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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bedornen bis bedräuer (Bd. 1, Sp. 1235 bis 1236)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bedornen, spinis conserere, zumal im part. praet. bedornt. Brockes 8, 108; keine mit lebensgefahr und straszenraub bedornte reise. Herder 6, 299;

den hohen bedorneten thron (der rose).
Kleist 2, 17;

bedornte rosen.
Uz 1, 17;

die bedornte bahn des lebens.
Gotter 1, 7;

da pflückt ich am bedornten see
zum strausz ihr unter spätem schnee
blau roth und weiszen güldenklee.
Voss 4, 87;

die bienen bedornten die rosenkelche mit neuen stacheln. J. Paul Kamp. 35; wie emsig er aus jedem bedornten oder gestachelten tadel den honig der besserung saugt. uns. loge xxxvii. mhd. bedürnen.
 
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bedörnern, dasselbe: er legt sich auf eine bedörnerte bank. Wiedemann juni 108.
 
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bedösen, deludere, circumvenire, ein seltnes, zum ahd. dôsen, ferdôsen, disperdere, corrumpere (Graff 5, 229) stimmendes wort, dem mhd. diusen (Ben. 1, 372b) verwandt:

nun war dem fürsten wol bewüst,
das doch der abt
solch hohe frag nicht würd auflösen,
drumb wolt er in also bedösen.
Waldis 3, 92.

vgl. DWB bedusseln.
 
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bedrang, m. vexatio. Haltaus 113: söllichen bedrang ist uns nit möglich länger zu leiden. Hutten 5, 432; ich hoff zu gott, wir werden aus bisher deines keisers geübten bedrang uns schierst zu solcher besserung unverdrieszlich schicken. unterrede und anschlege zur kriegsordnung widder die Türken. Wittemb. 1527. E 3b;

bedrang der vögt die leut erschreckt,
und ward der Schweizer bund erweckt.
Schwarzenberg 116, 1;

auf dasz er nicht am trinken, auch sonsten der hitz halber

[Bd. 1, Sp. 1236]


betrang leiden muste. Kirchhof wendunm. 138a; ist dem feind schädlich, thut auch herter bedrang und anstösz. Fronsp. kriegsb. 1, 163a. bei Fischart erscheint das wort weiblich: einige betrang und überlast zufügen. Garg. 261b. heute unüblich, und durch das einfache drang oder drangsal vertreten.
 
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bedränge, n. pressus, angustiae, gedränge:

die welt hat groszen mängel (so), die welt hat grosze menge
an frölichem vergnügen, an kläglichem bedränge.
Logau 3, zugabe 82.


 
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bedrängen, bedrangen, angere, vexare: darumb gebiete ich dir und sage, das du deine hand aufthust deinem bruder, der bedrenget und arm ist in deinem lande. 5 Mos. 15, 11; trit zu mir und tödte mich, denn ich bin bedrenget umbher und mein leben ist noch ganz in mir. 2 Sam. 1, 9; damit sie ire feinde und die so nach irem leben stehen, bedrengen werden. Jer. 19, 9; wen gefahr des leibs bedrangt (: anlangt). Kirchhof wendunm. 105b;

der, den das theure blut des lammes hat besprenget,
wird von den wölfen zwar geängstet und bedränget.
Logau 1, 6, 13;

der kleine haufe, von allen seiten bedrängt, muste sich ergeben; wo ehemänner einen begrif von dem bedrängten zustande eines unverheirateten wolgesinnten jünglings hätten. Göthe 14, 89; er ist in sehr bedrängten umständen.
 
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bedränglich, urgens, affligens: es ist auch ein ding in der nähen allwegen würklicher und anrürlicher. dann was ferrn hindan ist, das ist nicht bedrenglich. Paracelsus 1, 927b;

und was bedrängliches guten städten grimmig droht.
Göthe 41, 203.


 
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bedrängnis, f. und n. sollichs alles mst der herzog dem keiser durch bedrangknus versprechen. Aimon D; die von Montabon litten solche bedranknus. X; in diesem bedrängnisse verfiel Civitella auf das spiel. Schiller 744; wie sie sich aus gegenwärtigem bedrängnisse ziehen sollte. 837; damit das bedrängnis vollkommen würde. 900; in diesem physischen bedrängnisse. 1130.
 
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bedrängung, bedrangung, f. keine not, bedrangung, geschütz treibet eine festung so hart zur ergebung als eben mangel an wasser. Kirchhof mil. disc. 166; denselben (gott) in allen bedrangungen anrufen. 172b; ein feind aller ungerechten bedrängungen. Rabener 3, 72.
 
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bedräuen, comminari, bedrohen, über das verhältnis beider formen wird beim einfachen dräuen und drohen gesprochen. Luther schreibt drewen und bedrewen, was freilich neuere ausgaben der bibel in drohen, bedrohen wandeln: und stund auf und bedrewete den wind und das meer, da ward es ganz stille. Matth. 8, 26; und Jesus bedrewete sie und sprach, sehet zu, das es niemand erfare. 9, 30; und bedrewete sie, das sie in nicht meldeten. 12, 16; und Jesus bedrewet in und der teufel fuhr aus von im. 17, 18 u. s. w.; unglück zu vermeiden bedräuwet ward. Kirchhof wendunm. 215b; was für eine polizei das sein soll, wodurch allen den übeln vorgebeugt werden könnte, womit uns die schwarzgelben sittenlehrer so fürchterlich bedräut haben. Wieland 6, 74; um den staat mit gefährlichen unruhen zu bedräuen. 6, 280;

starrt mit erschrocknem blicke
den ritter an, und findet, da er ihn
für den erkennt, mit dem ihn sein geschick
vorlängst bedräut, für rathsam abzuziehn. 17, 73;

läszt fürwahr die trauten kindelein
gefahr und leid nicht eben leicht bedräun.
Bürger 28b;

bei gefahr und noth,
die meinen liebling, die mich selbst bedräut
Göthe 9, 285.

tadelhaft fügen einige zu bedrohen, wie zu drohen, den dat. statt des acc. der person: bald bedräuten erdbeben der natur den untergang. Gökingk 2, 73.
 
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bedräuer, m. schreck euch kein bedräuer! Rückert 46.

 

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