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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bedingnis bis bedrang (Bd. 1, Sp. 1235)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bedingnis, f. und n. conditio: zum richtigen empfinden ist richtig denken eine unentbehrliche bedingnis. Wieland 6, 97; die freiheit ist das unentbehrlichste bedingnis der glückseligkeit. 25, 126;

doch mit bedingnis, dir die zeit
durch meine kûnste würdig zu vertreiben.
Göthe 12, 74;

er hielt dieses bedingnis für sehr vortheilhaft. 30, 72; jeden einzelnen fall recht als einen einzelnen aus seinen fernen und nächsten bedingnissen herausgestalteten zu erwägen. Tieck ges. nov. 2, 85.
 
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bedingtheit, f.: die schüler lernen eine wie die andre (kunst) in ihrer bedingtheit kennen. Göthe 22, 158; zwar gab die ungleichheit des terrains die schönste gelegenheit aus der nothwendigen bedingtheit des locals die forderungen des zweckes zu erfüllen. 31, 162.
 
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bedingtleute, homines sub conditione recepti: er wöll dann vileicht alles zu der hofwarter, bedingtleuten und gültbawren genad setzen. Sebitz feldb. 26.
 
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bedingung, f. conditio, das bedingende und bedingte, erst in den letzten jahrhunderten üblich geworden, auch nnl. unbekannt: bedingungen machen, stellen, feststellen, vorschreiben, halten, brechen, annehmen, ausschlagen, verwerfen, sich gefallen lassen; es soll nur unter der, unter keiner andern bedingung geschehen; es erfolgt unter den ehrenvollsten bedingungen; bedingung eingehen (capitulieren). Opitz Arg. 2, 431;

den flug
des denkens hemme ferner keine schranke,
als die bedingung endlicher naturen.
Schiller 279b;

so müsse man in seinem eignen Wien
dem kaiser die bedingung machen. 351;

sie sind auf jegliche bedingung mein. 363b;

ich kann hiezu einen mir bekannten feldchirurgus vorschlagen, der jetzt um leidliche bedingung (lohn) zu haben ist. Göthe 17, 44; es gehört zu den traurigsten bedingungen, unter denen wir leiden, uns nicht allein durch den tod, sondern auch durch das leben von denen getrennt zu sehen, die wir am meisten schätzen. an Zelter 70; ich habe späterhin der welt und ihren bedingungen gelebt, aber in jenen tagen lebte ich dir und mir. Tieck ges. nov. 3, 239.
 
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bedingungslos, sine conditione.
 
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bedingungsweise, cum conditione.
 
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bedonnern, wie andonnern und verdonnern: er stand da ganz bedonnert, ahd. pidonarôt. Graff 5, 150.
 
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bedornen, spinis conserere, zumal im part. praet. bedornt. Brockes 8, 108; keine mit lebensgefahr und straszenraub bedornte reise. Herder 6, 299;

den hohen bedorneten thron (der rose).
Kleist 2, 17;

bedornte rosen.
Uz 1, 17;

die bedornte bahn des lebens.
Gotter 1, 7;

da pflückt ich am bedornten see
zum strausz ihr unter spätem schnee
blau roth und weiszen güldenklee.
Voss 4, 87;

die bienen bedornten die rosenkelche mit neuen stacheln. J. Paul Kamp. 35; wie emsig er aus jedem bedornten oder gestachelten tadel den honig der besserung saugt. uns. loge xxxvii. mhd. bedürnen.
 
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bedörnern, dasselbe: er legt sich auf eine bedörnerte bank. Wiedemann juni 108.
 
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bedösen, deludere, circumvenire, ein seltnes, zum ahd. dôsen, ferdôsen, disperdere, corrumpere (Graff 5, 229) stimmendes wort, dem mhd. diusen (Ben. 1, 372b) verwandt:

nun war dem fürsten wol bewüst,
das doch der abt
solch hohe frag nicht würd auflösen,
drumb wolt er in also bedösen.
Waldis 3, 92.

vgl. DWB bedusseln.
 
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bedrang, m. vexatio. Haltaus 113: söllichen bedrang ist uns nit möglich länger zu leiden. Hutten 5, 432; ich hoff zu gott, wir werden aus bisher deines keisers geübten bedrang uns schierst zu solcher besserung unverdrieszlich schicken. unterrede und anschlege zur kriegsordnung widder die Türken. Wittemb. 1527. E 3b;

bedrang der vögt die leut erschreckt,
und ward der Schweizer bund erweckt.
Schwarzenberg 116, 1;

auf dasz er nicht am trinken, auch sonsten der hitz halber

[Bd. 1, Sp. 1236]


betrang leiden muste. Kirchhof wendunm. 138a; ist dem feind schädlich, thut auch herter bedrang und anstösz. Fronsp. kriegsb. 1, 163a. bei Fischart erscheint das wort weiblich: einige betrang und überlast zufügen. Garg. 261b. heute unüblich, und durch das einfache drang oder drangsal vertreten.

 

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