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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
befestigung bis befeuern (Bd. 1, Sp. 1258)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) befestigung, f. munitio, confirmatio, nnl. bevestiging: die befestigung einer stadt, befestigung des glaubens; die befestigung des fegfeurs, beides aus texten der schrift und auch erfarung. Fischart bienenk. 109b; befestigung der anrufung der heiligen. 187b; befestigung des kriegs (litis contestatio). reichscammerger. ordn. 1507. 8, 2.
 
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befestigungskunst, f. art de fortifier.
 
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befestigungswerk, n. munimentum.
 
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befestigungszeichen, n. mit mir verfährt gott wie mit seinen alten heiligen und ich weisz nicht, woher mirs kommt. wenn ich zum befestigungszeichen bitte, dasz möge das fell trocken sein und die tenne nasz, so ists so, und umgekehrt auch. Göthe an fr. von Stein 1, 139.
 
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befestnen, munire, ahd. pifestinôn (Graff 3, 723): der hieruf bevestnet ist. Fierabras A 6; befestnet und umbgeben mit groszen thürnen. G 4.
 
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befestnung, f. munitio, befestenung.
 
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befestung, f. dasselbe: mechtig vor gott, zu verstören die befestungen. 2 Cor. 10, 4; wie er zu einer ewigen befestung und sonderlichem trost von gott mit dem eid zu einem priester und mittler gesetzet ist. Luther 1, 95a; schanzen und kleine befestung. Kirchhof mil. disc. 198.
 
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befetschen, involvere fasciis, einfetschen, einwindeln. Stieler 438.
 
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befeuchten, humectare: der regen befeuchtet das land; das getraide, das mehl, das papier befeuchten, anfeuchten; als er sich wol mit wein befeuchtet (stark getrunken hatte). Kirchhof wendunm. 215b; die erde seines feindes mit thränen befeuchten. pers. baumg. 9, 9;

hier fand ich auch den Amor,
der seine flügel sonnte,
die ihm von thau befeuchtet
und so betröpfelt waren.
Hagedorn 3, 68;

dasz Fichte die erziehung auserwählt, gleichsam zum ableiter einer niederschlagenden vergangenheit und zum zuleiter einer befeuchtenden zukunft, ist nicht nur recht. J. Paul bücherschau 1, 106.
 
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befeuchtigen, madefacere, nnl. bevochtigen: mit zehern befeuchtigen. Keisersb. paternoster D 5; in einem waldigen ort mit lustigen brunnen befeuchtiget. Frank weltb. 8b; der regen die erde befeuchtiget. Paracelsus 1, 885b; welchem zu nutz würde der mon und thaw den boden erkülen, der regen befeuchtigen? Garg. 65b; sommerweizen mit frischem wasser befeuchtiget. Tabernaemont. 613; die gemelte häutlein zu befeuchtigen und frisch zu halten. Uffenbach roszb. 15; dienet fürnemblich zu dem ende damit es die augen befeuchtige. 18; wodurch der erdboden befeuchtiget wird. Simpl. 1, 500; gott befeuchtiget mit seinem regen gerechte wie ungerechte. Schuppius 755.
 
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befeuern, accendere, stärker als anfeuern:

die nüchternheit, die einfalt blöder liebe
verlängerten der schäfer müh,
wir trinken wein, befeuren unsre triebe
und küssen mutiger als sie.
Hagedorn 3, 100;

[Bd. 1, Sp. 1259]



der alte wein befeurte mich,
als mir bei Hochstädt alles wich. 3, 123;

in ihren adern flieszt ein unverfälscht geblüte,
darin kein erblich gift von siechen vätern schleicht,
das kummer nicht vergällt, kein fremder wein befeuert.
Haller;

wem dieses nichts mehr gesagt heiszt, als dasz die phantasie des künstlers durch das erhabene bild des dichters befeuert, und ebenso erhabener vorstellungen fähig gemacht worden. Lessing 6, 506; die leidenschaft mäszigen oder befeuern. 7, ...;

wie befeuert er (der wein) den muth!
Gotter 3, 484;

kleine siege musten seine zuversicht befeuern. Schiller 777; dennoch befeuerte ihn diese leidenschaft nicht, für seinen zweck auch alle mittel zu vereinen. 1077;

der tag ist mir zum überdrusz,
langweilig ists, wenn nächte sich befeuern.
Göthe 3, 32;

gewaltge kraft die menschen aufzurufen,
sie zu befeuern kühnster that. 4, 59;

befeuert durch den aufrichtigen antheil, den die frauenzimmer an der sache nahmen. 18, 275; Serlo lobte an ihm, dasz er nicht so schneidermäszig gejammert, und sogar am ende eine stelle, die einem so groszen helden besser zieme, seinen sohn zu befeuern, angebracht habe (der geist im Hamlet). 19, 210; aber Trancoeur hatte etwas furchtbares in seinem wesen, sein dunkles auge befeuerte sich. Arnim 2, 375; der befeuerte held des tages. J. Paul komet 2, 102.

 

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