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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
befindlich bis beflaumen (Bd. 1, Sp. 1262 bis 1263)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) befindlich , qui invenitur, deprehenditur,
1) aufweisbar: denn so an den heubtartikeln kein befindlicher ungrund oder mangel ist, solten sich billich die bischoffen gelinder erzeigen. Augsb. conf. bei Luther 6, 368b, im corp. doct. chr. 18. heute erfindlich, erfindbar.
2) vorhanden: das buch ist in der sammlung befindlich; alle im hause befindlichen menschen; eine in untersuchung befindliche person; die stelle ist im buche s. 68 befindlich.
3) man sagte auch sich befindlich: sie zeigte ihm alle daselbst sich befindliche sachen. Hoffmannswaldau heldenbr. 28.
 
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befindlichkeit, f. sensus. Maaler 53a.

[Bd. 1, Sp. 1263]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) befindung, f. nach befindung der sachen. Kirchhof disc. mil. 7; bei befindung der nothwendigkeit. Weise kl. leute 158; bei leibes, lebens und andern strafen, nach befindung der sachen. Schuppius 675; dasz seine ausdrückung weiter geht als seine befindung. Leibnitz 376.
 
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befingern , digitis tangere,
1) angreifen, anrühren: einem den puls befingern;

es ist doch nur benaset (berochen) zwar.
ir seit auch wie die jungfraw dort,
die nichts asz, was befingert word,
da must mans erst befäusten ir,
alsdann wards erst wol verbitschiert.
Fischarts Eulenspiegel 224.


2) ergreifen und vorwegnehmen: bei jener langen gährung des jurisdictionswesens, wo zuletzt immer ein richter vor dem andern nur zuerst zu befingern (so nennete man die praeventionem fori) suchte. Möser patr. ph. 2, 481 (345).
 
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befinstern, caliginem offundere, verfinstern: dieweil und gott das liecht der natur ohn einen befinsterten geist wirken hat lassen. Paracelsus 1, 252b; ein sondere art ist der sternen, die dunkel macht und befinstert so viel, wo der mond nicht ist, dasz gar nichts gesehen mag werden. 2, 76c.
 
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befirnissen, mit firnisz bestreichen.
 
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befischen, expiscari: den teich befischen. Lohenst. Arm. 1, 1089.
 
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befittigen , alis instruere, tegere, beflügeln, beschatten,
1) beflügeln:

dein leib, vom groszen geist
befittigt, weiter fliegt.
Birken G. 221;

der wein, der uns befreit, befittigt unsre herzen.
Platen 77.


2) mit dem flügel decken:

siehet man den blinden schatten ausgestrecket durch das feld,
er befittigt, was da stehet, mit dem schwarz verhüllten zelt.
Harsdörfer gesprächspiele 6, 10. 90.


 
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beflachsen, gebildet nach sp. 1203 I, 4:

in ganz Sachsen,
ja in ganz Deutschland wol,
musz solcher flachs, wie der, nicht wachsen!
wers anders redt (hier schwoll
sein kinn ihm), den will ich beflachsen,
dasz er dran denken soll.
Gökingk 3, 84.


 
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beflammen, accendere:

beflammt die liebeskerzen,
geht, geht zu eurer rast!
Fleming 157;

beflammte pracht. Brockes 1, 185; beflammte sterne. 1, 419. 454;

Satans beflammter rollender wagen.
Klopstock Mess. 2, 638;

also beflammte sie mehr noch den glühenden busen mit liebe.
Bürger 244b;

als wäre die heilige jungfrau aus dem beflammten altarblatte, worauf sie gen himmel stieg, herabgezogen auf die stufen. J. Paul flegelj. 3, 23.
 
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beflaumen, molli lanugine signare:

der wänglein paar, wie die pfirsiche roth,
und eben auch so weichwollig beflaumt.
Göthe 41, 209.

 

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