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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funfzehnste bis funfzehntehalb (Bd. 4, Sp. 584 bis 585)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funfzehnste, fünfzehnste, was funfzehnte. der funffzehenste. voc. ex quo von 1469. nicht aus funfzehendeste (s. DWB funfzehnteste) durch ausstoszung des de entstanden, sondern durch antritt des st an funfzehen gerade so, wie mit diesem st die ordinalzahl zwanzig und alle folgenden ordinalzahlen gebildet werden. die form scheint der mittelrheinischen mundart anzugehören, aus welcher in dem genannten, bei Bechtermüntze in Ettvil gedruckten vocabular namentlich geschöpft ist, und zur bestätigung dient, dasz auch die nah verwandte wetterauische mundart funfzehnst hat, überhaupt die ordinalzahl zehnst statt zehnt bildet.
 
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funfzehnstrahlig, fünfzehnstrahlig, adj. in fünfzehn spitzen oder strahlen ausgehend.
 
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funfzehnstündig, fünfzehnstündig, adj. 1) fünfzehn stunden alt. 2) fünfzehn stunden dauernd oder während. 3) in fünfzehn verschiedenen stunden stattfindend oder geschehend. Vgl. DWB fünfstündig. Davon ein gleichlautendes adv.
 
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funfzehnstündlich, fünfzehnstündlich, adj. nach fünfzehn stunden wieder stattfindend oder geschehend, nach je funfzehn stunden stattfindend oder geschehend. Davon gleichlautend ein adv.
 
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funfzehntägig, fünfzehntägig, adj. 1) fünfzehn tage alt. 2) fünfzehn tage dauernd oder während. 3) an fünfzehn verschiedenen tagen stattfindend oder geschehend. Davon das adv.
 
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funfzehntäglich, fünfzehntäglich, adj. nach fünfzehn stunden wieder stattfindend oder geschehend, nach je funfzehn stunden stattfindend oder geschehend. Davon gleichlautend das adv.
 
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funfzehntausend, fünfzehntausend, fünfzehnmal tausend, in ziffern 15000.
 
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funfzehntausende, fünfzehntausende, die ordinalzahl von der vorigen grundzahl. gewöhnlich funfzehntausendste (s. d.), fünfzehntausendste. der fünfzehentausende, quindecies millesimus. Nierenberger Ddd 2a. der funfzehen tausende. Hederich (1753) 995. Weber universalwb. 317b. zusammengesetzt damit ist funfzehntausendtheil, fünfzehntausendtheil, m. n., abgeschwächt funfzehntausendtel, fünfzehntausendtel.
 
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funfzehntausendste, fünfzehntausendste, die übliche ordinalzahl von funfzehntausend.
 
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funfzehnte, fünfzehnte, die ordinalzahl von funfzehn, fünfzehn. in nicht zusammengezogner, voller form funfzehente, fünfzehente. ahd. erst spät auftauchend funfzêndo (Notkers psalmen bei Schilter s. 235b, bei Hattemer s. 453b), mhd. fünfzëhende, nd. fofteinde, nnl. vijftiende, ags. fîfteóða

[Bd. 4, Sp. 585]


(Luc. 3, 1), mittelengl. fyftethe, engl. fifteenth, altfries. fîftînda (vgl. DWB funfzehnteste), altn. fimtândi, schw. femtonde, dän. femtende. die ursprüngliche ordinalzahl aber war mit der ordinalzahl fünfte (s. d.) zusammengesetzt goth. fimftataíhunda, ahd. masc. finftozëhanto, fem. finftazëhentâ, neutr. finftazëhentâ (T. 13, 1 = Luc. 3, 1) und, zumal bei Notker, zusammengezogen masc. finftozêndo, fem. finftazênda, finftezênda (Mart. Cap. 54), neutr. wol finftazênda, was alles mit lat. quintus decimus nach den drei geschlechtern stimmt.
Das wort steht
1) seiner natur nach adjectivisch. am funffzehenden tage des andern monden. 2 Mos. 16, 1; am funffzehenden tage dieses siebenden mondes ist das fest der laubhütten sieben tage dem herrn. 3 Mos. 23, 34; im funffzehenden jar Amazja des sons Joas. 2 kön. 14, 23; in dem funffzehenden jar des keiserthums keisers Tyberij. Luc. 3, 1; das erst los fiel auff Joiarib ..., das funffzehend auff Bilga. 1 chron. 25, 14;

da nam er die zwen knaben klug
und sie also kindsweisz auffzug
bisz etwan ins fünffzehend jar.
H. Sachs I (1590), 104a.

er hat den fünfzehnten platz. es ist der fünfzehnte baum in der reihe.
selbfunfzehnt, selbfünfzehnt, mhd. sëlb funfzëhende (Willeh. 50, 23), s. selb.
2) substantivisch. den übergang dazu bildet, wenn man statt der fünfzehnte tag des monates geradehin sagt der fünfzehnte: der brief ist vom fünfzehnten. eben so wenn statt das fünfzehnte jahr blosz das fünfzehnte steht. er geht ins fünfzehnte, woneben, freilich ungewöhnlich, auch im funfzehnten vorkommt, er hat vierzehn jahre zurückgelegt, aber das fünfzehnte noch nicht vollendet.

(annexa) die einem mägdlein zart, das etwa im funfzehnten geht
von gottes, natur und rechtswegen gebühren.
J. G. Müller Siegfr. v. L. (1790) 2, 293.

ferner wenn es von jemand in hinsicht des platzes heiszt er ist der fünfzehnte. entschiedener tritt die substantivische stellung und geltung hervor, wenn das wort als beiname regierender fürsten zur bezeichnung ihrer folge gesetzt wird: Ludwig der fünfzehnte von Frankreich. Karl der fünfzehnte, könig von Schweden. Bei einwohnern gleiches familiennamens aber, die an ein und demselben ort ansässig sind, pflegt hinter jenem zur unterscheidung der blosze starke nom. sg. masc. der ordnungszahl gesetzt zu werden, der dann bei dem volke stets unflectiert bleibt. Johannes Müller fünfzehnter. die witwe des Johann Georg Schneider fünfzehnter. vgl. DWB fünfte 2) b).
In besonderer bedeutung steht der funfzehnte, der fünfzehnte als abgabe des fünfzehnten theiles von gut und eigenthum. mylord, ein fang! ein fang! hier ist der lord Say, der die städte in Frankreich verkauft hat, der uns einundzwanzig funfzehnte hat bezahlen lassen und einen schilling auf das pfund zur letzten kriegssteuer. A. W. Schlegel Shakspeares Heinrich VI. zweiter thl. 4, 7. doch scheint es mehr überhaupt den fünfzehnten theil oder ein fünfzehntheil, das hingegeben wurde, auszudrücken vorher 1, 1 in

ein schöner spasz, und nie erhört zuvor,
dasz Suffolk wen'ger nicht als den fünfzehnten
für kosten ihrer (der königsbraut) überfahrt begehrt.

dieser fünfzehnte waren nemlich von den besitzungen der Engländer in Frankreich die lehn Anjou und Maine.
3) adverbialisch. dies in den verbindungen zum fünfzehnten, das fünfzehntemal, zum fünfzehntenmale oder fünfzehntenmal, welche wie zum fünften, das fünftemal, zum fünftenmale zu beurtheilen sind. s. DWB fünfte 3). zum funfzehntenmale, quintumdecimum. Scheller (1805) 1027.
 
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funfzehntehalb, fünfzehntehalb, flexionsloses adj. vierzehn und ein halb, 14. mit ausstoszung des e vor halb funfzehnthalb, fünfzehnthalb. vgl. DWB fünftehalb. das subst. bei dem worte steht unter denselben verhältnissen im pl., wie bei fünftehalb (s. d.). er war fünfzehnthalb jahre hier. das kind ist jetzt fünfzehnthalb wochen alt. s. DWB funfzehnhalb.

 

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