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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
becherlein bis bechtermünze (Bd. 1, Sp. 1214 bis 1215)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) becherlein, n. pocillum.
 
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becherleinsteller, m. joculator: becherleinsteller, passiospieler, kügleinschlucker. Fischart groszm. 88.
 
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bechern, poculum siccare, exhaurire, poculieren: da wir mit des gouverneurs officieren noch etwa zwei stunden tüchtig gebechert hatten. Felsenb. 4, 72; mit denen sie noch discourierten und becherten. 4, 86; auch wol eine gute stunde tüchtig gebechert. 4, 93; sie haben die ganze nacht gebechert;

er bechert gern, sie auch.
Götz 2, 157;

an unsers himmlischen vaters tisch
greift wacker zu und bechert frisch.
Göthe 3, 282;

musz halt eins bechern. Fr. Müller 1, 344.
 
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becherrand, m. margo poculi:

becherrand und lippen
zwei korallenklippen.
Rückert 342.


 
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becherschwamm, m. peziza, ein pilz ohne stiel, wie eine glocke oder ein becher gestaltet.
 
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becherstürzen, haurire poculum, vgl. DWB stürzebecher.
 
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bechertraube, f. ein hölzernes werkzeug der töpfer, womit sie tellern und schüsseln gleiche tiefe geben. der grund dieser benennung unbekannt.
 
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bechfisel, m. ein schimpfwort: von den bechfiseln in des parzifants Guldimuth Mercurladen und gaukelsack, überschrift eines capitels in Fischarts groszm. 87; o bechfisel! Garg. 134b; bechfisel, grobe mistheinzen. 197b. s. fisel und bechbatz.
 
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bechner, m. frangula, rhamnus frangula, noch viele andere namen führend, z. b. faulbaum, sporkel, mausbaum: es ist ein strauch, davon die bienen viel nützung haben, bechner, lateinisch frangula oder schiszbeerenholz. N. Jacob unterricht von den bienen 1568.
 
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bechten oder bechteln hiesz im Elsasz und in der nördlichen Schweiz, also unter Alemannen, am schlusz oder zu beginn des jahrs einen fröhlichen umzug durch das land, und festgelage halten, die noch auf das heidenthum zurückgehen. da nun der feiertag selbst den namen Bechtelistag und auch Berchtelistag, Berchtlistag führt, so ist dabei natürlich an die göttliche frau Berchta zu denken, die andern deutschen frau Holda, und ein wolthätiges leuchtendes, gnädiges wesen bezeichnet, das um diese zeit unter den menschen zu erscheinen pflegte. dazu stimmt das bairische perchtenlaufen, perchtenspringel zur ehre einer mehr schrecklich gedachten wilden Berchta oder Berchtel. der ausstosz des R in Bechte und bechten, bechteln erfolgt wie sonst in focht für forcht, furcht, fodern für fordern, welt für werlt und vielen andern wörtern und es hat weniger für sich, Bechte gleich der romanischen Befana als eine volksmäszige personification aus epiphania herzuleiten. die sagen von frau Berchta sind deutsche mythol. s. 250—260 gesammelt.
Der milden Behte und des 'behtens after den gassen' gedenkt zuerst Conrad von Dankrotsheim in seinem 1435 abgefaszten namensbuch. Brant im narrensch. s. 195 von Bacchus und seinem lustigen gefolge redend, meint

von denen kumen ist sithar,
das man im land umb bächten far.

Keisersberg hat mehr denn eine anspielung: semliche ding

[Bd. 1, Sp. 1215]


vor weihenachten thn, daʒ ist von heiden hie, wir haben vil von heiden, etliche ding hat die cristenheit abgthon. darauf erzählt er, wie man den Janus geehrt habe: etlich mit tanzen und springen, ander mit stechen und mit danreis in die stuben legen, ander mit bechten, ander das sie einander gaben schicken lebkchen, wein &c. omeisz 47d; die ander schel (an der narrenkappe) ist putzenantlitter (larven) tragen, das sein ursprung hat von den heiden .... da must man bechten (umgehn und) wurst samlen, von Bacho kumpt das her. pred. über das narrensch. 1520 bl. 153, nach Brants auslegung. in den statuten der Straszburger schiffer (Oberlin 103) heiszt es: als dann die handwerksknecht oder knaben nach alter gewonheit in den winachtfirtagen gebechtet, und von einer stuben zu der andern, auch frummen lüten in ir hüsere geloufen sind gutzen und noisen, das sol ouch nit me sin. auch Dasypodius 17b hat bächten, 302a bechten für bacchari, wüten, hin und wider laufen und der Bächte tag bacchanalia. merkwürdig ist die erwähnung des bechtens bei einem schriftsteller aus Hessen, wo man sonst nichts von frau Bechte, nur von Holle weisz:

summa, jeder machts auf sein best
und feirt also des Bachus fest,
sie rennen, stechen, ringen, fechten,
mit aller thorheit weidlieh bechten.
B. Waldis päbstl. reich 4, 10;

und was meint Agricola spr. 238b in den worten: fahe vil an, bächt lützel? fahr nicht wild und müszig umher?
 
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bechtermünze, f. name eines buchdruckers zu Eltvil, aus dessen presse 1469 und wiederholt 1477 der unter dem titel ex quo bekannte vocabularius latino teutonicus hervorgieng. Panzer s. 57. 104. bedeutet bechtermünze bachmünze, mentha aquatica oder ackermünze, mentha arvensis?

 

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