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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
beflügelung bis beförderer (Bd. 1, Sp. 1267)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) beflügelung, f. beflüglung des stahls, schrittschuhe:

an dem Hebrus, wie der Grieche das träumt,
über der woge von krystall, erfand
diese beflüglungen des stahls, so den sturm ereilt,
Thrazens Orpheus nicht.
Klopstock 1, 198;

jetzt legt auch die beflüglung des stahles
der städter sich an. 1, 258;

in erhabener oden beflüglung.
Platen 303.


 
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beflüschen, bei den köhlern üblich: einen meiler beflüschen, mit grünen tannenreisern belegen.
 
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befodern für befordern, befördern: ich habe seinen tod befodern wollen. pers. rosenth. 1, 25.
 
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befödern für befördern, wie fodern aus fordern, köder aus kerder entspringt, und nd. möser für mörser, masch für marsch gesagt wird. befödern, beföderer schreibt z. b. Lohenstein, Bodmer, und beföderung Logau.
 
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befohlenschaft, f. commendatio: befollenschaft = befolhenschaft. weisth. 2, 246.
 
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befohren, sich, metuere, vereri, und schon das diction. vratislav. 1620 führt auf ich befohre mich, vereor. befohren steht also für befahren, wie in schles. mundart jor, wor = jahr, wahr und uns allgemein argwohn für argwahn:

du mörder, hättestu ja müssen dich befohren
vor deines vaters zorn, ein mensch (virginem) wie ich gebohren
durch königlichen stamm, bei allen wol bekandt,
bei allen hochgeschätzt, zu führen in das land.
Opitz 1, 436;

alsdann kömpt ihre seel, eh als ich mich befohre,
und fleugt in meine seel, alsdann macht sie die thore
der sinnen bei mir auf. 2, 145;

und als er sich befohrte,
er werd an diesem orte
vom koche leicht ertappet.
Elias Major. 1656;

das befohren sich alle andre könig von ihnen. Zinkgref 56, 30. freilich schreibt Opitz anderwärts gefahr, wie jahr, und 1, 227 sich befahrt, nach gemeinhochdeutscher weise; in jenen stellen scheint er seiner mundart nachgegeben zu haben. und wenn er gar zohlen für zahlen auf holen reimt, entsprang uns ja dies holen aus halen. Steinbachs wb. setzt befahren, befahrte an. Mehr bedenken macht ein ahd. biforata, biforahta (Graff 3, 621), das aber nicht befürchtete, sondern bereitete ausdrückt, und das heutige förchen für fürchten in alemannischer mundart (Hebel 81), was verleiten könnte befohren aus beforchten, befürchten zu deuten, ohne dasz sich der sinn änderte.
 
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befolgen, sequi, folge leisten, ein erst im 18 jh. aufkommendes, bei Frisch und Stieler noch fehlendes wort, etwas befolgen für einem folgen: ich werde den erhaltnen befehl, rath befolgen, dein beispiel befolgen; er befolgt alle vorschriften des arztes aufs pünctlichste; befehlen ist ein unsicheres mittel befolgt zu werden. Lessing 2, 104; despoten sind nicht immer gut befolgt, wenn sie abscheulichkeiten gebieten. Schiller 1014. in anderm sinn sagte Götz 1, 111

von scherzen befolget = gefolget.


 
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befolger, m. der befolger einer lehre. Klinger 8, 129.
 
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befolgung, f.
 
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beforcht, terribilis, furchtbar, gefürchtet: und ich sage euch in warheit, das ir darvon beforchter werdent. Aimon r 4b. das ahd. foraht, forht bedeutete timens, timoratus (Graff 3, 685).
 
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beförderer, m. adjutor, fautor: reisete zu meinem eingebildeten groszen beförderer. Felsenb. 2, 42;

befördrer vieler lustbarkeiten,
du angenehmer Alsterflusz!
Hagedorn 3, 115;

[Bd. 1, Sp. 1268]


Ruszland bedarf jetzt keines eroberers mehr, es bedarf eines weisen beschützers, erhalters und beförderers. Klinger 11, 28.

 

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