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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
funfzehnerin bis funfzehnhut (Bd. 4, Sp. 582 bis 583)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funfzehnerin, fünfzehnerin, f. die frau eines fünfzehners. so ehemals zu Straszburg: so bald die frau funfzehnerin ins kindbett kommt, will ich sie als säugamm hinbringen. H. L. Wagner kindermörderin 96. Evchen Humbrecht 120. s. DWB funfzehner 2).
 
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funfzehnerlei, fünfzehnerlei, adv. aus fünfzehn verschiedenen arten bestehend. auch adjectivisch gesetzt, doch flexionslos. vgl. DWB fünferlei.
 
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funfzehnerlein, fünfzehnerlein, n. ein ehemaliger meisznischer spitzgroschen, der »fünfzehn« pfennige galt, dann aber, weil er aus feinem silber geprägt war, achtzehn, weshalb er auch achtzehnerlein genannt wurde. funfzehnerlein. Krünitz 15 (1786), 462. man kürzte durch ausstoszung mehrerer buchstaben in der aussprache gewöhnlich in fünfzerlein und achtzerlein. diese letzten bei Frisch 1, 307a. Das wort ist dim. von funfzehner 1), und appenz. föfzennerli wird geradezu für föfzenner, fünfzehnkreuzerstück, gesetzt.
 
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funfzehnerlich, fünfzehnerlich, adj. zu den funfzehnern oder funfzehnherren gehörig, dieselben betreffend. vgl. DWB funfzehner 2). funffzehnerlich, quindecimviralis. Kirsch (1723) 2, 123b.
 
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funfzehnfach, fünfzehnfach, adj. und dann auch adv. vgl. DWB fünffach.

[Bd. 4, Sp. 583]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) funfzehnfältig, fünfzehnfältig, adj. und dann auch adv. vgl. DWB fünffältig. quindecuplus, quindecuplex, fünffzehenfeltig. Alberus dict. a 1a.
 
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funfzehnhalb, fünfzehnhalb, was funfzehntehalb. mhd. zû dëm êrstin sullen sy gëben uns und unsme vorg. clôster zû dëm thrône funfzëhenhalb malder kornis. wetterau. urk. von 1379 in Baurs hess. urkunden 1, 742 nr. 1115. mit ausstoszung des de aus vünfzêndehalp, in voller form vünfzëhendehalp, wie das wort rein mhd. lauten würde. diese ausstoszung aber ist hier nicht zu billigen, wie in funfzehntheil und funfzehntel, fünftheil und fünftel, wo sie wegen des mit de, te zusammentreffenden anlautes von teil, theil eintreten konnte.
 
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funfzehnherr, fünfzehnherr, m. was fünfzehner 2). quindecimviri, funffzehenherren. Kirsch (1723) 1, 909a, wo funffzehen-herren gelesen werden musz. funfzehenherren. Matthiae 1, 1168. Drümel 2, 1153.
 
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funfzehnherrenamt, fünfzehnherrenamt, n. das amt der fünfzehnherren, quindecimviratus. auch das amt eines fünfzehnherren. vgl. DWB funfzehneramt, DWB funfzehnmänneramt.
 
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funfzehnhundert, fünfzehnhundert, fünfzehnmal hundert. vorhin in fünffzehenhundert jahren. Schuppius 778. Die ableitungen und zusammensetzungen, überhaupt die bildungen mit diesem worte, als funfzehnhunderterlei, funfzehnhundertfach, funfzehnhundertfältig, funfzehnhundertjährig, funfzehnhundertmal, funfzehnhundertmalig, funfzehnhundertste u. s. w., die eben so wol mit umlaut fünfzehnhunderterlei u. s. w. lauten, sind ganz denen mit fünfhundert gemäsz und bedürfen hier, auch was ihre bedeutungen betrift, keiner besonderen angabe. übrigens findet sich als ordinalzahl auch der funfzehenhunderte. Hederich (1753) 995. Nieremberger Ddd 1d. vgl. fünfhunderte.
 
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funfzehnhut, m. ein dummer, thörichter mensch, ein einsichtsloser mensch, eines mannes unwürdig handelnder mensch.

ich alber narr, ich funffzehen hut,
ich meint es solte ohne zweiffel
nu friede werden, ja der teuffel,
fing der erst recht auff diesen plan
mit seiner mutter zu tantzen an.
Weller lieder des dreiszigj. krieges 255;

der ist ein schelm und funffzehnhut,
der Broten was zuleide thut. causenm. 144;

du verlaufner funfzehnhut, halunke. harlequins hochzeit- u. kindtaufenschmaus 8;

wer nicht so thut,
der ist ein rechter funfzehnhut. 48;

solt ich (ein verschwenderischer student spricht) denn ein pfennigfuchser werden,
der sein datum auf den mammon stellt? ...
nein! ich bin kein solcher funfzehnhut,
denn ein reiches weib macht alles gut.
Stoppe ged. 2, 131;

mein vorwitz gieng indessen weiter,
da rieff ein zänckisches geschrey:
du funffzehnhut, du bärenheuter,
verstehst nicht, was das spielrecht sei.
Günther 167.

das wort ist in der zweiten hälfte des 18. jh. erloschen. sollte es ursprünglich einen bezeichnen, der die alte mutter funfzehn (s. oben sp. 581) bedeckt, als hahnrei oder liebhaber ihr ausschweifendes leben zu verdecken gut genug ist? einen menschen ohne mannesehre und manneswürde? vgl. DWB fotzenhut.

 

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