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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
beeidigen bis beelenden (Bd. 1, Sp. 1241 bis 1242)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) beeidigen, dasselbe: unparteiische und beeidigte leute. Hohberg 3, 25a; auf etwas beeidigt, in pflicht genommen werden; die verschwörer beeidigten ihr vorhaben. Klinger 7, 249, verbanden sich eidlich.
 
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beeifern, studere, operam dare: der alles will und nichts ertragt, alles wünscht und nichts beeifert. Dyanasore 5, 351. gewöhnlich sich beeifern: wie sollte er nicht geliebt werden, er, der immer bereit ist sich für die vortheile andrer zu beeifern. Wieland 1, 159; sich in die wette beeifern. 6, 159; für welche (religion) ihr liebhaber sich ungemein beeiferte. 6, 277; ein mann, der mit so viel enthusiasmus wie du, sich für andrer menschen bestes beeifert. 8, 234. vgl. ereifern.
 
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beeiferung, f. studium: so kann es nicht fehlen, dasz ihre nachahmungen nicht in vielen stücken übereinstimmen sollten, ohne dasz zwischen ihnen selbst die geringste nachahmung oder beeiferung gewesen. Lessing 6, 421; und alle beeiferung der nachfolgenden dichter. 7, 364; der beeiferung eines ehrlichen mannes nicht sehr würdig. 8, 479; die beeiferung sogar in den gleichgültigsten dingen sich von einander zu unterscheiden. Wieland 6, 289; positive erkenntnisse, welche

[Bd. 1, Sp. 1242]


das ziel der beeiferung der vernunft ausmachen. Kant 2, 595; denn beeiferung zur that gieng damals durch das christenthum. Dahlmann dän. gesch. 1, 41.
 
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beeilen, celerare, festinare, beschleunigen: den feldzug beeilen; man beeilte die hinrichtung des verurtheilten; sich beeilen etwas zu thun.
 
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beeinigen, conjungere, vereinigen:

so schaf, dasz wir beeinigt werden
dort in der frewdenkirchen dein. lob und dank abc. Frankf. 1664 s. 51.


 
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beeinträchtigen, nocere, injuriam facere alicui, eintrag thun (s. eintrag und eintracht): ob thierische begierde den geist in edleren geschäften und reinern vergnügungen beeinträchtigt. Wieland 3, 395.
 
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beeinträchtigung, f. damnum, injuria.
 
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beeisen, glacie obducere, mit eis überziehen, in eis hüllen:

der wind beeist das land.
Opitz 2, 71;

durch beeisten frost. Hugo Grot. 294;

jetzt, da die beeisten gebirge
und der einsame wald
stumm und menschenlos ruhn.
Klopstock 1, 76;

auch von des höchsten gebirgs beeisten zackigen gipfeln.
Göthe 1, 314;

ein alpenheer, beeist zu hauf. 4, 119;

am blumenleeren rande deines beeisten bordes. Fr. Müller 1, 130; überall, selbst nahe an den beeisten polen. Humboldt ans. der nat. 2, 3.
 
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beekeln, fastidire, reprehendere:

sein künstlicher geschmack beekelt seinen stand.
Haller;

ein männlein, das mit dünkeln und klügeln über allerlei gelehrte arbeit und schrift, auch wol meisterwerk seine lebenstage hat zubracht, geblinzt, und gethan, als obs sehn könnt, beekelt und gethan, als hätts ne zunge. Klopstock 12, 127.
 
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beekler, m. reprehensor: kühne erneuerer und beekler des alten. Klinger 3, 22. 11, 42.
 
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beelenden, commiserari, bemitleiden, bedauern: der aber lang zübelen (zwiebeln) schelet, dem laufen die augen hinden nach uber. also der andechtig, fleiszig mensch, der on ufhören an dem zwibelen der uppigen eer schelet und alwegen an der schelet der anfechtung schneidet, beelendet billich sich selber, das er so unvolkomen ist und so vol gebresten, das im auch dick die augen davon uberlaufen. Keisersb. baum der seligkeit 22d. 23a; das er sein jamer und not beelende. post. 2, 7b. 94b; wenn der bilger sicht, das die deller feiszt und wüst sint, die drinkgeschirr unsufer, suppen und musz ermlich, so beelendet (jammert) es in, und gedenkt, werestu doheim. christl. bilger 206; er beellend sich selbs (fühlt sich fremd). 207. so noch in der Schweiz: es belendet mich, macht mich mitleidig; er belendet mich, ich erbarme mich sein. Stald. 1, 342. ich weisz nichts, das mir fält, weder (als) dasz ich mich beellende, dasz ich meine junge tag so ubel angelegt habe. Frey garteng. cap. 75. vgl. DWB barmen, gedeutet bearmen.

 

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