der schönen westphalischen krausen kein funcken kanst schlagen. Fischart Garg. 99a = (1608) M ijb.
Dasz funk die angegebene bedeutung hat, ergibt sich aus der angeführten lesart schlunk, welches wort, hervorgegangen aus mhd. slunt, wie schlingen, durch die gurgel gierig in sich aufnehmen, aus mhd. slinden, hier nichts anderes als »schluck« ausdrückt. s. DWB schlunk. aber wie ist dieses funk, dem der pl. fünke zukommen musz, abzuleiten? nach der nd. redensart he het enen funken im halse, er hat einen immer brennenden durst, liebt den trunk, scheint zusammenhang zwischen funke, kleinstes feuertheilchen, feuriger punct, scintilla, und funk stattzufinden und dies mit jenem der nemlichen wurzel entsprungen (s. DWB funke). danach würde funk zunächst einen stechenden, empfindlichen brand des durstes bezeichnen, woraus sich dann die bedeutung durstlöschung und sofort die des zuges beim trinken entwickeln konnte.
 
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funk, m. der glanz, das funkeln:

uns zündt ein nüwer sterne,
gar heiter ist sîn funk. Züricher mittheil. 2, 81b.

in der gaunersprache funk m. für flamme. Train 41b. entsprossen dem pl. praet. der schon von Jacob Grimm bei fink, finke angegebenen verlorenen wurzel finken, welcher auch funke angehört. mehr über sie s. bei diesem worte.
 
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funk, m. was finke, fringilla. ach warum hat mich (klagt das aus hanf entstandene octavblatt papier) nicht gleich in meiner jugend (nemlich als hanfsamenkorn) ein funck oder goll aufgefressen und alsobald dreck aus mir gemacht. Simpl. (Keller) 885, 6. goll ist die goldammer (Nemnich 2, 1477), aber auch der blutfink (ebenda 3, 455. vgl. dazu Diefenbach 247b), und unter funk ist offenbar finke zu verstehn. die volksmundart nemlich läszt in manchen wörtern u für i eintreten, wofür Weinhold in seiner dialectforschung 56 f., seiner alemann. gramm. 31 und 96, so wie in seiner bair. gramm. 44 belege gibt und auch z. b. aus der westricher mundart fusch und gefuscht (Schandein 245) für fisch und gefischt anzuführen sind.
angewandt wird das wort dann auf einen menschen der voller schelmstreiche ist, einen schelm, wie man auch sagt ein vogel, ein leichtfertiger vogel, auszerdem auf den cölnischen stadtsoldaten. unverkürzt funke, s. d.

 

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