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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bedauerung bis bedemund (Bd. 1, Sp. 1221 bis 1222)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bedauerung, f. ich brauchte bedaurung. Schiller 707; hofrath Jagemann stirbt zur bedaurung von Weimar. Göthe 32, 184.
 
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bede, f. petitio, rogatio, precaria, eine niederdeutsche, auch von lat. schriftstellern gebrauchte form, statt der ahd. peta (Graff 3, 57), mhd. bete (Ben. 1, 171). doch stehet Fierabr. a 5: geweret mich einer bed, und Alberus setzt an: vectigal, bed. H. Sachs I, 155 hat sogar ein m.

durch der burgerschaft groszen bät (: rät).

in der gerichtssprache herscht bede vor (Haltaus 156. 157, der doch selbst bete aufstellt), Adelung schreibt tadelhaft bethe. man unterscheidet alte und neue bede, landbede, herbstbede, haferbede, kuhbede u. s. w. s. DWB bedhaftig, bedpflichtig.
 
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bede, s. DWB beede, DWB beide.
 
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bedecken , tegere, contegere, obtegere, ahd. pidecchan, mhd. bedecken, nnl. bedekken. gleich dem ahd. mhd. praet. pidacta, bedacte hegen auch noch einzelne der früheren nhd. schriftsteller den rückumlaut: bedackten damit ire scham. Keisersb. sünden des munds 12b; es begab sich, daʒ der brder an das totbeth kam, der heller erschin im und ward vor seinen augen so grosz, das er den himel bedackt. 65b;

in dem das pferd so stund, das er gelassen hatte,
und solches wol bedackt des mirtenbaumes schatte.
Werders Ariost 6, 46.

Luther aber schreibt bedeckte und im part. bedeckt.
1) sinnliches zudecken, überdecken, einhüllen: der himmel bedeckt die erde, wolken bedecken den himmel; schnee bedeckt die erde, dichter wald das gebirge, gras den boden, erde den leichnam; bäume bedecken das land, blumen den rasen; der mantel bedeckt die schulter, der hut das haupt, der schuh den fusz, das tuch den tisch, der teppich das zimmer, das dach das haus, die ziegel das dach, der deckel den krug: in der alten ee musten die juden alle krüg bedecken. Keisersb. sünden des munds 75b; sihe, so wil ich morgen heuschrecken komen lassen an allen örten, das si das land bedecken. 2 Mos. 10, 5; da lieszestu deinen wind blasen und das meer bedecket sie. 15, 10; das der nebel vom reuchwerg den gnadenstul bedecke. 3 Mos. 16, 13; mein gebein hanget an meiner haut und fleisch und kan meine zene mit der haut nicht bedecken. Hiob 19, 20; das gepüsch bedeckt in mit seinem schatten und die bachweiden bedecken in. 40, 17; denn sihe finsternis bedeckt das erdreich und tunkel die völker. Es. 60, 2; eins jeglichen leib bedeckten zween flügel. Ez. 1, 23; schilf bedeckte mein heubt. Jon. 2, 6; also das auch das schiflein mit wellen bedeckt ward. Matth. 8, 24, goth. svasvê þata skip gahuliþ vairþan fram vêgim, ahd. sô thaʒ thaʒ skef ward bithekit mit thên undon. hüllen und decken verhalten sich wie celare und tegere. bedeckte gänge, wege sind schattengänge, wo laub und äste die sonnenstrahlen nicht durchdringen lassen, engl. covered ways; der himmel ist bedeckt, es wird euern augen nichts schaden. Göthe 14, 86.
2) bedecken, von gröszern vierfüszigen thieren wie rossen, hirschen u. s. w., salire (vgl. DWB belegen, DWB beschlagen, bespringen), franz. couvrir, engl. cover: die hindin, stute ist bedeckt.

[Bd. 1, Sp. 1222]



3) weidmännisch, die hunde bedecken die sau, packen sie.
4) bildlich, wir waren zu schanden worden, da wir die schmach hören musten und die schande unser angesicht bedeckt. Jer. 51, 51; selig sind die, welchen ire sünde bedeckt sind. Rom. 4, 7; wird bedecken die menge der sünden. Jac. 5, 20; sie (die geistlichen) können mit ihren langen mänteln viel dings bedecken. Schuppius 37; unter welcher seiner larve viel laster bedecket werden. 775; Rom, Frankreich und Parma bedecken mich. Schiller 161; jetzt kam alles darauf an, durch eine feste, zuversichtliche sprache die unmacht des reichs zu bedecken. 970; Beata bedeckte einen seufzer mit ihrer steigenden brust. J. Paul uns. loge 3, 27; in der osterwoche trägt sie ihr herz voll bedeckter sorgen nach Maienthal. Hesp. 3, 24; da er an alle ihre bedeckten tugenden auf einmal dachte. 3, 83.
5) sich bedecken:

den (nur) einer kund sich nit bedecken (verbergen). fastn. sp. 548, 18;

bedecken sie sich, setzen sie auf, couvrez vous!; der wald bedeckt sich mit laub, der himmel mit wolken; sich mit ruhm, ehre, schmach, schande bedecken:

schwarz bedecket sich die erde.
Schiller 79b;

das ungeheuer an bosheit
hat sich selbst mit schande bedeckt.
Voss Od. 11, 433.


 
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bedeckgeld, n. zu entrichten an den eigner des hengstes, der eine stute bespringt. Hannöv. gesetzsamml. 1844. s. 93
 
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bedeckung, f. operimentum, velamentum, nach allen bedeutungen des bedeckens: bedeckung seines hauptes. Wickram rollw. 93b; und so er ein schwarzes kleid von gutem derbem landtuche und einen priesterrock hatte, glaubte er, er sei nun seiner bedeckung mehr nichts benöthigt. Leipz. aventur. 18; man mage aber wol curam palliativam bruchen, das ist als vil gesprochen als ein bedeckung. Gersdorf feldb. 91; zu bedeckung der brücke wurden an beiden enden starke basteien aufgeführt. Schiller 866; die reisenden durchzogen den wald in bedeckung von sechs soldaten; die gefangnen kamen unter starker bedeckung an; der oberst gab uns zehn mann bedeckung mit.
 
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bedeichen, aggere circumdare.
 
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bedeinen.

Veitel. isch Lotte mein, isch alles mein.
Walter. dein? ja ich will dich bedeinen.
Fr. Müller 1, 269.

s. DWB be I.
 
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bedemerung, f. crepusculum, dämmerung, nach der alten, guten schreibweise findet sich noch in handschriftlichen glossaren.
 
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bedemmern, vesperascere. Stieler 290. s. DWB bedämmern.
 
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bedemund, niederdeutsch, s. DWB bettmund.

 

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