Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
beck bis beckenbrot (Bd. 1, Sp. 1215 bis 1216)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) beck, m. gen. beckes, rostrum, schnabel, kein hd. wort, sondern nd., nnl. bek, franz. bec, doch mit bicken, picken, rostro tundere genau verwandt: dann disz ist, wie die Sachsen sprechen, rechter speck für iren beck. Fischart bienenk. 112b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
beck, m. gen. becken, pistor, ahd. peccho d. i. pecchio von pachan pinsere (Graff 3, 24), mhd. becke (Ben. 1, 76a). die flexion tritt deutlich vor in der novelle von Cisti fornajo in Bocc. 2, 3—6, nom. beck, gen. dat. acc becken; den becken dahin bringen. Wickram rollw. 87b; liesz er den becken berufen. Laurenberg acerra 231; heffen von bier, wie die becken gebrauchen. Seuter 80;

ach mutter liebe mutter mein,
kein andrer soll mein eigen sein,
kein becken mag ich nehmen,
und hett er gleich ein tonne gold;

ich kauf mein brot beim becken. Fischart groszm. 32; diebische becken und müller. 88; gärtner, ackersleut, graber, fischer, köch, becken, bierbrauer. Schuppius 715, oberdeutsche schriftsteller, z. b. Hohberg verwenden das wort noch später, namentlich in den zusammensetzungen brotbeck, DWB semmelbeck, DWB zuckerbeck u. a. m., in der schriftsprache ist es allmälich erloschen und durch becker verdrängt worden, schon Luther schreibt nur becker. in dem häufigen eigennamen Beck, Böck, Böckh haftet aber noch die hochdeutschere form.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
beck, n. pelvis, gekürzt aus becken, was man sehe:

peck, pürsten, kamp, schwamm und pruch.
H. Sachs I, 440d;

auch so hat er weder sib noch die seck,
gieszvasz, angster, seichter, trachter noch kein beck.
Uhland 719;

Hohberg 1, 219a und oft. Schmeller 1, 149. Maaler 52a schreibt das becke, auch Kirchhof disc. mil. ein becke mit wasser, und schon mhd. becke. Iw. 587. 593.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
becke, f. pistrix, ahd. pecchâ, könnte sich vorfinden, obschon kein beleg zur hand ist. s. DWB beckin.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
beckelhaube, f. galea militum, bei Stieler 206. 792 böckelhaube, pickelhaube: es wird das leben kosten denselbigen die da sterben und alsdann werden sie kein beckelhaub mehr bedörfen. Fischart groszm. 141; braunschweigische glattwollige gebichte beckelhauben, darmit man die hüner auf dem garten tod wirft. Garg. 119a; ja diese federfranken können den ganzen leib mit der beckelhauben im sturm decken. 127a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
beckelmannshaube, f. dasselbe:

ich hab ein gut beckelmannshauben,
und auch gut blodermanns handschuch,
hab auch an ein banzere bruch,
zum hader bin gerüstet ich.
H. Sachs IV. 3, 51b.

[Bd. 1, Sp. 1216]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) becken, pungere, tundere, bicken, picken. Schm. 1, 150;

gleichwie die englisch sackpfeif sprecken
und wie die reuszisch ruszpfeif becken.
Fischart groszm. 43;

unser beider abconterfect
in stein gehauen und gebeckt.
Ayrer 325b.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
becken, n. pelvis, labrum, mlat. bacinus, baccinus, bacinetum (Ducange 1, 526. 527), schon bei Gregor von Tours 9, 28: Brunichildis quoque regina jussit fabricari ex auro ac gemmis mirae magnitudinis clypeum, ipsumque cum duabus pateris ligneis, quas vulgo bacchinon vocant, eisdemque similiter ex gemmis fabricatis auro, in Hispaniam regi mittit. hier also hölzerne schalen, mit gold und edelsteinen verziert. ahd. pecchin (Graff 3, 30) und pecchi, mhd. becke und becken (Ben. 1, 97a). man versteht darunter
1) ein flaches gefäsz, um darauf wasser zu gieszen oder auch blut zu lassen, handbecken, fuszbecken, barbierbecken, bartbecken, kammerbecken, waschbecken: und nemet ein püschel isopen und tunket in das blut in dem becken. 2 Mos. 12, 22; und Moses nam die helfte des bluts und thets in ein becken. 24, 6; schalen, schüssel, becken, leffel und pfannen von lauterm golde. 1 kön. 7, 50; das sie trinken und vol werden als das becken. Zach. 9, 15; darnach gosz er wasser in ein becken, hub an den jüngern die füsze zu waschen. Joh. 13, 5 (welche stelle gothisch nicht einzusehn ist). dasz ein solches becken auch von holz sein konnte, lehrt Gregor.
2) flache metallscheiben zum aneinanderschlagen und erklingen, cymbalum: mit solchem klang, als wan man sonst den immen auf eim becken schlägt (um sie zu locken). bienenk. 240a; becken der spielleute;

die hellen becken musz ich schlagen
und ward von vielem weinen blind.
Cl. Brentano.


3) flache vertiefung der erde oder felsen, worin wasser enthalten ist, it. bacino, franz. bassin: thalbecken in einer landschaft;

wie durch holer felsen becken weint ein bach.
Schiller 8a.


4) pelvis muliebris. die zusammensetzungen mengen sich mit den alten von becke pistor.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
beckenband, n. verbindung der das becken bildenden theile.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
beckenblutader, f. vena pelvis.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
beckenbrot, n. beckerbrot, d. i. feil, nicht zu haus gebacken. unter den spielen führt Fischart 173 an: Memminger vokatzer beckenbrot.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: