Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bauwesen bis beabsichten (Bd. 1, Sp. 1201 bis 1205)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bauwesen, n. opus aedificandi: vielleicht komme ich nächste woche auf einen tag und sehe dann vielleicht auch das theatralische bauwesen. Schiller an Göthe 488.

[Bd. 1, Sp. 1202]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bauwürdig, aedificatione dignus. bauwürdige grube, fodina benigna.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bauwust, m. squalor aedificationis: ward sie durch den bauwust des hauptgebäudes nach dem seitenflügel geführt. Arnim kronenw. 1, 83.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bauwut, f. insanum aedificandi studium.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bauz, ausruf des knallens und fallens: bauz! er stürzt. Göthe 8, 98 (die früheren ausg. bau! 42, 126. 350); bauz, baradauz! der götze liegt am boden. 36, 112; bauz, da lag er! s. DWB bardauz.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bauz, m. im schwäbischen seeland heiszt so der süsze weinmost. auch bei Stalder 1, 149 bauz, boiz, von bauschen schwellen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bauzen, βαζειν, baubari, latrare, ein, wie gauzen, den schall bau bau, gau gau wiedergebendes wort, auch mit übergang des U in V, F dem baffen und bäfzen (sp. 1075) nahe liegend. baubare, bautzen, bellen wie ein hund. Dasypod. 18a; befzen, bautzen, bellen wie ein hund. Joh. Serranus c 3a;

er bulstert, bautzt den kirchhof an,
wird bald aufn rück zur kirchen gan.
Eyring 1, 566;

und thut in wie ein hund anbautzen. 2, 40;

gautzen und bautzen wie die hund. 2, 147.

Stalder 1, 149 hat dafür bautschen, wie man auch gautschen schreibt, bautschi ist eine benennung des hundes. bautzen bezeichnet in Graubünden das geschrei des waldhahns, was an balzen (sp. 1094) erinnert.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bauzeug, m. und n. materies, bausache, baugeräth:

von blümlein ist erwöhlet der bawzeug.
Spee trutzn. 135;

der bauzeug. Kant 2, 535; das bauzeug der metaphysik. 3, 186.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
baxen, pugnis certare, engl. box, schw. baxas, boxas, dän. baxe:

man baxet sich, man lärmet,
ach, wo will das hinaus.
Bürger 18a;

die drüben baxen sich um ein herzogthum. Schiller 175a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
be , eine partikel, deren buchstäblicher verhalt zu dem ganz nahen bei vor allem erwogen werden musz. dieselbe doppelform erscheint auch im nnl. be und bij, mhd. be und bî, parallel dem nnl. te und toe, mhd. ze und zuo, während heute das ze dem zu ganz gewichen ist. ahd. entsprechen pi und pî, zi und zuo, doch bieten sich für pi auch pa und pe, für zi auch za und ze dar, welche pa pi pe, za zi ze wiederum dem ka ki ke oder ga gi ge statt des heutigen ge gleichen. selbst nhd. läszt sich in älteren urkunden zuweilen noch bo für be blicken. alts. laufen be und bî, te undneben einander, ags. be undoder big, doch te ist demganz gewichen. altn. mangeln, was einen hauptgegensatz nordischer zunge zur deutschen bildet, diese partikeln sämtlich, es gibt kein altn. be ze ge noch bei zu, und wo neunordisch be und ge auftreten, sind sie uns abgeborgt. nicht minder erheblich ist, dasz die goth. sprache nur die kurzen formen bi du ga kennt, und weder ihr bi in bei, noch ihr du inverlängert. diesund zuo, dies big undhat die ahd. und ags. sprache vor der gothischen voraus.
Es scheint nun ein für die geschichte der partikeln, folglich der sprache überhaupt wichtiger grundsatz, dasz die volleren und schwereren formen hier an alterthum den stumpferen und gekürzten vorangehn und in höherem grad als diese licht auf den ursprung des worts fallen lassen können. da wir aber an demund zuo vorzugsweise praepositionskraft haften sehn und es der partikelbedeutung an pi und zi genügt, so begegnet auch hierin eine bestärkung der öfter ausgesprochnen ansicht, dasz die praeposition der partikel vorausgegangen sein müsse, mit andern worten, die partikel erst aus der praeposition abgeschliffen sei.
Solches alles näher auszuführen und in fruchtbaren anwendungen zu erläutern gehört nicht an diese nur der partikel und dem praefix be gewidmete stelle, soll aber eine vermutung über den ursprung der wörter be und bei wagen helfen. nehmen wir für die praeposition in den begrif inn, inni domus, für altn. hiâ, nn. hos die begriffe heiv, hiu familia, hûs domus in anspruch, warum sollte nicht auch bei geradezu auf die vorstellung bau und bauen leiten, dem in bin, beon, fio, fieri, -ficio der vocal I angeeignet wurde? wie, hallt im ags. big nicht das G von bagms und bagvan nach? (nicht anders als in igland = eáland der kehllaut von aha, ahva, aqua). will also bei nicht ursprünglich sagen im bau, im hause, wie franz. chez in casa?
In dergleichen lassen uns doch die urverwandten sprachen nicht so hell und tief auf den grund schauen als die eigne. wir gewahren, dasz goth. bi, ahd. pi eins sei mit skr. abhi und bhi (Bopp gloss. 15a), lat. ob, sl. ob, aber auch mit gr.

[Bd. 1, Sp. 1203]


ἀμφί, lat. amb-, ahd. umpi, wo der lippenlaut das M heranzog, und zur bestätigung gereicht, dasz goth. bi zugleich die bedeutung von umpi, circum erfüllt, weil das beiseiende auch umgibt, was um mich ist auch bei mir ist. in abhi, ἀμφί, im casussuffix -bhi und -φι erscheint wiederum die consonanz von bhû und φύω. unterschieden von abhi ist api super, gr. ἐπί, goth. uf ufar, sl. po, so wie apa, ἀπό, lat. ab, goth. af, ahd. aba, doch zeigt das lat. apud gehalten zum skr. abhitas gleichfalls die bedeutung bei, und auch api und ἐπί könnten fortschiebungen von abhi sein.
Nhd. kommt be, auf welches sich jetzt die untersuchung zurückzieht, nicht mehr als praeposition, nur als untrennbare partikel vor, durch welche die wörter, denen sie vortritt, mehrfach bestimmt werden. praepositionskraft steht nur dem bei zu:
I. vor dem verbum hat be
1) die bedeutung von circum, was die verwandtschaft zwischen bi und umbi bestärkt. sehen ist das blosze schauen, ansehen das auf einen gegenstand gerichtete schauen, besehen das schauen nach allen seiten. der einen baum beschneidende gärtner, einen marmor behauende künstler schneidet, haut nicht nur an, sondern ringsum, überall. bewachsen, berasen ist mit laub, mit gras umzogen werden, herba, gramine vestiri; bearbeiten umarbeiten; bearmen umarmen; bebinden umbinden; befangen umfangen.
2) es drückt aber auch die vollendete einwirkung auf einen gegenstand aus und bildet lauter transitiva mit dem acc. der person oder sache: treten betreten, greifen begreifen, rühren berühren, gieszen begieszen, scheinen bescheinen, leuchten beleuchten, schauen beschauen, sehen besehen, trachten betrachten, achten beachten, sitzen besitzen, setzen besetzen, riechen beriechen, säen besäen, graben begraben, sprechen besprechen, reden bereden, denken bedenken, schreiben beschreiben, weinen beweinen, hüten behüten, niesen beniesen u. s. w. häufig läszt sich das werkzeug hinzudenken, mit dem die handlung vollbracht wird: mit den füszen betreten, mit den händen begreifen, mit den fingern berühren, mit den augen betrachten, mit dem korn besäen u. s. w. Dasz auch ableitungen auf ln, rn des be fähig sind versteht sich, z. b. bespötteln, befördern, bewundern. selbst undeutsche wörter können durch annahme des praefixes noch transitiver, als sie gewöhnlich schon an sich sind, gemacht werden, z. b. wir sagen einen becomplimentieren, begratulieren, bequartieren und nnl. bestudeeren, wie nhd. einstudieren.
3) der mehrzahl solcher zusammensetzungen liegt schon ein einfaches, oft gleichbedeutiges verbum unter. indessen bildet man sie auch von substantiven unmittelbar und sagt z. b. bemänteln, benebeln, beseelen, bemitleiden, bewillkommen, beurlauben, ohne dasz ein verbum mänteln, nebeln, seelen, mitleiden, willkommen, urlauben üblich oder zulässig wäre. in bebändern, bebildern, begeistern (und entgeistern), bevölkern (entvölkern) ist das paragogische R mit eingelassen. beglückwünschen hat glückwünschen zur grundlage, den Franzosen genügt aber für beide féliciter. nnl. kommt vor bebolwerken und bewierooken, wofür wir verbollwerken und beräuchern sagen. unsere geschäftsleute können weder reden noch schreiben, ohne sich der steifen wortbildungen beanspruchen, beantragen, beanstanden, befürworten (oder bevorworten), begutachten, bemängeln, bewahrheiten, beachselzucken, beaugenscheinigen und ähnlicher zu bedienen. sie möchten überall die accusativconstruction heranführen. Einigemal bleibt auch zweifelhaft, ob schon ein verbum vorhanden war oder erst aus dem subst. gebildet wurde, z. b. beblumen, beschuhen, befingern aus blumen, schuhen, fingern oder gleich aus blume, schuh und finger. doch sind andere, wie bevormunden, bepantoffeln, bemuscheln, bekorallen, beschienbeinen sichtbar aus dem subst. hervorgegangen.
4) kühn erzeugt die heutige sprache aus substantiven mit dem praefix be spöttische verba zur rüge falscher anmaszung oder im wortspiel: ich will dich bevatern, bemuttern, begevattern, gegen einen, der sich unbefugt als vater, mutter, gevatter angestellt hatte. du sollst bethalert, begoldstückt werden, d. h. prügel statt der thaler und goldstücke erhalten, von denen du gelogen hast. Adelung führt beispiele aus comödien von Chr. Fel. Weisze an:

es ist der herr von Liebreich, du weist nicht, was du thust.
Jobst. ich will dich und ihn beliebreiehen;

sie behauptet sie sei die frau Junkern. aber ich will sie bejunkern, dasz sie an mich denken soll. man sehe bebestien, bedeinen, beexcellenzen, beflachsen, beflegeln u a. m. Es

[Bd. 1, Sp. 1204]


ist kein grund da, dergleichen scherz nur in 'die niedrigen sprecharten' zu verweisen.
5) aus dem adj. scheint die bildung beschränkter, man sagt nicht einen beschwärzen, beweiszen, begrünen für schwarz, weisz, grün machen, sondern nur schwärzen, weiszen, grünen: er ist von der sonne geschwärzt, gebräunt, die zimmer sind geweiszt worden. auf beedeln, beröten bei Stieler ist nichts zu halten, es heiszt adeln und röten, erröten machen. aber bereichern, mit dem R des comparativs wird gebildet, wie vergröszern, verkleinern, verringern, vermehren, vermindern. befreien, beschweren, bestärken, beschönen, bezähmen scheinen auf freien, schweren, stärken, schönen, zähmen zurückzuleiten. Unverkennbar ist der adjectivische ursprung an beängstigen befähigen befestigen befleiszigen begewaltigen begünstigen begütigen behelligen bekräftigen belästigen beleidigen belustigen bemächtigen benötigen berichtigen beruhigen beschleunigen beschuldigen beseligen bestätigen bethätigen betheiligen bewältigen bewerkstelligen bewilligen, von welchen mhd. nur benôtigen und bestætegen aufzuweisen, beleidigen, beseligen durch das einfache mhd. leidegen, sælegen zu sichern sind; bewältigen steht für begewaltigen, begwaltigen. auch die substantivbildungen fähigkeit gütigkeit lustigkeit richtigkeit schuldigkeit seligkeit thätigkeit willigkeit zeigen das adjectiv. wie soll man aber folgende fassen: beabsichtigen beeidigen beendigen beerdigen befehligen befriedigen beglaubigen begnadigen behändigen beherzigen beköstigen berechtigen besänftigen beschädigen beschäftigen bescheinigen beseitigen? hier liegen keine adj. unter, beglaubigen gehört seiner bedeutung und form nach nicht zu gläubig, begnadigen nicht zu gnädig, beeinträchtigen nicht zu einträchtig, beherzigen nicht zu herzig, behändigen nicht zu dem alten handeg; die mhd. sprache rechtfertigt nur beschädigen durch schadgen bei Bonerius und für beköstigen leistet der Ssp. gewähr. in befehligen mag das ig gar nicht der ableitung gehören, vielmehr aus befelch für befehl selbst stammen. doch bei den meisten scheint -igen unorganische erweiterung des einfachen -en und beabsichtigen beeidigen beendigen beerdigen u. s. w. gesetzt für das einfachere beabsichten beeiden beenden beerden, weil der sprachgebrauch durch jene adjectivischen bildungen gestimmt sich zu dem -igen neigte. denn aus einem alten -ien diese neuen bildungen herzuleiten wäre unverstattet, wie allerdings ein ahd. bimunigôn neben bimuniôn und selbst einem mhd gemunien steht (mythol. s. 1178). Auch nnl. ist kein mangel an solchen wörtern: beangstigen beeedigen begiftigen begunstigen behartigen bekrachtigen bemachtigen benoodigen beschuldigen bespoedigen bevestigen bevochtigen bevlijtigen bevredigen bewerkstelligen bewettigen bewilligen bezadigen bezoldigen bezondigen bezuinigen, deren manche uns fremd sind
6) einige mit be gebildete verba sind hauptsächlich nur im part. praet. gangbar und sonst unüblich, so z. b. benachbart, bepurpurt, bethränt, besegelt, bewandert, beleibt, betagt, bejahrt; schriftsteller wie Fischart oder unter neueren J. Paul würden sie gern auch in andern lagen verwenden. ich will mich ihm benachbarn klänge steif für ihm näher wohnen, könnte aber sagen sollen: ihm als nachbar auf den hals rücken das schif besegeln für mit segeln ausstatten wäre zulässig, doch bedeutet besegeln sonst was beschiffen.
7) intransitivbedeutung ist viel seltner. sie waltet in blei ben (s. III), beliegen, bestehen, beruhen, beharren, beginnen, bekommen, behagen, bekleben (wachsen), behangen, berasen, bewachsen; die ältere sprache hatte noch andere, sie sagte auch besitzen für still sitzen. jene part. praet. betagt und bejahrt wären zu beziehen auf ein intransitives betagen, bejahren, zu seinen tagen, jahren kommen, wie mhd. betagen, benahten auch diescere, noctescere ausdrückte.
II. be vor dem nomen.
1) alle mit be zusammengesetzten substantiva haben schon verba gleicher bildung zur unterlage, sind aber weit beschränkteren umfangs, d. h. stehen lange nicht allen mit be zusammengesetzten verben zur seite. es sind fast nur männliche wörter: bedacht, bedarf, befang, befehl, befund, begang, beginn, begrif, behelf, behuf, belang, belauf, beleg, bericht, beruf, besatz, beschlag, beschlusz, besitz, bestand, besuch, betrag, betracht, betref, betrieb, betrug, bezug. die ältere sprache kannte noch andere, jetzt veraltete, z. b. bebot, bejag. weibliche kommen blosz vor beschwer, begier oder beschwerde, begierde und das verdunkelte beichte; mhd. auch begrebede behügede, bevilde u. a.

[Bd. 1, Sp. 1205]



2) adjectiva mit be lassen sich fünf nennen, bereit, behend, besonder, bequem und bieder, in welchem letzten die composition unkennbar geworden, daher auch das alte bi haftend ist. dagegen gibt es eine menge part. praet. mit be, die zum theil adjectivische geltung angenommen haben.
3) be trat ahd. und mhd. noch als praeposition vor einzelne nomina um adverbialbegriffe zu erzeugen: bediute, begarwe, benamen, benôte, besîten, bevollen, bezîten. davon werden noch unter beseite und bezeiten einige nhd. spuren aufgewiesen werden, gewöhnlich heiszt es beiseite, beizeiten. zweifelhaft ist besage, jenachdem man es von besagen leiten oder aus be sage deutet. bevor ist ahd. bifora, bifuri. von beneben, benebst gleich unter III.
III. be durch anlehnung verdunkelt. in bleiben wird, wie in glauben, gleich, glück, begleiten, glied der vocal der partikel überall getilgt und schein eines wurzelhaften bl, gl hervorgebracht; mhd. hiesz es noch belîben, ahd. pilîpan, doch ward schon blangen für belangen mhd. geläufig. schwerer zu fassen ist unser aus mhd. begiht, ahd. pigiht entsprungnes beichte, und bieder aus biderbe. mhd. erban, ahd. arpan = arpian, erbean mangelt uns gänzlich, obschon wir gönnen und gunst behalten haben. bange wurde gedeutet aus beange, doch erbarmen, barmherzig aus erbearmen, bearmherzig wieder in zweifel gezogen. beneben, benebst deuten sich aus beeneben, ahd. inepan; binnen aus beinnen, wie das seltne und verachtete bauszen aus beauszen.
IV. verhältnis des be zu bei in zusammensetzungen.
1) zahllose verba sind mit untrennbarem be, nur wenige mit trennbarem bei gebildet, welches immer eine stärkere bedeutung, mit noch nachwirkender praeposition, an sich trägt. beiderlei composita liegen daher im sinn von einander ab, obgleich sie sich aus der ferne her berühren können. bestellen z. b. heiszt etwas umstellen, besorgen: die wand ist ganz mit stülen bestellt, der acker ist gut bestellt; beistellen aber etwas hinzu stellen: der topf ist beigestellt, bei das feuer gesetzt, der stuhl beigestellt, an den tisch. beschlafen, allgemein betrachtet, scheint freilich eins mit beischlafen, allein jenes ist comprimere, dieses adjacere, der ehmann schläft seiner frau bei, beschläft sie nicht. ich kann die sache nicht bekommen, mir verschaffen, ich kann der sache nicht beikommen, sie vollständig fassen, hier nähern sich die bedeutungen. ich betrete den boden, ich will dir beitreten, mich zu dir, auf deine seite stellen. der betagte, bejahrte ist bei seinen tagen, jahren. die zusammensetzungen mit be sind meistentheils transitiv, die mit bei vorwiegend intransitiv. alle mit be zusammengesetzte participia praet. nehmen kein ge an, denen mit bei ist es nothwendig: bestellt beigestellt, beschlafen beigeschlafen, bestanden beigestanden.
2) nicht anders bei der nominalcomposition bestand ist ganz verschieden von beistand und Fischart setzt beide nebeneinander: secht, ist da der ehestand ein wehstand? o nein, sonder ein bestand und beistand, dann da ist er eben sie selbs und sie er selbs, ist ein gehackt mus. Garg. 72a. beschlaf wird nicht gesagt, aber beischlaf gleichviel mit beilager, und dies von belagerung deutlich unterschieden. vgl. DWB bei.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
beabsichten, propositum habere: die zwecke, welche die natur mit den menschen beabsichtet. Schiller 1110; die von dem künstler auf das herz beabsichtete wirkung. 1137.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: