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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
beerwolf bis beexcellenzen (Bd. 1, Sp. 1244 bis 1245)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) beerwolf, m. was bärwolf, werwolf: der satan nur schaden thut, beide der kirchen und policei, wie ein beerwolf. Luther 8, 213b; gott gebe dem bluthunde und beerwolf seinen lohn. Luthers br. 5, 345.
 
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beerwurz, f. athamanta meum, nnl. beerwortel.
 
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beessigen, aceto macerare: beessigte häringe. Garg. 55b.
 
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beest, f. und n. franz. bête, früher beste, im 17 jh. nach dem engl. beast, nnl. beest f. auch in hochdeutscher sprache versucht:

[Bd. 1, Sp. 1245]


die erst erfunden hat ein solchs abschewlich beest,
ch'immaginò si abbominosi ordigni.
Werders Ariost 11, 27,

von erfindung des geschützes redend;

wann mich gefressen hat die wunderböse beest,
se la fera
nel brutto ventre avesse avuto a porme. 11, 57.

auch nnl. wurde das wort anfangs weiblich, bald aber, wie heute allgemein, neutral gesetzt. könig Belsazer muste wie ein ander beest beim wild im feld laufen. Andreae buszposaune Eb. Stieler 210 nimmt an das beest, pl. die beester, und so schreibt man in Niedersachsen: 2 kühe, 2 fette beester (schlachtvieh), 2 stück junges hornvieh. in gebildetem hochdeutsch klingt aber das beest, du beest! gemein, und man sagt dafür die bestie, du bestie!
 
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beet, n. areola, nichts anders als bett (gramm. 1 ausg. 3. s. 216), und nur für die bedeutung des im feld und garten erhöht bearbeiteten bodens durch abweichende schreibung unterschieden; ahd. schrieb man petti areola, wurzpetti, pettili (Graff 3, 51), wie petti überhaupt, und noch Dasypodius überträgt area gartenbett oder krautstück, Maaler 157b gartenbett, gartenbettle, selbst Stieler 136 gartenbette, krautbette, so dasz beet erst eine erfindung des 17. 18 jh. ist, von der wurzel wird also unter bett gehandelt.
Wenn bei Schweinichen beet einigemal als maszbestimmung verwendet wird: drei bete breit vom klepper wegfallen. 1, 135; überrück den jählingen berg hinter (l. hinunter) vier beete breit kaulen (rollen). 1, 348; so weisz man, wie bei diesem schriftsteller insgemein, nicht, was dessen herausgeber an der schreibung ohne verstand geändert hat. Gryphius aber 2, 8 verwendet beet zum reim auf seet:

wo find ich mich? hier sind die beet,
die in den schwangern schosz verstecken,
was dessen milde faust ausseet,
der todt und leichen auf kan wecken.

Wiedeman octob. 26 aber

der acker ist die welt, wir alle sind die bäte,

was auf gedehnte aussprache schlieszen läszt. dort hat die kunst blumen in schön geordneten beeten gesamlet. Geszner;

im winter ziehn die städte
sich bunte blumenbeete.
C. F. Weisze;

das beet, schon lockerts
sich in die höh.
Göthe 3, 43,

wie man gerade auch sagt, das bett lockern, auflockern, aufschütteln; er will sie auf irgend ein beet des hofgartens verpflanzen. J. Paul uns. loge 1, 170; ist diese blume mit dem melonenheber des todes oder schicksals aus meinen biographischen beeten ausgestochen oder versetzt, so werf ich die federn weg. Hesp. 3, 24; das vermengte tulpenbeet der drei sonnenschirme (der drei vorüberfahrenden frauen) schimmerte lange zurück. Tit. 2, 216; kann es ein feld des wissens geben, worin nichts als beete voll unkraut blühten? bücherschau 1, 17.
 
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beetchen, n. areola, pulvinulus.
 
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beete, f. beta vulgaris, franz. bette, it. bieta, ags. bete, engl. beet, nnl. beet, ein fremdes wort, dessen hochdeutsche gestalt beesz, biesze erforderte, ahd. pioʒa, pieʒa (Graff 3, 233), bair. biesze, bieszen (Schm. 1, 211) oder auch beesze, bösze: nimm mier oder meier und beeten oder böze, betant nennen es die gelehrten, ist auch zweierlei, rothe und weisze. Hohberg 3, 242b. gewöhnlich aber heiszt es auf hochdeutsch mit schönerem namen mangold.

zwiebel, rettig, gurken, beet.
Brockes 9, 154.


 
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beetochse, m. der zur linken hand (gegen das beet gerichtet) pflügende ochse. vgl. gesch. der d. spr. 996.
 
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beetweise, adv. liratim.
 
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beewigen, immortalem reddere, gewöhnlich verewigen:

und ohne schlusz beewigt werden musz.
Abele 3, 290.

man sagte auch ewigen für legitimieren. Schm. 1, 131.
 
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beexcellenzen: dafür aber wurde ich so viel beexcellenzt, als ob ich der erste ordensgeneral wäre. Seume.

 

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