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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bedämpfen bis bedauchte (Bd. 1, Sp. 1219 bis 1220)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bedämpfen ,
1) vapore mollire: diese stücke in einen topf gethan, darauf geusz wegewarten wasser, lasz kochen und bedempfe die augen unter einem tuche. Bartisch 55.
2) comprimere:

da bedämpft ihm der buntgestickte riemen die kehle,
welcher ihm unter dem kinne den helm hielt,
Bürger 211a.


 
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bedämpfung, f. eine gute bedempfung zu obgemeltem schmerzen der augen, recipe eibischwurzel &c. lasz sieden und empfahe den dampf an die augen. Bartisch 226.
 
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bedank, m. consilium, bedacht: der bedank ist in einem menschen behender weder in dem andern. Keisersb. irrig schaf 15; die gewonheit ist gleich dem bedank, wan volkumne kunst bedenkt sich nit, das sicht man in den schreibern und lautenschlahern. ebenda; traten sie samptlich mit einandern ab, einen ratschlag zu fassen. nach gehabtem bedank und gefasztem ratschlag. Würtz pract. 52. s. DWB bedenk.
 
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bedanken , kommt ahd. mhd. nicht vor, so nahe bedenken, goth. biþagkjan, ahd. pidenchan, mhd. bedenken liegt, worüber mehr unter dank und danken.
1) mit acc. der person, remunerari, belohnen:

die schönheit wird allein mit dieser frucht bedanket.
Weckherlin 721;

tod wird schlecht von uns bedankt, mehrentheils mit fluch und spot.
Logau 2, 8, 52;

Matz wil mehr nichts gutes thun, weil er nie nicht wird bedankt. 3, 5, 58.


2) mit dat. der person, acc. oder gen. der sache:

so wirt es im bedanket wol. Mörin 15;

wir bedanken euch alles guts.
Ayrer 360a,

er hat ihr seine wolfahrt zu bedanken (danken, verdanken). Opitz Arg. 2, 297. mit ausbleibendem dat.:

erlauchte fürsten, eurer gegenwart
bei unserm heutgen feste seid bedankt!
Uhland Ernst von Schwaben s. 29;

er presentiert seine geschenk, aber sie wurden wol bedanket, doch als zu unmäszig nit angenommen. Garg. 268b.
3) sich bedanken, gratias agere.
a) mit gen. der sache: ich bedank mich aufs demütigst ich kan gegen euern gnaden des gnedigsten und gütigsten willens, aus welchem diese vermanung und erinnerung herfleuszt. Luther 1, 446b; und bedank mich gegen e. gn. beide der gunst und freundschaft von mir unverdient. 2, 207b. br. 2, 305; in zwo schachteln, der ich mich fleiszig gegen euch bedanke. 4, 178; das er sich schon gegen im widerum erlangter gesundhait bedanket. Melissus ps. R 7b; und bedankt sich des bescheids. Ayrer proc. 1, 6; ich bedankte mich seiner guten neigung. Simpl. 1, 181; sich ehrenschuldigst bedanken. unw. doct. 389; sich der gunst bedanken. Musaeus 3, 137.
b) mit der praep. für: bedanke mich von herzen für ihre gute affection gegen mich. Schuppius 272; wir bedanken uns für alle empfangnen wolthaten.
c) dieses sich bedanken drückt häufig ein höfliches ablehnen mit ironie aus: ich bedanke mich schönstens dafür, mag nichts damit zu schaffen haben; er wird sich dafür bedanken, wird es ausschlagen; sie wollte einen mann haben, aber für einen krüppel bedankte sie sich; du sollst dafür bedankt sein! prosit die mahlzeit!

[Bd. 1, Sp. 1220]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bedarben, egere, darben, ein seltnes wort: lasse inen die zinse, so lange sie leben und bedarben. Luthers br. 2, 659. s. bederben.
 
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bedarf, praet. mit praesensbedeutung von bedürfen.
 
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bedarf, m. indigentia, res necessariae, weder ahd. noch mhd., das nnl. bederf n. bedeutet interitus, verderb; nahverwandt ist unser bieder = ahd. piderpi, mhd. biderbe, bederbe utilis. zuerst hat bedarf Henisch 230 für necessitas, egestas. Stieler 280 gibt die zusammensetzungen geldbedarf, kunstbedarf, freundebedarf. Adelung hielt es schon für veraltet und nur canzleimäszig, die spätere zeit hat ihm besser aufgeholfen: nimmt auch wol den bedarf von roher baumwolle allenfalls an zahlungsstatt. aber nicht allein den bedarf an rohen stoffen holen die marktleute in der stadt. Göthe 23, 172; nach örtlichem bedarf. denkschr. des fr. von Stein 66; mein vorrat übersteigt den bedarf. s. DWB baubedarf, brotbedarf, DWB holzbedarf u. s. w.

nichts unbändiger doch, denn die wut des leidigen magens,
der an seinen bedarf mit gewalt jedweden erinnert.
Voss, nach

ἥ τ' ἐκέλευσε ἕο μνήσασθαι ἀνάγκη. Od. 7, 217;

nie auch möge des schwertes bedarf dir entstehen in zukunft,
μηδέ τί τοι ξίφεός γε ποθὴ μετόπισθε γένοιτο. 8, 414;

sein (des menschen) bedarf ist viel.
Platen 196.


 
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bedarfswissenschaft, f. disciplina ad victum quaerendum culta, brotwissenschaft: sobald etwa die eine oder andere itzige bedarfswissenschaft sich mehr, als bereits geschehen, von dem ansehen alter schriften und deren auslegung losmachte. Wolfs mus. der alterth. 1, 89.
 
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bedauben, laminis instruere. Garg. 57a.
 
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bedauchen, s. DWB betauchen.
 
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bedauchte, praet. von bedünken.

 

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