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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bebeland bis bebern (Bd. 1, Sp. 1209 bis 1210)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bebeland, n. solum uliginosum, moorboden, der unter den tritten bebt, wankt, quakeland. Möser 1, 93.
 
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bebellen, allatrare: Momus heer mag ihn bebellen. Knittels sinnenfr. 1677 s. 19.
 
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beben , tremere, ahd. pipên, mhd. biben, alts. bivôn, nnl. beven, ags. beofian, altn. bifa, schw. bäfva, dän. bäve, ein goth. biban bibaida wäre zu erwarten. die urverwandten bhî, φέβομαι, paveo, timeo, bijau wurden schon sp. 1050. 1051 angemerkt.
1) beben der natur: und sein (des Sinai) rauch gieng auf, wie ein rauch vom ofen, dasz der ganze berg seer bebete. 2 Mos. 19, 18; die erde bebete und ward bewegt. 2 Sam. 22, 8. ps. 18, 8; da bebet die erde und die himmel troffen fur disem gott in Sinai. ps. 68, 9; wie die bewme im walde beben vom winde. Es. 7, 2; ich sahe die berge an und sihe die bebeten und alle hügel zitterten. Jer. 4, 24; die berge zittern fur im, das erdreich bebet fur im. Nahum 1, 5. vgl. DWB erdbeben und bebeland; in der edda heiszt der regenbogen bifröst, was ahd. wäre piparasta, die bebestrecke.

selbst die festen felsen beben.
Göthe 1, 72;

leise bewegung bebt in der luft. 1, 91;

mit böbendem getösz.
Weckherlin 305;

schüchterne winde bebten heran.
Voss id. 1, 90;

flog er den bebenden flug.
Klopst. Mess. 9, 493;

mag der wind im segel beben.
Platen 8;

über die schauernden fluren zu beben.
Rückert 409;

im bebenden blau des himmels. J. Paul Hesp. 1, 149; so dasz die ganze oberfläche des berges unten ausgehölet scheinet und im gehen bebet. Winkelmann 1, 517.
2) beben des herzens und der glieder, woraus sich die vorstellung der furcht, φόβος φοβερός φοβέω entfaltet, welche der Grieche nicht mehr auf das äuszere zittern anwendet: der gottlose bebet sein leben lang. Hiob 15, 20; des entsetzt sich mein herz und bebet. 37, 1; da bebet im das herz, wie die bewme im walde beben vom winde. Es. 7, 2; meine gelenke beben mir. Dan. 10, 16;

[Bd. 1, Sp. 1210]


er rang die bebenden hände.
Klopstock Mess. 6, 114;

ein herz, das liebereif und warm
in einem weiszen busen bebte.
Gotter 1, 17;

mit bebenden händen
gab mir den segen der greis.
Platen 47;

lachend dasz der bauch ihm bebte.
Bürger;

'mit bebender hand' im deutschen recht 'auf frischer that'. Haltaus 112; es mit bebender stimme sagen; dann schwamm sein herz bebend wie das sonnenbild im unendlichen ozean. J. Paul Hesp. 1, 167;

mein schwermutsvoller gedanke
bebt noch gewaltig in mir.
Klopstock 1, 27;

ihr erschrockener geist bebt vor harter knechtschaft. Klinger 2, 94;

und bebt vor der rache der götter.
Voss Od. 2, 66;

und sollt ich ängstlicher für meinen thron
als für die gattin meines herzens beben?
Schiller 252b;

Germania, die du es siehest, bebe
du nicht, noch sorge, wie sichs soll entfalten.
Rückert 135;

häufig verbinden sich zittern und beben, z. b. Soltau volksl. 467; ich zittere und bebe. Göthe 14, 198; die frau zitterte und bebte.

er bebt die stufen scheu hinauf und sieht
sich unerkannt im lauten hochzeitsaale.
Schiller 249b.

vgl. DWB aufbeben, zubeben, DWB zurückbeben.
3) beben von andern sachen gebraucht: schlahe an den knauf, das die pforten beben. Amos 9, 1; seine wagen leuchten wie fewr, wenn er treffen wil, ire spiesze beben. Nahum 2, 4; wie auch die lieben fewerigen engelein ire strahl von sich geben wie sternlein, oder bebete (d. i. bebende) schwerter blinken. Mathesius 55a;

wenn die klingende lanze daher bebt. Messias 4, 181;

sie ergrimmten und ruften und schwangen die bebenden fackeln. 6, 63;

ein flitternd blumenwerk bebt um des fensters fach.
Hagedorn 1, 22;

entlockst du meinem bebenden saitenspiel
getön.
Voss;

bebend schweigt des hirten rohr.
Gotter 1, 102;

ach würden nicht, bei deiner tritte schall,
du pflichtvergessene, die laren scheu entfliehn?
nicht deines frommen vaters asche beben? 2, 490;

der weisze kirschbaum vor dem fenster mahlte einen bebenden baumschlag in die stube. J. Paul unsichtb. loge 3, 171.
 
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beben, n. tremor: mit zittern und beben;

ja dasz auch gott cometen,
gewässer, donner, plitz und beben als propheten
und boten zu uns schickt.
Opitz 1, 49;

bis das letzte beben der orgen verhallt ist.
Gotter 3, 107;

deiner töne süszes beben
dringt durch mark und bein. 1, 180;

Lenorens herz mit beben
rang zwischen tod und leben.
Bürger.


 
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beben, m. pebo, ahd. pepano, bebeno (Graff 3, 321): wir gedenken der fisch, die wir aszent in Egypten vergebens, uns kummen in das gemüt die kirbsen und bebenen, die lauch, die zibelen. Keisersb. sünden des munds 16b, aus 4 Mos. 11, 5, bei Luther so lautend: wir gedenken der fische, die wir in Egypten umbsonst aszen, und der körbis, pfeben, lauch, zwibel und knoblauch. s. DWB pfebe.
 
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bebenele, f. pimpinella, ahd. pibenella, bibinella (Graff 3, 322), mhd. bibenelle (Ben. 1, 115b); im vocab. ex quo: pipenella est nomen herbe bebenele. heute abwechselnd bibinell, bibernelle, bimbernelle.
 
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bebenen, timere, ahd. pipinôn trepidare (Graff 3, 21), mhd. bibenen (Ben. 1, 115a): wer bebent nit den künig? Frank 22.
 
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beber, m. ein zug in der orgel, durch welchen den tönen eine bebung gegeben wird.
 
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beberesche, f. populus tremula, zitteresche, vgl. DWB aspe.
 
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beberlich, tremulus, bebarlich. Keisersb. bilgersch. 42. s. das folgende.
 
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bebern, intremiscere, horrere, iterativ von beben, Stalder 1, 150 schreibt bebbern, vor frost die zähne aufeinander schlagen; erschrecken und fahen an zu zittern und zu pöpern. Schoch stud. leben E 4; zitterte und beberte;

sie bebern insgesamt
gleich hunden um den löwen her.
Bürger 164a;

alle bebern vielmehr, wie hund in der nähe des löwen. 226b.

Stieler 117 hat pfippern quasi bebern, anxium esse ut mulieres pavidae. vgl. DWB puppern und sp. 557 ärmelpopperle.

 

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