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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bedeut bis bedeutsamkeit (Bd. 1, Sp. 1224 bis 1230)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bedeut, significatus, für bedeutet, auf mhd. weise, zumal wenn flexion hinzutritt: wer nun dise figur und bedeutung für das bedeut ding nimpt u. haben wil. Frank weltb. 124a;

sonder wie die lilg hat kein dorn,
die bei der kronen ist bedeut.
Ayrer 129a;

als ich mehr bedeutes instrument gebrauchte. Simpl. 1, 249;

[Bd. 1, Sp. 1225]


den rubin, der auch des bedeuten juden gewesen. 1, 401; umb bedeute zeit. Schuppius 557. auf ein mhd. adj. bediute, nach analogie von gediute (Ben. 1, 327b), läszt sich nicht zurückgehen. man sehe unter den belegen des folgenden worts bedeut = bedeutet.
 
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bedeuten , significare, mhd. bediuten (Ben. 1, 328a), nnl. bediuden, schw. betyda, dän. betyde, ein wort der häufigsten anwendung, von dessen ursprung unter dem einfachen deuten zu handeln ist.
1) etwas bedeuten, bezeichnen, ausdrücken in unsrer sprache, von fremden oder auch dunkeln, mehrdeutigen wörtern: diser Jacob bedütet uns ein frummen glatten menschen. Keisersb. sünden des munds 16a; in latin transiliens, aber in teutschem so bedeut er Jhesum Christum. 86b; Ezechiel bedeut einen menschen, der noch nit doben (droben) ist. 86b; wa da stot ve (vae!) in der geschrift, bedütet ewige verdamnis. 34a; ich antwort kürzlich, das das wörtlin rat bedeut nit einerlei, ... wan das wörtlin kressen bedeut fisch (cyprinus gobio) und bedeut auch kraut, das man iszt zu dem salat (lepidium), also ist es auch mit dem wörtlin rat. 57b; rat bedeut erschen und einer sach nach gedenken, ob es gt sei, aber zu dem andern so bedeutet das wort rat das das ietz funden ist durch den ersten rat, da man lang erscht und funden hat, zu dem driten bedeut das wörtlin rat 'ich rat dir, das du das thüst', nun wiltu gern, so nim das vierd auch, so bedeut das wörtlin rat die menschen alle samen, die z einem rat gehoren. 58a; die retterschen gibt man etwan uf mit züchtigen worten und bedeuten schampers, etwan gibt man sie uf mit schamperen worten und bedeuten nichts unzüchtiges. 61b; aber scandalum ist auch schand und bedeut ein strauchstein, den einer einem darlegt, das er daruber fall. 62a; das ist aber die schrift alda verzeichent mene mene tekel upharsin, und sie bedeutet dis. Dan. 5, 25; das griechische wort hieroglyphe bedeutet eingehauene heilige schrift. Diesem bedeuten entspricht nun das einfache deuten, ausdeuten, auslegen, interpretari: ich will dir das fremde, dunkle wort deuten, sagen was es bedeute. ungewöhnlicher, doch auch statthaft ist: ich will dir das fremde wort bedeuten, dolmetschen;

wolt ihr die weissagung verstan,
so müst ir sie also bedeuten.
Ayrer 243b.


2) bedeuten, von sachen, ohne bezug auf worte: der herr hat nit wellen lassen seinen geliszmeten (gestrickten) rock (tunicam inconsutilem) zerteilen, der da bedeutet die christenheit. Keisersb. sünden des munds 48b; wo der reif des vilgeschwetz ist auszgesteckt, das bedeut, das man da narrheit und thorheit schenkt. 75b; das aber dem Pharao zum andernmal getreumet hat, bedeut, das solchs gott gewislich und eilend thun wird. 1 Mos. 41, 32; redet ir doch davon wie der gemeine pöbel, und merkt nicht was jener wesen bedeutet. Hiob 21, 29; und ich befalh, das alle weisen zu Babel für mich her aufbracht würden, das sie mir sagten, was der traum bedeutet. Dan. 4, 3; die warheit, die dadurch bedeutet ist. Luther 3, 13b; das innerliche, das darin bedeutet ist. 3, 14; mit sollichen verborgen worten zu bedeutten, das die nit iederman kundt verston. Reuchlin augensp. 10b; wird die radix cubica in disem algorithmo bedeut durch sollichen character. Mich. Stifels coss. 97;

durch dise gleichnus wirt bedeut
geringe zal recht gter leut.
Schwarzenberg 129, 1;

dadurch figürlich wirt bedeut
wie geistlich streiten frumme leut. 153b;

meine seele, die bedeutet wirt bei dem vierten finger, und mein leib, der bedeutet wirt bei dem fünften finger (des schwörenden). Reutter kriegsordn. 22; auch wirft man gleich darauf oblaten herab, das himelbrot zu bedeuten. Fischart bienenk. 150b;

und solch unser freud zu bedeuten,
so lassen wir all glocken leuten.
Ayrer 291a;

die herschaft war durch ein diadema bedeutet in einem alten gemälde. Winkelmann 2, 541; durch den einflusz des himmels bedeuten wir die wirkung der verschiedenen lage der länder in die bildung der einwohner. 3, 46; und am ende hat niemand die wahre form der toga gezeiget, welche allerdings schwer zu bedeuten ist. 5, 72;

versteh noch weniger, was sie damit
bedeuten: Semele vermag bei Zeus so viel.
Schiller 14;

[Bd. 1, Sp. 1226]



sehn wir doch das grosze aller zeiten
auf den bretern, die die welt bedeuten,
sinnvoll still an uns vorüber gehn. 52a;

freude dieser stadt bedeute,
friede sei ihr erst geläute. 80;

das wird bedeutet durch den runden hut. 353;

es ist eine allgemeine quelle unsers unglücks, dasz wir glauben, die dinge wären das wirklich, was sie doch nur bedeuten. Lichtenberg 2, 154. Häufig vorbedeuten, voraus sagen: donnerts in diesem monat, so bedeuts viel regen und wind; so diese fisch auszer dem wasser fliegen, so sollen sie ungewitter bedeuten. Forer fischb. 17a.
3) was, etwas, viel, wenig, nichts bedeuten = auf sich haben (sp. 616), zu sagen haben: was hat das zu bedeuten? was heiszt das? was soll diese rede bedeuten? quid sibi vult haec oratio? was bedeutet das rennen in den straszen? was ist damit gemeint?; so ist sein mund die porten des himels, die sol nit ufgon, es bedeut dan etwas redlichs oder etwas hochs. Keisersb. sünden des munds 50b;

die hasen hatten ja vorzeiten
weit mehr, als itzo, zu bedeuten.
Hagedorn 2, 34;

o dies hat nichts zu bedeuten (nihil valet).
Wieland 1, 185;

das hat nichts zu bedeuten (nullius est momenti). 1, 223;

das biszchen gärtnerei, womit ich mich zuweilen abgebe, hat nichts zu bedeuten. 8, 271; ob ein paar jahre früher oder später, hat wenig zu bedeuten. 8, 280;

es bildet
nur das leben den mann und wenig bedeuten die worte.
Göthe 1, 337;

das kann nun weiter nichts bedeuten,
gnug, so nehm ich euch nicht zu leuten. 13, 110;

und bringen wir die brücke nicht zusammen,
so will der ganze park nichts bedeuten. 14, 39;

wenn sie sprach, war sie angenehm und natürlich, hingegen wenn sie schwieg, schien sie etwas bedeuten zu wollen. 27, 14; dieser staatsmann, unter allen andern, hat das meiste zu bedeuten. vgl. bedeutend.
4) einen bedeuten, anweisen, zurechtweisen, belehren, warnen: sie schickte sogleich ihre vertraute an Aruja ab, um ihr den anschlag, der gegen sie im werke sei, zu entdecken und sie zu bedeuten, dasz sie noch in dieser nacht aus Dehly entfliehen müsse. Wieland 8, 451; sie machten einen spaziergang durch äcker, wiesen und einige baumgärten. Therese bedeutete den verwalter in allem, sie konnte ihm von jeder kleinigkeit rechenschaft geben. Göthe 20, 42; auf diese erklärung entwarf der abbé sogleich seinen plan. so bedeutete er auch den markese. 20, 285; als dieser bedeutete, sie möchten nun zu fusze sich dem thore nähern. 21, 174; fragte, was es gebe? sie bedeutete ihn, ich stand auf. 25, 355; die sogenannte entenmuschel erinnert uns gleich an eine bivalve. allein schnell werden wir bedeutet, hier sei von einer mehrheit die rede. 55, 327; wenn sie doch gelegentlich Herdern bedeuten wollten, dasz er noch keine horenstücke haben kann. Schiller an Göthe 220; seine wächter bedeuteten ihn, er sollte sich auf die nahen qualen rüsten. Klinger 4, 274;

herzlieber gmahl, lasz dich bedeuten.
Ayrer 369a;

so laszt euch bedeuten, herr richter. Göthe 14, 300; er läszt sich nicht bedeuten, versteht die weisung nicht.
5) einem etwas bedeuten, andeuten, anzeigen, verkünden:

neue mer ich euch bedeut. fastn. sp. 595, 4;

also bedeut ich dir dieses, beliebts, unruhige, dir noch
heute des Kronos reich, da unten waltend zu theilen.
Göthe 20, 354;

Paulet überliefert der amme ein schmuckkästchen nebst einem papier und bedeutet ihr durch zeichen, dasz es ein verzeichnis der gebrachten dinge enthalte. Schiller 439b; zugleich liesz sie der bürgerschaft bedeuten, dasz dem ersten, der es wagen würde, einer öffentlichen predigt beizuwohnen, der galgen gewis sei. 835a; und nun eröfnete sie mir den ganzen vorgang, bedeutete mir was sie um meinetwillen fürchtete. Klinger 4, 28; der bote bedeutete ihm, ohne geräusch und begleitung nachzufolgen. 5, 188; Leviathan winkte einem kammerherrn, einen sessel herbeizubringen und bedeutete ihm zugleich, ihn zur seite zu stellen. 10, 268; herr secretär, bedeuten sie doch einmal den leuten. Tieck 3, 4.
 
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bedeuten, n. significatio, monitio: der (quorum) bedeuten und figur si gewon waren z versteen. Frank weltb. 6a;

da ergreift ihn der worte bedeuten.
Schiller 70;

[Bd. 1, Sp. 1227]


die aldermänner schickten dem de la Popepiere einen wegweiser mit dem bedeuten, dasz er sich diesem zuverlässigen und mit den kürzesten wegen wol bekannten manne sogleich nach dessen ankunft anvertrauen möchte. Klopstock 12, 301.
 
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bedeutend, significans, insignis, magnus. dies participium brauchte gar nicht eigens aufgeführt zu werden, wenn es nur die erste bedeutung behalten hätte. in solchem sinn sagt Luther: das brot, so wir brechen, ist die gemeinschaft des bedeutenden leibs Christi. 3, 506b; hat er selbs einen bedeutenden leib, so musz er sie auch einen bedeutenden leib lassen sein. daselbst. auf diese weise noch schriftsteller des vorigen jh.: sie (muscheln als verzierung) können also an vielen orten schön, ja bedeutend sein. Winkelmann 1, 204; an allen orten, wo dieses bild nicht entweder auf menschenliebe oder auf hülfe und schutz, welchen künstler wie Arion finden, zielen kann, würde es nicht bedeutend sein (d. i. unbedeutend, insignificant). 1, 207; eines bildes, welches mit so wenig zeichen als möglich ist, die zu bedeutende sache (rem significandam) ausdrücke. 2, 484; so wurde die zeichnung regelmäszig, aber eckig, bedeutend, aber hart, und vielmals übertrieben. 3, 20; ihre miene ist im ausdrucke der freundlichkeit, des scherzes bedeutender und einnehmender. Kant 7, 405 (1764); ein bloszes hülfsmittel der religion, die bei den sinnlichen vorstellungen, die sie ihr (der kunst) aufgab, mehr auf das bedeutende als auf das schöne sahe. Lessing 6, 436; man könnte einwenden, dasz dergleichen bedeutende (einen sinn habende) namen wol nur eine erfindung der neueren griechischen komödie sein dürften, deren dichtern es ernstlich verboten war, sich wahrer namen zu bedienen. 7, 404. Schiller setzt es mit andern wörtern zusammen:

euer zeugnis
des vielbedeutenden, gewaltgen lords. 421;

die nichtsbedeutendsten kleinigkeiten werden dadurch wichtig. 862.
Göthe aber führt das wort zu oft im munde, als dasz es nicht aus der lebhafteren vorstellung des andeutenden, ahnen lassenden (s. ahnungsvoll) unvermerkt, obwol unverschwendet in die abgezogenere des wichtigen, entscheidenden, ausgezeichneten, groszen übergegangen wäre, und so herscht es seitdem in der sprache (während ihr früher unbedeutend, wie noch jetzt der französischen insignifiant, geläufiger war als bedeutend, signifiant), was wiederum zahlreiche stellen darthun sollen:

fürsten prägen so oft auf kaum versilbertes kupfer
ihr bedeutendes bild, lange betrügt sich das volk. 1, 364;

der augenblick, da ich zuerst ihn sah,
war viel bedeutend. 9, 177;

wenn dir die menge, gutes, edles kind,
bedeutend scheinen mag, so tadl ichs nicht.
sie ist bedeutend, mehr noch aber sinds
die wenigen, geschaffen dieser menge
durch wirken, bilden, herschen vorzustehn. 9, 264;

bedeutender gebärde dringend streben. 9, 265;

so neu, so bedeutend ist mir alles. 10, 137; bin ichs? die zerschlagene, die zerrissene, die in der bedeutenden stunde so ruhig, so muthig ist? 10, 164;

bedeutend ists zu gleicher zeit und wirklich auch. 11, 305;

weil aber das besondre, wenn es nur zugleich
bedeutend ist, auch als ein allgemeines wirkt. 11, 323;

sie (die schilde) schienen hier nicht ahnenstolz zu prangen,
ein jedes schien bedeutend und gewählt. 13, 188;

wir fiengen an, und es wurden gleich einige bedeutende paare gezogen. 16, 207; felsen, welche senkrecht den letzten wasserspiegel entschieden bekränzten und ihre bedeutenden formen auf der oberfläche desselben abbildeten. 17, 31; so folgte der hauptmann mit Charlotten in bedeutender unterhaltung der spur jener rascheren vorgänge. 17, 81; diese wunderbaren ereignisse schienen ihr eine bedeutende zukunft, aber keine unglückliche zu weissagen. 17, 162; wir spielen mit voraussagungen, ahnungen und träumen und machen dadurch das alltägliche leben bedeutend. aber wenn das leben nun selbst bedeutend wird, wenn alles um uns sich bewegt und braust, dann wird das gewitter durch jene gespenster nur noch fürchterlicher. 17, 191; ihr regelmäsziges und doch bedeutendes gesicht. 17, 252; eine bedeutende musik spannte die erwartung. 17, 253; nahm er an allem theil, was dem leben zur zierde gereichen und es bedeutend machen kann. 17, 315; kleinigkeiten, die er in bedeutenden augenblicken von Marianen erhalten. 18, 124; so wechselte die gräfin mit Wilhelm bedeutende blicke über die kluft der geburt hinüber.

[Bd. 1, Sp. 1228]


18, 285; er vermied eine eigentliche erzählung und liesz nur in bedeutenden und mystischen ausdrücken dasjenige, was ihm begegnet sein könnte, erraten. 19, 8; er (Hamlet) schlieszt mit dem bedeutenden seufzer, die zeit ist aus dem gelenke. 19, 75; den fremden, der in jener bedeutenden nacht sich mit ihm unterhalten. 20, 122; mit einem fremden, dessen gestalt und wesen bedeutend, ernsthaft und auffallend war. 20, 286; was ihn eigentlich ganz unkenntlich machte, war, dasz an seinem bedeutenden gesichte die züge des alters nicht mehr erschienen. 20, 286; im schatten eines mächtigen felsen sasz Wilhelm an grauser, bedeutender stelle, wo sich der steile gebirgsweg um eine ecke herum schnell nach der tiefe wendete. 21, 3; was nützt, ist nur ein theil des bedeutenden, um einen gegenstand ganz zu besitzen, musz man ihn um sein selbst willen studieren. 21, 49; das bedeutende kästchen steht vor mir. 23, 233; bedeutender ort. 24, 28; zu dem brückenthore kamen die bedeutendsten züge herein. 24, 32; bedeutende handelsstädte. 24, 33; mit manchem, für einen knaben bedeutenden geldgeschenke. 24, 46; so war mein junges gehirn schnell genug mit einer menge von bedeutenden und wunderbaren gestalten und ereignissen angefüllt. 24, 50; nicht weniger war uns ein maulbeerbaum bedeutend. 24, 55; bedeutende träume. 24, 57; so dasz es recht heiter und zugleich bedeutend genug aussah. 24, 64; bedeutende zustände des menschlichen lebens. 24, 108; so grosze schicksale, so bedeutende veränderungen. 24, 111; der einen verzierten blumentopf mit den bedeutendsten blumen nach der natur darstellen sollte. 24, 243; die züge ihres gesichts, weder bedeutend noch schön, sprachen von einem wesen, das weder mit sich einig war noch werden konnte. 25, 23; die bedeutende puppenspielfabel des andern (Faust). 25, 314; ich war wegen eines glücklichen freien bedeutenden vorlesens berühmt. 30, 248; lieszen wir uns an eine bekannte bedeutende stelle führen, wo mit einiger vorsicht gar vieles zu übersehen war. 30, 204; unter allen diesen erscheinungen that sich eine zwar nur auf kürzere zeit, aber bedeutend und auffallend hervor. 31, 176; grosz und bedeutend, manigfaltig. 33, 29; dasz er als ein vorzüglicher mensch sie ins gefolge seines bedeutenden daseins mit aufnahm. 33, 134; die ableitung führt ihn auf das bedeutende des wortes. 33, 161; man findet mehrere sinnlich bedeutende und wolklingende worte. 33, 173; bedeutende mordgeschichte. 33, 193; bedeutendes motiv kurz abgefertigt. 33, 193; ein sonderbarer, aber für den gesang ein bedeutender vortrag. 33, 193; er ersetze das gleichgültige allgemeine durch bedeutendes besonderes. 33, 220; zu eigener herstellung dieses bedeutenden lebens und charakters aufgefordert wird. 37, 15; das andenken merkwürdiger menschen, sowie die gegenwart bedeutender kunstwerke. 37, 17; der graf Bünau, der als particulier nur ein bedeutendes buch weniger hätte kaufen dürfen. 37, 28;

aber du sagtest drauf mit freundlich bedeutenden worten. 40, 250;

sein zorn ist nach tische,
wo er heftiger spricht und anderer gründe bezweifelt,
nie bedeutend. 40, 275;

durch dein wort verführt und deine bedeutenden reden. 40, 269;

mit bedeutenden blicken und mit besondern gedanken. 40, 314;

er findet sein grab in der nähe eines andern, freilich mehr bedeutenden, aber mit ihm eigens verwandten pilgermannes. 45, 259; während der arbeit an dieser höchst bedeutenden trilogie. 46, 265; die vorrede ist höchst bedeutend. 46, 266;

ein bedeutend ernst geschick
waltet übers leben. 47, 133;

nachdem sie verschiedene bedeutende anträge, aber von unbedeutenden männern, von solchen, die sie verabscheute, ausgeschlagen hatte. 48, 101 und hier sehr oft.
Diese aufmerksamkeit forderte Göthes stil. die ausgehobnen beispiele lassen gewahren, dasz der gebrauch eines zum nahe liegenden lieblingsworte gediehenen ausdrucks mit der gemächlichkeit der göthischen späteren schreibart stieg. früher erscheint es sparsam, und in den wahlverwandtschaften, in der lebensbeschreibung und den recensionen weit öfter als im Meister. des wortes ursprünglicher sinn war dem dichter stets zur hand, wie er z. b. an Schiller 165 schreibt: das gedicht ist gar schön gerathen, die gegenwart und die allegorie, die einbildungskraft und die empfindung, das bedeutende und die deutung schlingen sich in einander.

[Bd. 1, Sp. 1229]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bedeutend, adv. significanter, insigniter, valde:

nenne, wenn du es darfst vor einem sterblichen, deinen
göttlichen namen, wo nicht, rege bedeutend mich auf,
dasz ich fühle, welche du seist von den ewigen töchtern Zeus.
Göthe 1, 315;

o meine liebe, was bedeutend schmückt,
es ist durchaus gefährlich. 9, 302;

und so antwortete sie bedeutend auf jede unschuldige, leichte frage. 20, 158; auch der vater unsers herrn hatte sich dort bedeutend angesiedelt. 21, 121; was von ihm ausgieng wirkte, wenn auch nicht erfreulich, doch bedeutend. 25, 314; ein so bedeutend durchlebter, völlig fremder zustand. 29, 90;

da versetzte bedeutend die gute verständige mutter. 40, 269;

da versetzte der vater und that bedeutend den mund auf. 40, 282;

nur hie und da bedeutend funkelt
ein rother, ahnungsvoller schein. 41, 275;

zuletzt sah ihn der polizeiinspector Herprecht sehr bedeutend an. J. Paul flegelj. 1, 8; das kind blickt ihm immer bedeutender ins gesicht. Tit. 2, 55. doch läszt sich in einzelnen stellen bedeutend auch für den nom. des particips nehmen.
 
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bedeutenheit, f. auctoritas, für bedeutendheit, nach falscher analogie von anwesenheit, befangenheit, beklommenheit, die mit dem part. praet. gebildet sind: um uns ähnliche persönlichkeiten und charaktere mit leichter bedeutenheit vorzuspiegeln. Göthe 46, 10.
 
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bedeutlich, significans, sagte man früher für bedeutend und deutlich: merk bedeutlich mit deinem erstockten herzen. Keisersb. anheb. mensch 6; nicht wesentlich und gegenwärtiglich, sonder allein figurlich und bedeutlich. reichsabsch. von 1530 §. 12; der bapst macht dreierlei unterscheid der kirchen, erstlich eine wesentliche, d. i. der kirchencörper und leib, zum andern eine bedeutliche, das sind die cardinäl. Luthers tischr. 191a; jetzt schreiben sie, es sei ein mysteriale, d. i. ein bedeutlich opfer. 255b; ob sie das sacrament des altars allein für ein bedeutlich sacrament und nicht für den waren leib und blut Christi halten. Melanchthon im corp. d. chr. 874; welcher das brot ein figürlichen oder bedeutlichen leib nennet. Melanchth. vom streit des h. nachtmals. Regensb. 1560; die ziffern 1—9 sind bedeutlich und die zehende 0 ist unbedeutlich. Mich. Stifel coss. 1; das ist in der gemein also bedeutlicher zu verstehn. Paracelsus 1, 51b; und nachforschen den natürlichen dingen, so der augen gesicht nicht begreift, und doch so bedeutlich vor ihnen stehet. 1, 86a; als ein harn von einem menschen im glas, so da offenbar ist dieselbig krankheit so bedeutlich, als einer sich selbst im spiegel sicht. 2, 386b; solchs aber mit bedeutlicher auslegung zu erkennen, folgend hernach eins jeglichen species sonderliche generation. chirurg. schr. 82b; ob etwann ein kind krank würd einer andern krankheit, dann bedeutlich seine eltern gehabt hetten. 196a; bedeutliche wunderzeichen. Rihel Liv. 20. stirbt allmälich aus, doch von Stieler 310 noch angeführt.
 
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bedeutlichkeit, f. eine bedeutlichkeit der wahrheit in den handlungen. Hagedorn.
 
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bedeutnis, n. f. significatio: gesicht, träum und bedeutnus. Keisersb. ausg. der juden H 3; Judas ist ein verjeher gotes in siner bedeutnus. J 5; sihe umb der ehre willen, das vermischung mans und weibs ein so grosz ding bedeutnis genieszen. Luther 1, 170b; das sölicher namen bedäutnus aus unwissenheit der sprach gar wenig oder so vil als nichts verstanden. Stumpf 1, 172a; die null mehret der andern figuren (ziffern) bedeutnis (geltung), wa sie inen fürgesetzt wirt. Mich. Stifel coss. 1; durch solliche practiken kompt an den tag der werd und die bedeutnis der erstgesetzten radix. 140; die figur, schatten und bedeutnus für das bedeut ding rümend. Frank weltb. 124a; dasz die somnia und visiones recht verstanden werden, dann ohne bedeutnus seind sie nicht. Paracelsus 2, 422b; in gleicher bedeutnus hat Pharao den Joseph über alles erhöcht. Reiszner Jerus. 1, 28a; das bild der Venus stund zu sondrer sinnreicher bedeutnus auf einer schildkrotschalen. Fischart ehz. 40; was ist Melchisedech anders gewesen dann ein figur und bedeutnus des papstes. bienenk. 74b; glaubt ir auch, das der blind Homer auf die lätze bedeutnussen, gekrümte allegorien, verwänte gleichnussen gesehen habe? Garg. 22a;

und wenn die guten — sag ichs nur gerührt —
die uns der welt bedeutnisse gegeben,
vorüber sind, so sei zu lust und leben
was sie vermocht vor diesen tag geführt.
Göthe 4, 27.

[Bd. 1, Sp. 1230]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bedeutsam, was bedeutend, etwas nachdrücklicher: in der hand bedeutsam ein blaublühendes eryngium, im deutschen mannstreue genannt. Göthe 26, 219.
 
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bedeutsamkeit, f. significantia: die bedeutsamkeit der unschuldigsten reden wächst mit den jahren. Göthe 22, 246; sie verband ihn still und mit einer nachdenklichen bedeutsamkeit in sich gekehrt. 19, 134; ich werde die gehörige ruhe und sicherheit, leerheit und bedeutsamkeit recht zierlich (als Polonius) aufstellen. 19, 177; denn ich hatte allzuängstlich die zarte bedeutsamkeit des originals in unserer sprache nachzubilden getrachtet. 26, 158.

 

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