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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
beförderin bis befragen (Bd. 1, Sp. 1268 bis 1269)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) beförderin, f. adjutrix, sagt man lieber als befördrerin, wie plauderin neben plaudrerin.
 
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beförderlich, utilis, commodus: ihr könnet mir übermaszen beförderlich sein in einer sachen. Gryphius 1, 770; welcher anfang auch sehr wol beförderlich und verfänglich von statten gienge. Simpl. 1, 35; ob es dem gemeinen nutzen befürderlich seie. Schuppius 720; wiewol seine grundsätze, ohne das laster eigentlich zu begünstigen, von einer seite der tugend nicht sehr beförderlich sind. Wieland 1, 22; manche vorurtheile sind der moralität beförderlich. 29, 266; einem zusatz, der dem poetischen eindruck vielmehr nachtheilig als beförderlich ist. Schiller 1132; eine widerlegung jener anmaszungen ist der sache selbst sehr beförderlich. Kant 6, 132; der untersuchung der wahrheit beförderlich. 8, 10. heute zieht man das einfache förderlich vor.
 
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befordern, exigere, fordern: darumb musz ich hingehen und befordern, das mit dem gerichtstage bald verfahren werde. Susanna com. Hibeldeha 3, 5; ob bei solchen gelegenheiten nicht ein gewisses von denen begnadigten vor der expedition zu befordern. Leibnitz 2, 271.
 
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befördern, juvare, promovere, provehere, nnl. bevorderen. früher auch befordern und befürdern (s. fördern): dasz man mit einem bösen menschen nichts soll zu schaffen haben, noch ihn befordern helfen. Lokman 22; sein herr sollt nur landkinder zu dienst und ämpter befürdern. Lehmann 19; wie lange wolt ihr diejenigen reich machen, welche nur suchen euer ruin zu befürdern. Schuppius 303; ich preise diese stunde für glückselig, darin durch gottes beistand arme knechte und mägde können befürdert werden zu ihrer zeitlichen und ewigen wolfahrt. 337; die vermöglichkeiten des gemüts und leibs zu beförderen. 728; der sieg bei Dreux, weit entfernt ihre wünsche zu befördern, hatte ihr einen herrn gegeben. Schiller 1060; die wolle reizt die haut und befördert die ausdünstung. Hufelands macrob. 345; das wasser befördert die verdauung. 357; die erkältung befördert das fieber; einen ins grab befördern; einen mit wagen, mit dampf befördern.
 
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befördersam, utilis: was euch zum guten folgends befördersam erscheint. Kirchhof mil. disc. 87.
 
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beförderung, f. utilitas, promotio: hatte also von guten freunden beförderung. Schweinichen 1, 169; zu befürderung von gemeiner statt nutzen. Kirchhof wendunm. 159b; dessen ehre durch meine beforderung geringert worden. pers. baumg. 1, 6; wann ich durch deine beforderung etwa zu einem kleinen ampte gelangen möchte. rosenth. 1, 18; die jesuiten haben leute, welche ihnen mit aller beförderung an die hand gehen. Schuppius 51; haben ihm wege und stege gezeiget und andere beförderung erwiesen. 315; einzelne denken wenig daran, dasz indem sie ein jedes seine eigne absicht verfolgen, sie unbemerkt an der naturabsicht, die ihnen selbst unbekannt ist, als an einem leitfaden fortgehen und an derselben beförderung arbeiten, an welcher ihnen, wenn sie ihnen bekannt würde, wenig gelegen sein würde. Kant 4, 293; beförderung im amt, avancement.
 
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beförderungsmittel, n. ist nicht die armut ein gut beförderungsmittel zu allen solchen tugenden? Dan. Dykes weltl. selbstbetriger durch D. P. H. fünfte aufl. Frankf. 1652. 8. s. 192.
 
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beforschen, scrutari, erforschen: wir vorgenante dechant und theologi haben dis alles ein lange zeit beforscht und fleiszig angezeichnet, was die heiligen lerer hierin hielten. Luther 1, 547a.
 
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befrachten, onerare, enger als beladen und fast auf kaufmannsgut eingeschränkt (s. DWB fracht), nnl. bevrachten:

lange tag und nächte stand mein schif befrachtet,
günstger winde harrend sasz mit treuen freunden
ich im hafen.
Göthe;

dasz einfalt oder eitelkeit
genies, mauleseln gleich, befrachtet.
Gökingk 1, 14;

den tisch mit einer guten mahlzeit befrachten. Siegfr. von Lindenb. 1, 350; so wie wir mit unserm geheimnisse ganz füglich ein frisches kapitel befrachten können. 2, 35; einem den kopf mit grillen befrachten. 2, 109; den befrachteten gekrümmten dikasterianten. J. Paul jubels. 189; ihr (der fürstin) mit verwandten befrachtetes courgefolge. Tit. 3, 94; landstrasze .. die einen knabenkopf anleuchtet und befrachtet. Fibel 30.
 
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befrachter, m. wenn ein fuhrmann, der in einem grundlosen

[Bd. 1, Sp. 1269]


wege mit einem schwerbeladenen wagen festgefahren, nach mancherlei vergeblichen versuchen sich los zu arbeiten, endlich sagt, wenn alle stränge reiszen so musz ich abladen; wäre es billig aus dieser seiner rede zu schlieszen, dasz er gern abladen wollen, dasz er mit fleisz die schwächsten mürbesten vorgebunden, um mit guter art abladen zu dürfen? wäre der befrachter nicht ungerecht, der aus diesem grunde die vergütung alles schadens, selbst alles innern von auszen unmerklichen schadens, an welchem ebensowol der einpacker schuld könnte gehabt haben, von dem fuhrmanne verlangen wollte? dieser fuhrmann bin ich, dieser befrachter sind sie, ehrwürdiger mann. Lessing 10, 127.
 
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befragen , nnl. bevragen.
1) interrogare, consulere: den arzt, das orakel befragen, zum schein befragen; darüber hat er mich noch nicht befragt; peinlich befragen;

und Pilatus befragt ihn, du bist der könig Judaeas?
Klopstock Mess. 7, 247;

und alle kundigen, die ich befragte,
bestätigten mir eures anspruchs recht.
Schiller;

was ich nun sprach, was die holdselge mir
erwiedert, möge niemand mich befragen;

starke und schwache flexion schwankend, wie beim einfachen fragen: die er oft befrug. Kant 5, 433.
2) sich befragen, rathes erholen, untereinander fragen, sich erkundigen: und sie entsatzten sich alle, also dasz sie unter einander sich befragten und sprachen. Marc. 1, 27. Luc. 24, 15 (vgl. einander ansehen, sp. 453); und fiengen an sich mit ihm zu befragen. 8, 11; und er fragte die schriftgelehrten, was befraget ir euch mit inen? 9, 16; wie sie sich miteinander befragten. 12, 28; da stunden etliche auf von der schule und befragten sich mit Stephano. apost. gesch. 6, 9; er redet auch und befragte sich mit den Griechen. 9, 29; befragt sich der gewonheiten. Magelone A 3;

er sprach, würd mir der dienst nicht behagen,
will ich mich nicht mit euch befragen,
ob ich laufen oder bleiben soll.
Waldis leben Esopi 6b;

lagen i. f. gn. funf tage stille und befragten sich um rittmeister und landknechte. Schweinichen 1, 184; i. f. gn. kamen und befragen sich, wie es im regiment und rentkammern stehet. 3, 221; ein junger mensch sich bei einem studioso theologiae befragte, was er sprechen solte. Weise kl. leute 210;

bald, als er essen sah und roch,
befragt er sich, wie leb ich noch?
Hagedorn 3, 33;

dasz du zuvörderst dich nach dem sinne der eltern befragest.
Göthe 40, 317.

 

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