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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
befehl bis befehlichsleute (Bd. 1, Sp. 1251 bis 1256)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) befehl, m. mandatum, praeceptum, imperium, in diesem worte scheint das h kein dehnendes, sondern organisch, nur dasz es seine stelle verrückt hat und vor das l getreten ist, hinter welches es gehört, befehl ist befelh, befelch, wie noch im 16. 17 jh. geschrieben und gesprochen wurde. Vor allem überrascht aber, dasz die ahd. und mhd. sprache, so geläufig ihnen das verbum pifelahan und bevelhen auch ist, kein subst. pifelah und bevelch erzeugen; gleichergestalt steht dem alts. bifelhan kein bifelh, dem mnl. bevelen kein bevel, dem fries. bifella kein bifel, dem altn. fela kein fel zur seite, obschon der Gothe aus filhan, gafilhan, anafilhan, usfilhan die nomina gafilh, anafilh, usfilh bildete. hätte er bifilhan gesagt, so wäre ihm auch ein neutrum bifilh entsprungen. jene frühere abwesenheit der substantiva musz in der ursprünglichen bedeutung des verbums befehlen begründet sein, wovon näher unter diesem wort zu handeln.
Nhd. und nnl. treten die substantiva mit einemmal in menge auf. Dasypodius 127d. 302a, Maaler 52c setzen befelch mandatum an, Keisersberg sünden des munds 58a schreibt: von den junkfrawen hab ich kein gebott oder befell, aber ich gib ein rath; befell für befelch, wie daselbst 56b auch im praet. befall für befalch steht. bei Luther findet es sich noch häufiger: und Joseph thet befelh. 1 Mos. 42, 25; nach dem befelh Pharao. 45, 21; thet inen befelh. 2 Mos. 6, 13; nach dem befelh des herrn. 4 Mos. 33, 2. 38; das ich im befelh thue. 5 Mos. 31, 14; nach dem befelh des herrn. Jos. 17, 4. 19, 50. 21, 3; aus befelh des herrn. 22, 9; fleuget der adeler aus deinem befelh so hoch? Hiob 39, 27; die befelh des herrn sind richtig und erfrewen das herz, die gebot des herrn sind lauter und erleuchten die augen. ps. 19, 9, wo die vulg. hat justitiae domini rectae, praeceptum domini lucidum. in Luthers werken steht gedruckt befehl, befelch, zuletzt schrieb er

[Bd. 1, Sp. 1252]


befelh: denn das kan ja niemand leugnen, das gott Jona einen befehl thut und gebeut. 3, 201; es sei denn gewis, das ers von gott oder von seiner dienerin der oberkeit befehl habe. 3, 322b; aber nu wollen sie (die winkelprediger und schleicher) den pfarrherr heimlich ausbeiszen mit allem seinem befehl und doch nicht anzeigen iren heimlichen befehl, das sind rechte diebe und mörder der seelen. 5, 491a; ernstliche gottliche befelch. br. 5, 652.
Hier folgen noch andere beispiele der alten form aus dem 16. 17 jh.: alles zumal unter solchem befelch, verordnung und vorbehalt. publicationspatent zur Frankf. reform. vom j. 1611; doch mit dem geding und befelch. reform. 46, 4. 11; da verharreten die ritter alle auf den königlichen befelch. buch der liebe 36, 4; das er dem keiser anleg, dieselbige in seinem gnedigen bevelch zu haben. Aimon B 1; wenn jeder sein befelch ausricht. Kirchhof wendunm. 46b; in Fischarts bienenk. schwanken befehl und befelch: aus befehl des königs zu Antorf getruckt. 17b; dasz die kirche volle macht uber den befelch Christi habe. 19a; auf gots ausgetruckten befehl. 19b; on das ansehen, bewilligung und befehl des papstes ... on bewilligung und befelch des papstes ... der papst allein hat allen befelch und gewalt. 44a; nach dem befehl Christi. 49a; durch befelch seines vatters in aller gebürlicher lehr erzogen. Garg. 128a; demnach hatte ich auch im befehlich (war mir anbefohlen, aufzuheben vertraut) i. f. gn. rappir. Schweinichen 1, 29; befehlich. 2, 44. 57. 98; obwol ihre durchl. befohlen ... dasz dennoch die ausführer dieses befehlichs. Gryphius 1, 905; domine Valeri, kompt zu uns, wir wollen euch etwas zu verrichten in befehlich geben. Vinc. Ladislaus comed. Hidbelepihal 2, 1; verricht, was wir euch in befehlich gethan haben. das.; herr wirt, wir haben befehlich wegen unsers gn. h. mit ewrem gast zu reden. 5, 1; wir wollen befelich lassen machen an alle fürsten. Ayrer 355b; empfieng von der wirtin befelch, er solte ihr ein andermal das gut genau zusammen halten. Simpl. 2, 305; nachgehends aber, als sie (die cabala) Esdras aus göttlichem befehlich schriftlich verfaszt. 309; aus göttlichem befelch. 2, 436; kam aus befehl des allerhöchsten der engel Gabriel. pers. baumg. 4, 4; die praecepta und befelch Hippocratis. Schuppius 696; bin ich aus befelch der oberen in städt und märkten herumb gereist. 746. im 18 jh. verschwindet die aspiration hinter dem l ganz und nur befehl gilt, wie nnl. immer bevel galt.
Wie unterscheiden sich gebot, geheisz, befehl und auftrag? das gebot, gleich dem gesetz, stellt allgemeingültig auf und ihm entgegen steht das verbot, wir sagen gottes gebot, die zehn gebote und würden hier weder geheisz noch befehl verwenden (Melanchthon im corp. doctr. chr. 884 hat freilich befehlich oder gebot). geheisz ist jussum, einzeln erfolgender befehl, ich thue es auf geheisz meines herrn, was auch auf befehl lauten könnte. befehl aber ist
1) mandatum, auftrag, wie jenes in befehl geben, in befehl thun zeigt; etwas aus, auf befehl thun = im auftrag, anbefohlnermaszen verrichten;

dasz jederman sol fleiszig gehn
in seim befelch (amt),
darzu in gott
mit seinem wort berufen hot.
Alberus 103b;

er hats (hat dessen) keinen befehl. Agricola spr. 255, keinen auftrag dazu; einen befehl vollziehen, ausrichten; er kam aus Samaria, seins vatters befelch auszurichten. Reiszner 1, 87a.
2) commendatio, empfehlung: zu einem befelch gehöret ein lob. Agricola spr. 194, wen man empfiehlt, den musz man loben können. oberdeutsch: machen sie dem herrn meinen befehl, befehlen, empfehlen sie mich ihm.
3) praeceptum, gebot, franz. ordre: denken sie nicht an Christus befelch, dasz sie vom reich der himmel predigen. Hutten 5, 477; es war wider den befelch gottes. Reiszner 2, 46a;

ist unser nicht das recht befelch zu geben?
Weckherl. 44;

befehl geben, ertheilen, bekommen, empfangen; es geschieht auf meinen befehl; ich habe den befehl dazu, es ist mir geboten; bis auf weitern befehl, bis auf weitere ordre; auf höheren befehl; heute auf befehl (sagt der comödienzettel).
4) imperium, gewalt, herschaft: eines römischen keisers befelch und majestät. Zinkgref 12, 15; unter eines befehl stehn; er hat zwei landschaften unter seinem befehle; die flotte segelte unter des herzogs befehl ab; einem zu befehl (wie zu gebote, dienste) stehn; zu befehl (zu gebote, zur verfügung) haben: sehr wichtig war mir die bemerkung, dasz er die

[Bd. 1, Sp. 1253]


reinste und gehörigste stimmung beinahe durchaus vollkommen zu befehl hat. Göthe an Schiller 456 = darüber zu gebieten, verfügen. daher höflich: was ist zu ihrem befehle? was beliebt ihnen?; es steht ihnen zu befehl, sie haben freie gewalt darüber; zu befehl, à votre service;

und was sie nur wünschte
war zu ihrem befehl (ward ihr gewährt).
Zachariä.


 
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befehlen , ahd. pifëlahan pifalah pifolahan, mandare, commendare, committere (Graff 3, 501), mhd. bevëlhen, bevalch, bevolhen. das einfache goth. filhan, ahd. fëlahan, altn. fëla hiesz condere, tegere, ebenso das goth. gafilhan und usfilhan. erst goth. anafilhan geht in die abstraction tradere und mandare über, gerade wie sie auch im altn. fela, ahd. pifelahan vorbrach. es ist anziehend, die begriffe mandare und praecipere aus diesem condere zu entwickeln. man könnte sagen, der mandant birgt bei dem mandatar das befohlene, aber filhan, felahan condere, tegere wird damit noch nicht erklärt.
Hier zeigt sich eine bisher unvollkommen erkannte, alterthümliche verbindung des einfachen filhan, sowie der zusammensetzungen gafilhan, usfilhan, pifelahan mit dem bestatten der leichen. nicht blosz die hingabe des menschen in den schosz der mütterlichen erde war ein befehlen, ein condere, recondere terra, terrae mandare;

den lîp bevalch er dem grabe. Krone 13333;

auch früher im heidenthum hatte pifelahan bezug auf den leichenbrand, der sich denken läszt als ein mandare flammis, rogo, strui, als ein bergen in der flamme, dem feuer übergeben, anbefehlen, denn die glut deckt zu was in sie geworfen wird, ags.

beágas bebohte þa sceal brond fretan,
äled þeccean. Beov. 6025.

(die ringe soll brand fressen, feuer decken). bedeutsam klingen die ahd., bei Graff 3, 500. 501. 504 unverstanden angeführten wörter: falah, composuit ligna, d. i. schichtete den scheiterhaufen; witufelah strues, wörtlich holzschichte, rogus; pifelhan immolare, d. i. im feuer opfern, verbrennen; unbifolhan illibatus; pifelhari pollinctor. nemlich pollinctor est, qui cadaver curat, et rogo parat.
Aus dem alltäglichen bergen, befehlen der todten in feuer und erde muste sich von selbst, die vielleicht an sich gar nicht in filhan, usfilhan, pifelahan gelegene bedeutung mandare, commendare ergeben; die leichen werden dem sie auflösenden element anvertraut, anbefohlen, empfohlen, entweder verbrannt oder begraben, und da der brauch der cremation dem der humation vorangieng, so könnte in dem worte filhan selbst ein ursprünglicher bezug auf brennen gesucht werden. allmälich wandelte es sich in die vorstellungen humare, mandare und praecipere, und so bereits im goth. anafilhan und ahd. pifelahan.
Merkwürdig scheint diesem filhan und felahan das lat. sepelire zu entsprechen und zwar, da seine erste silbe gekürzt ist, ein sēpelire (wie solvere sŏlutum ein soluere, sēluere) vorauszusetzen, also amburere, comburere auszudrücken, einfaches pelire, palire gliche dem sl. paliti, gr. φλέγειν und berührte sich mit falawisga (sp. 579). nachdem das brennen der leichen aufhörte, gieng der alte name auf den neuen brauch über und sepelire galt auch für humare, wie filhan für begraben. sepelire, filhan, usfilhan, pifelahan = beerdigen haben den acc. der person, keinen dat. bei sich, wie ihn befehlen = mandare gewöhnlich fordert, und diese abweichung der construction unterscheidet schon den früheren und späteren gebrauch.
Manches bleibt dabei noch unsicher, wer sich an die sichere vorstellung von condere, tegere halten und daraus die von mandare herleiten will, behält hinreichenden, freien spielraum.
In unserm längst abgezogenen nhd. befehlen, zu dem die betrachtung einlenkt, waltet der sinn von übergeben, anvertrauen, welcher auch den weiter gebildeten wörtern anbefehlen, empfehlen und anempfehlen beiwohnt; alle diese verba pflegen den befohlnen gegenstand in den acc., neben einem dat. der person zu setzen. wenn aber der begrif in den des gebietens und anordnens übergeht, können die casus unterbleiben und abhängige sätze folgen. Läszt sich nun der abgang, wie vorhin angemerkt wurde, einer ahd. und mhd. substantivbildung pifelah, bevelch nach der geschichte des verbums deuten? eines ahd. witufelah rogus gewahrten wir eben, pifelah immolatio, libatio würde gar nichts wider sich haben, und dem mhd. bevilhde, bevilde funus nahe stehen, zulässig der sinn von commendatio, anbefehlung, kaum der von mandatum, jussus sein. erst als in befehlen die bedeutung jubere, praecipere stark vortrat, wie es nhd. der fall ist, konnte befehl für gebot, praeceptum

[Bd. 1, Sp. 1254]


in gang kommen. dies substantiv gereicht also zu einer guten probe auf die gegebne erklärung des verbums. Keisersberg fühlt noch deutlich den abstand zwischen befehlen und gebieten, er sagt: nit ein gebot, aber ein befelhung, wenn ein ding, das man einem befilht, ist vil früntlicher, und begiriger einem z thn, denn do man einem ein ding gebütet. wenn einer eim ein ding befilht, so gebrucht er sich keiner stolzheit noch öberkeit. chr. bilger 154. dies gefühl schwand später und befehlen ward so hart wie gebieten.
Das nhd. verbum schreiben Keisersberg, Luther und andere zeitgenossen noch befelhen befalh (befalch) befolhen, was aber die ausgaben oft in befehlen befahl befohlen umsetzen. auch z. b. des Alberus verschiedne schriften schwanken zwischen beiden formen. bei Keisersberg steht mitunter befellen befall und befollen, vgl.befollenschaft = befohlenschaft.
1) befehlen, mandare, mit acc. der sache, dat. der person.
a) im kirchenstil, in der predigt könnte noch gesagt werden den leib der erde befehlen, nicht aber, wie ahd. und mhd., bloszes befehlen für begraben. auch, dem biblischen: vater, ich befehle meinen geist in deine hände. Luc. 23, 46; in deine hände befehl ich meinen geist. ps. 31, 6 heiszt es aber häufig in die hände gottes oder des herrn sich befehlen, gott oder dem herrn sich befehlen, in getreue hand befehlen;

in deine hand befehl ich dir,
herr meinen geist von herzen.
Weckherlin 136;

got ich zu gnaden mich befahl. 296;

vater, in deine hände befehl ich meine seele!
deine seele sei auch in gottes hände befohlen!
Klopstock Mess. 12, 536;

befehlt eure seele gott zu gnaden!
Göthe 12, 198;

und dies befehlen der seele bei sterbenden gemahnt an jenes befehlen des leibs in die erde. auch, wie der eintretende in gottes namen bewillkommt wird (sei gott und mir willkommen. mythol. 14), entliesz man den scheidenden, ihn gott befehlend, woraus sich allmälich eine leere höflichkeitsformel beim abschied und weggehn, das ade (sp. 176) = à dieu (commandé, commandant) bildete:

sonst haben wir manchen bissen erschranzt,
nun aber gott befohlen!
Göthe 12, 230.

nicht anders artete das befehlen in die huld und gnade des herrn, wenn man sich entfernte oder botschaft zu melden hatte, in bloszes empfehlen aus: er befiehlt sich zu gnaden; der herr graf läszt sich ihro gnaden höflichst befehlen; heute empfehlen.
b) anderes befehlen von personen: das er im unter seine hand befalh alle gefangenen im gefengnis. 1 Mos. 39, 22; ich bitte euch umb gottes willen, wöltet die leutlein in Diedmar euch lassen befolhen sein. Luther 3, 30b; wolan, so wil ich den Carlstad mit seiner griecherei den griechisch verstendigen befelhen, das sie im den kützel vertreiben. 3, 69; wie ein kind seinen eltern und der pöbel seinem fürsten befolhen ist, so sind wir in der engel schutz und inen befolhen. 5, 338a; Gabriel befalh mich einem andern engel. 8, 29b; dem ritter ihr leib und seel in sein gebet befelhen thet. Galmy 320; dem bevalch er seine brüder, fraw und kind. Aimon B 1; disem treuen gott befehl ich meine groszg. herren in seinen starken schutz. Schuppius 134; ich befehle disen verfluchten der rach des gerechten gottes. 564; du wärest zwar würdig, der du dich mit einer guten anzahl kinder dich der nachkommenschaft befehlen thätest. 731;

der tag, daran ein dieb dem henker wird befohlen,
hätt ihn wol nicht gehenkt, hätt er nur nicht gestolen.
Logau 1, 4, 29;

dann will ich euch des herren schutz befehlen.
Tieck 2, 17;

sie alle schenk ich und befehl ich euch.
Uhland Ernst 126.


c) befehlen von sachen: der könig hat mir eine sache befolhen. 1 Sam. 21, 2; liesz der könig eherne schilde machen und befalh sie den obersten der drabanten. 2 chron. 12, 10; befelh (für befilh) dem herrn deine wege. ps. 37, 5, wonach Gerhards bekanntes lied; das regiment hat mir got befolhen, das ich sol herr sein. Luther 6, 37b; wir haben bei im hinderlegt, haben im befolhen unser seligkeit. Alberus;

ein gott ... der hiesz Pan,
demselben war das vieh befohln.
Alberus 79;

achte, was dir der herre des gestirns befolhen und gesetzet habe. Petr. 99a; nachdem er Fridrichen seinem gesellen das gold, so er in seiner schosz hett, befalch. buch der liebe 58, 3;

[Bd. 1, Sp. 1255]


ich hab dir mein ganzes land befolhen. 328; und da Magis den (erbeuteten goldnen) adler in getrewe hand bevolhen het. Aimon S 4; befohlen und gethan éin ding war. Bocc. 2, 174a; das wil ich dem urtheil der magister noster zu Löven befehlen. Fischart bienenk. 52a; hat derowegen dem engel S. Michel die wage befohlen. 104a; kaufe dir einen haufen immen, und befehle diesem die obsicht. Schuppius 736;

befohlen bleibt jetzt die empörte schlacht
der Troer und Achäer sich allein.
Bürger 169a;

er befahl seine pferde (dem diener). Göthe 17, 169; als s. Christoph mir sein ref befahl und zur thüre hinaus gieng. 23, 57;

Hermann zog sie hinweg, noch viele grüsze befahl sie. 40, 314,

bestellte sie, trug sie auf.
2) befehlen, praecipere, gebieten, meist ohne acc., mit folgendem abhängigem satz, der persönliche dativ kann ausgedrückt sein oder nicht: befalh inen und sprach, also sagt meinem herrn Esau (d. i. befahl ihnen dem E. zu sagen). 1 Mos. 32, 4; und Joseph befalh seinem haushalter und sprach, fülle den mennern ire secke mit speise (befahl seinem h. den männern die s. zu füllen). 44, 1; und Joseph befalh seinen knechten, das sie seinen vater salbeten. 50, 2; wie inen der herr befalh. 2 Mos. 17, 1 (vgl.theten wie inen der herr geboten hatte. 7, 10); nachdem der herr Josua befalh (sicut praeceperat ei dominus). Jos. 15, 13; und befalh, man solt die kinder Juda den bogen leren (praecepit ut docerent filios Judae arcum). 2 Sam. 1, 18; obgleich die, den es befolhen und daran gelegen ist, wider sie eitel banne regneten oder hagelten. Luther 1, 18a; derhalben bitt ich und befehl euch, in disem fall den neunten psalmen zu singen und zu lesen. 3, 28. br. 3, 67; Augustinus befilcht das in seiner regel von den closterleuten. Keisersb. sünden des munds 4b; es was ein pfaf, der het fisch kauft und befalch dem knaben die fisch ze sieden. 7a; und befalhe darnach, das man in mit riemen oder rten solt houwen. 22a; wolten hinweg reiten und ausrichten was inen befollen was von des closters wegen. 73b; Seneca spricht also. ich bephilch dir und wil, das du seiest langsamer red. 82a; und befall und hiesz, seine brüder allesamen für das kind solten bitten. 56b; das mir und eim iglichen prediger ze thon befollen ist von gott dem allmechtigen. 79a; denn er befilcht sicherheit und gerechtigkeit zu halten in seinem land. buch der liebe 40, 2; also befihlt Christus demselben menschen. Alberus wider Witzel. D 3b; befahl also dem armen weib. ehzuchtb. C 3a; unangesehn was Christus das oberhaupt mit ausgetruckten worten anders befolen hette. Fischart bienenk. 14a; derowegen befilhe ich euch, ihr sollet u. s. w. Schuppius 750; so befilh ich euch, dasz ihr bedenket. 706;

Harpax kan nicht müszig sein, wil ihm niemand was befehlen,
so erbricht er thür und thor, lad und kiste was zu stehlen.
Logau 3, 1, 26;

was spricht er nun als gast, wo er als herr befahl?
J. E. Schlegel;

sinne nur, beschliesze, befehle! Göthe 42, 386. Mit dem acc., er befahl die hinrichtung, die untersuchung; ihro exc. haben die gnade mir den beweis zu befehlen. Schiller 185a; vater, ehrfurcht befiehlt (gebietet) die tugend auch im bettlerkleid. 193b; im wirtshaus, befehlen sie wein? braten? Freilich lassen einzelne beispiele die bedeutung mandare, insofern das gebotene aufgetragen war, zu. Auch dies befehlen artet im höflichen umgang zu leerer formel aus: sie haben zu befehlen; was befehlen, wie befehlen sie? als frage, und was, wie sie befehlen als antwort.
3) erst seit dem 17. 18 jh. erscheint ein dem franz. commander nachgebildetes befehlen, imperare, mit acc. statt dat. der person = commandieren, beordern:

wann ihn (den wind) der Eolus ausz seiner weiten hölen
herfür läszt, dasz er kan das ganze meer befehlen.
Opitz 1, 38,

wo man das meer sich persönlich denke; ich hab meine kinder befohlen (her beordert), dasz sie beten. Schuppius 731; noch ehe die silberne drommete die befohlne mannschaft weckte. Lessing 2, 92; ew. gnaden haben die hofjuweliere befohlen. sie sind vor der thür. Göthe 14, 170;

befiehl den krieger in die schlacht,
das mädchen führe du zum reihen,
so ist gleich alles abgemacht. 41, 109;

und im hofstil: die räthe wurden vorgestellt und zur tafel

[Bd. 1, Sp. 1256]


befohlen; s. maj. geruhte sämtliche anwesende officiere zum ball zu befehlen.
 
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befehler, m. unüblich, aber im folgenden vorausgesetzt. s. DWB befehliger.
 
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befehlerisch, imperiosus, stolz, übermütig. s. befehlhaberisch.
 
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befehlgemäsz, adv. entgegengesetzt dem befehlwidrig:

doch pflichtgemäsz, befehlgemäsz zu handeln.
Göthe 4, 22.


 
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befehlhaber, m. der zu befehlen hat, der befehlhabende general, officier: von den obersten und andern befehlhabern. Kirchhof disc. mil. 43; eher ein siegsherr, als befehlhaber. Schuppius 404; der obriste befehlhaber. 522. früher befelchhaber, heute gewöhnlich befehlshaber. s. befehlichhaber, befelchhaber, befehlshaber.
 
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befehlich, m. mandatum, nicht aus befehl mit der endung -ich -lich abgeleitet, sondern nichts als befelch, mit eingeschobnem i. belege oben unter befehl angeführt.
 
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befehlichen, imperare: mehr zum beispiele als zum befehlichen. Lohenst. Arm. 1, 31. s. befehligen.
 
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befehlichhaber, m. was befehlhaber: amtleute oder befehlichhaber. Luthers br. 5, 796. pers. reiseb. 1, 3.
 
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befehlichshaber, m. dasselbe:

als er geordent nun und fürgestellet allen
befehlichshaber hab, nach seinem wolgefallen.
Werders Ariost 13, 82.


 
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befehlichsleute, pl. officiere: schickt der herzog zu den angenommenen rittmeistern und befehlichsleuten. Schweinichen 1, 190. s.befelschsleute.

 

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