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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
befolgen bis beförderung (Bd. 1, Sp. 1267 bis 1268)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) befolgen, sequi, folge leisten, ein erst im 18 jh. aufkommendes, bei Frisch und Stieler noch fehlendes wort, etwas befolgen für einem folgen: ich werde den erhaltnen befehl, rath befolgen, dein beispiel befolgen; er befolgt alle vorschriften des arztes aufs pünctlichste; befehlen ist ein unsicheres mittel befolgt zu werden. Lessing 2, 104; despoten sind nicht immer gut befolgt, wenn sie abscheulichkeiten gebieten. Schiller 1014. in anderm sinn sagte Götz 1, 111

von scherzen befolget = gefolget.


 
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befolger, m. der befolger einer lehre. Klinger 8, 129.
 
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befolgung, f.
 
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beforcht, terribilis, furchtbar, gefürchtet: und ich sage euch in warheit, das ir darvon beforchter werdent. Aimon r 4b. das ahd. foraht, forht bedeutete timens, timoratus (Graff 3, 685).
 
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beförderer, m. adjutor, fautor: reisete zu meinem eingebildeten groszen beförderer. Felsenb. 2, 42;

befördrer vieler lustbarkeiten,
du angenehmer Alsterflusz!
Hagedorn 3, 115;

[Bd. 1, Sp. 1268]


Ruszland bedarf jetzt keines eroberers mehr, es bedarf eines weisen beschützers, erhalters und beförderers. Klinger 11, 28.
 
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beförderin, f. adjutrix, sagt man lieber als befördrerin, wie plauderin neben plaudrerin.
 
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beförderlich, utilis, commodus: ihr könnet mir übermaszen beförderlich sein in einer sachen. Gryphius 1, 770; welcher anfang auch sehr wol beförderlich und verfänglich von statten gienge. Simpl. 1, 35; ob es dem gemeinen nutzen befürderlich seie. Schuppius 720; wiewol seine grundsätze, ohne das laster eigentlich zu begünstigen, von einer seite der tugend nicht sehr beförderlich sind. Wieland 1, 22; manche vorurtheile sind der moralität beförderlich. 29, 266; einem zusatz, der dem poetischen eindruck vielmehr nachtheilig als beförderlich ist. Schiller 1132; eine widerlegung jener anmaszungen ist der sache selbst sehr beförderlich. Kant 6, 132; der untersuchung der wahrheit beförderlich. 8, 10. heute zieht man das einfache förderlich vor.
 
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befordern, exigere, fordern: darumb musz ich hingehen und befordern, das mit dem gerichtstage bald verfahren werde. Susanna com. Hibeldeha 3, 5; ob bei solchen gelegenheiten nicht ein gewisses von denen begnadigten vor der expedition zu befordern. Leibnitz 2, 271.
 
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befördern, juvare, promovere, provehere, nnl. bevorderen. früher auch befordern und befürdern (s. fördern): dasz man mit einem bösen menschen nichts soll zu schaffen haben, noch ihn befordern helfen. Lokman 22; sein herr sollt nur landkinder zu dienst und ämpter befürdern. Lehmann 19; wie lange wolt ihr diejenigen reich machen, welche nur suchen euer ruin zu befürdern. Schuppius 303; ich preise diese stunde für glückselig, darin durch gottes beistand arme knechte und mägde können befürdert werden zu ihrer zeitlichen und ewigen wolfahrt. 337; die vermöglichkeiten des gemüts und leibs zu beförderen. 728; der sieg bei Dreux, weit entfernt ihre wünsche zu befördern, hatte ihr einen herrn gegeben. Schiller 1060; die wolle reizt die haut und befördert die ausdünstung. Hufelands macrob. 345; das wasser befördert die verdauung. 357; die erkältung befördert das fieber; einen ins grab befördern; einen mit wagen, mit dampf befördern.
 
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befördersam, utilis: was euch zum guten folgends befördersam erscheint. Kirchhof mil. disc. 87.
 
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beförderung, f. utilitas, promotio: hatte also von guten freunden beförderung. Schweinichen 1, 169; zu befürderung von gemeiner statt nutzen. Kirchhof wendunm. 159b; dessen ehre durch meine beforderung geringert worden. pers. baumg. 1, 6; wann ich durch deine beforderung etwa zu einem kleinen ampte gelangen möchte. rosenth. 1, 18; die jesuiten haben leute, welche ihnen mit aller beförderung an die hand gehen. Schuppius 51; haben ihm wege und stege gezeiget und andere beförderung erwiesen. 315; einzelne denken wenig daran, dasz indem sie ein jedes seine eigne absicht verfolgen, sie unbemerkt an der naturabsicht, die ihnen selbst unbekannt ist, als an einem leitfaden fortgehen und an derselben beförderung arbeiten, an welcher ihnen, wenn sie ihnen bekannt würde, wenig gelegen sein würde. Kant 4, 293; beförderung im amt, avancement.

 

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