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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bausache bis bauscheln (Bd. 1, Sp. 1198 bis 1199)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bausache, f. materies. mhd. bûsache. Trist. 217, 16.
 
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bausand, m. sabulum aedificando aptum, grober sand:

so hets auch kalkstein und bausand.
Ayrer 121a.


 
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bausbacke, m. bucco, cui genae tument, einige schreiben pausback oder gar pfausback: ein pfauszback, der aufgeblaszne backen hat. Dasypodius Straszb. 1537. 20c; ein pfauszback, der aufgeblasne packen hat. Joa. Serranus diction. latinogerm. Nürnb. 1539 c 5b; pfausz, bauszbacken aufgeblasene backen, buccae inflatae, tumidae. Henisch 1616. bl. 167; der grosz bauszbacken hat, pfeifersbacken oder groszmaul, bucco. ebenda; in Rollenhagens froschmeuseler ist bausback (gen. bausbacken) das gr. φυσίγναθος; geh fort triefäugige pausbacke! Hermes Soph. reise 3, 661, in der letzten stelle ist es weiblich gebraucht, der mann redet seine frau so an. s. DWB bausen.
 
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bausbäckig, gena tumidus, turgidus: bausbäckige engel; ein bausbäckiger knabe, mit derben, gesunden wangen;

doch mein ursohn hat zwölf pausbackige kinder.
Platen 252.


 
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bausch , pl. bäusche, mhd. bûsch, pl. biusche (Brn. 1, 285b) tumor, wulst, geschwulst.
1) schwellender schlag, beule, ictus, mhd.

Rîchart von Engellanden
sluoc im dâ starke biusche. turnei von N. 151;

daʒ ir dem kinde hât gegeben
als ungevüege biusche. Otto bart 137.


2) wulst des sattels, torus, sinus sellae:

daʒ ich im von dem satel dan
reit bûsch und ouch den stegereif. frauend. 270, 17.

noch heute nennen die sattler solche erhöhungen bäusche, vgl. DWB baner des sattels sp. 1117.
3) ausgestopfter wulst, den kinder beim gehenlernen tragen, umbella, fallhut, hauptring von tuch oder stroh, den frauen, wenn sie körbe tragen, aufs haupt legen, cesticillus; überhaupt ein weich und nachgibig gestopftes kissen: wann er auf den ars ful, so schads im nichts am kopf, das macht die kinderpauschen waren wol gestopft. Garg. 120b. heute in Schwaben bausch und baust. Schmid 51. bausch machen, falten werfen.
4) zusammengelegte leinwand auf wunden oder gelenke, compresse, penicillus: bausch oder beuschle, das die wundarzet oben auf das zügli legend, wenn sie einen verbindend, splenium. Maaler 51d; langlechter bausch den man überlegt. Henisch 224; lasse solche fasen auf der wunden ligen, lege einen dicken leininen bausch darüber und binde die wunde wol zu. Würtz practica 89. 117; durch erfahrung nicht so viel lernen, wie man einen bausch binden oder ein gebund machen solle. gespenst 116.
5) bausch, schopf, dolde des baums und der blume, umbella: baum mit rundem bausch, arbor in orbem comata; bausch, krone des gewächses. Henisch 224; bausch blumen, umbella florum. Steinbach 1, 79. vgl. busch, büschel.
6) gebund stroh, corona facta convoluto stramine, drei bäusche stroh. ein bausch stroh, auf dem Westerwald, in der Wetterau eine schütte, ein gebund stroh.
7) bei grenzen heiszt bausch die auswärts, boge die einwärts gehende fläche, bausch das schwellende, boge das einbiegende, daher die redensart in bausch und bogen, eins gegen das andere, im ganzen, in folle genommen; etwas in bausch und bogen kaufen, aversione emere, so dasz was auf der einen seite abgeht die andere wieder einbringt (nd. im rämter, im ramp, im rummel, im rumpslump, in der ruse kopen): diese unvollkommenheit besteht darin, dasz die menschliche gerechtigkeit, wenn strafen und belohnungen colludieren, nicht anders als durch die wenigere bestrafung belohnen und durch die wenigere belohnung bestrafen kann, mit einem worte, dasz sie in dergleichen fällen, wie der ausdruck ist, in bausch und bogen bestrafen und belohnen musz. Lessing 9, 172; handelten darüber im bausch und bogen. Möser 1, 389;

nehmt nur mein leben hin, in bausch
und bogen wie ichs führe,
andre verschlafen ihren rausch,
meiner steht auf dem papiere.
Göthe 4, 330;

weil man alles nur zu gunsten der newtonischen lehre in bausch und bogen genommen hat. 54, 46;

[Bd. 1, Sp. 1199]


zusammen läszt sich mancher drängen,
ihn aber steckt man gern in bausch und bogen ein.
Platen 61.


8) bausch, gleich dem vorausgehenden baus, compotatio, crapula: wohin denn nun mit so manchem vollsauf, welcher also im dicksten rausch und bausch den geist aufgibet. Simpl. 1, 102. s. bauschen.
 
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bauschade, m. vitium in tecto: ausbesserung eines groszen gefährlichen bauschadens am dachstuhl des kölnischen doms. Göthe 39, 366.
 
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bausche, m. was bausch, die schwache form statt der starken: ein bauschen stroh. fama fratrum (der rosenkreuzer) 101, heute in Schwaben, am Rhein ein bosen; pauschen an den ermelin. Garg. 136b; kinderpauschen (s. DWB bausch 3). in Baiern ist der bauschen ein reiserbündel. Schmeller 1, 213.
 
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bäuschchen, n. penicillus, auf wunden zu legen.
 
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bauschecht, turgidus: auch must es (das kleid) pfausecht, bauschecht sein zwischen den schnitten, das der blau damast und taffat heraus boschete. Garg. 114a, in merkwürdiger häufung der formen pfausecht und bauschecht. s. DWB bauschen und DWB bausen.
 
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bäuschel, n. exta, das gesamte obere eingeweide eines geschlachteten thiers, herz, lunge, milz und leber. Höfer 1, 67. in Baiern bäuschlein. Schm. 1, 213. bergmännisch aber ist bäuschel ein schwerer hammer, mit dem die wände der gruben zerschlagen werden, s. DWB bauschen 1. Garg. 83b scheint peuschel ein bauschiges trinkgefäsz.
 
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bauscheln, ungeschickt zusammenlegen. Schmid schwäb. wb. 51.

 

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