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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bataille bis batten (Bd. 1, Sp. 1157 bis 1158)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bataille, f. proelium, acies. dies fremde wort war schon frühe unter uns hergebracht, vgl. das mhd. verbum bataljen, proeliari bei Ben. 1, 93a. man gebrauchte es auch, wie treffen, von der schlachtordnung: herzog Bernhard von Weimar, der die eine bataille führte. Micrälius 5, 297.
 
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bate, m. sowol baptismi sponsor als filiolus baptismatis, das heutige pathe, der mhd. schreibung gemäsz (Ben 1, 93a) und nach der üblichen umsetzung des fremden P in deutsches B. Stieler 77; bathe. unw. doct. 672.
 
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batengeld, n. pathengeld: der geist aber ist das kleine beutelein, da das batengelt, das ungerische gold innen lieget. Luthers tischr. 198a.
 
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batengeschenk, n. donum lustricum. Stieler 1760.
 
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batenhemd, n. velamen lustrale, westerhemd.
 
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batenie, f. betonica, mhd. betœne: schœne. Hätzl. 163, 86. nimb braun battengen, dörre die. Seuter 349. vgl. deutsche mythol. 1159.
 
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batenikel, teucrium chamaedrys, gamander, aber auch primula veris, schweiz. badönikli, schlüsselblume, fluhblume, bei Tobler 33a badenechtei, patönjele, bei Schmeller 1, 215 batengel. die deutung βαθὺς ἄγγελος, frühlingsbote ist nur spielend, das wort scheint diminutiv des vorausgehenden, gleichsam kleine betonica.
 
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batsch, s. DWB patsch.
 
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batschen, batuere, contundere, franz. battre: da batscht die maid ir hend zusam. H. Sachs IV. 3, 66b; die geisel patschen. Uhland 734. mehr unter patschen.
 
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batte, f. lucrum, emolumentum, Stieler schreibt die bate auxilium. mhd. bate:

ich gebe iu noch hiute
alleʒ daʒ ich ie gewan,
lant, burge, dienstman,
eʒ kumet alleʒ wol ze baden,
iuwer juncfrouwen wil ich bestaden
baʒ dan nâch irme rehte.
Herbort 2697;

armîsen unde platen,
geschütze in guoten baten. 4738;

ir sît in grôʒen unbaten,
deheines grîfens ich iuch staten. 417;

daʒ Troilus mit umbaten
ûf Eleno trîbet sînen spot. 2296;

überall scheint baten hier der dat. pl. eine im wb. zum pass. K. 697b angezogne, aber nicht angeführte stelle war jetzt nicht zu erreichen. Oberlin 98 führt in mehrern stellen an: weder miete noch batte nemen. batelôs hilflos findet sich Tundalus 54, 69. unbate bedeutet unart, schade, und wie wir unart persönlich anwenden: du bist ein rechter unart! gilt auch noch heute in wetterauischer, westerwäldischer volkssprache unbatte für einen homo nequam, nihili. Nd.

dat mochte ik reken vor grote bate. Reineke 2083;

wat scholde mi dat to bate komen? 2103;

tor baten. 3233;

se denken mêst der kindere bate. 3979;

scholde ymant bate entfân. 5250.

sprichwort: alle bate helpet, segde de mügge, un mêg in den Rîn; hd. alle batte hilft, sagte die mücke, und seichte in den Rhein. mnl. baet, bate:

entie mêst andren hêft mesdaen,
sal den andren in baten staen. Rein. 191;

daer of te hebben baet en ghenot. 4265;

om sîn bate. Christine 1365;

te sire bate. heimelich. 1112;

te sire ombate. 1501

[Bd. 1, Sp. 1158]



wat baet comt u van mînre dôt?
Potter 1, 1201;

bate of ontfaen. 2, 1451.

nnl. baat oder bate f. siehe das folgende wort.
 
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batten, frugi esse, prodesse, juvare, proficere, frommen, fruchten, im Westerwald, in Hessen, in der Wetterau sehr üblich, Alberus erklärt batt durch proficit und das synonyme hilft, Dasypodius 179c expedit, es ist nutz, es battet;

die sonne gab des fleisches schatten,
er meint, es solt in etwas batten,
er greif darnach und war nicht faul.
Alberus 19,

das stroh, das er in schuen hatt,
wiewol michs warlich wenig batt,
das nam ich, als herauszer guckt,
und hab es hinder im verschluckt. 39;

als er nun lang gebetten hatt
und sah doch, dasz in wenig batt. 97;

geh du am saubern ort,
und lasz in in dem dreck umb watten,
das wirt dich an dein schhen batten.
Scheit grob. E 3b;

hat euch die leussalb nichts gebatt. T 1b;

und denken nur, was sie mag batten,
wann sie han viel acker und matten. ganskönig H 5a;

du glaubst und glaubst und weist nicht was,
was meinst, das dich werd patten das?
W. Spangenberg fangbriefe F 6b;

was batt dein übelsehen?
Uhland 680;

es batt noch hilft nichts. Fischart bienenk. 34a; ja dasz man die gewissen mit keinen neuen geboten binden mag, das batt uns nichts, ebensowenig als ein frühmesz auf den abend. 47a; dasz ... alles sein leiden uns nicht hat können batten. 75b; und ob man sich schon zu gott bekehrte, das kan nicht batten, es sei dann, dasz man vollkommenlich bezale. 106a; und hiewider hilft noch battet alles nichts, was die ketzer einwerfen. 107a; aber es battet sie wie muterkraut für herzgesperr und heisze eschen für blatrige füsz. 244b; es soll dich wol etwas batten, dasz ich da sitz. Garg. 151b. Stieler führt 719 an: es battet mich nichts, nihil conducit; was batt es, dasz man den stall zumacht, wenn die kühe weg sein? nach Henisch 198. batt es nichts, so schadt es nichts ist eine noch heute gangbare redensart; es will nichts batten sagt man in Schwaben (Schmid 1, 36) und im Elsasz, für die allemannische mundart zeugen zwei stellen aus Hebel (ausg. 5):

du grobe burst, se battets nüt. 212;

's het alles nit ghulfen und battet. 298;

in der schweizerischen sollte man das wort erwarten, doch geben es weder Maaler, noch Stalder und Tobler an, Stalder 1, 143 hat ein batten, aber in der bedeutung von bastgen, bezwingen, überwältigen. der bairischen und östr. volkssprache scheint es heute ganz fremd.
Desto üblicher bleibt es in der niederdeutschen:

wente gi konnet noch so manigen rat,
de ju lichte wol baten mach. Reineke 1305;

de konnen nicht an enen baten. 3652;

it mach mi schaden, it mach mi baten. 3700;

mochte ik ju mit mineme live baten. 5313;

dat sulve Reinken nicht vele batede. 6362;

in welchen stellen allen kein baten des mnl. gedichts entspricht, doch unteriiegt das nnl. baten keinem zweifel.
Hält man nun das mhd. bate, nhd. batte zum mnl. baet, bate, nd. bate, das nhd. batten zum nd. und nnl. baten, so musz die abgehende lautverschiebung auffallen und man hat eben darum das wort für ein unhochdeutsches, aus der niederdeutschen sprache erborgtes angesehen. bei genauerer forschung ergibt sich umgedreht, dasz die hochdeutsche form hier in vollem rechte steht und das nl. nd. baten aus baden verderbt ist, wie längst schon gramm. 1, 494 (ausg. von 1822) nachgewiesen wurde. niemand kann glauben, dasz ein mhd. dichter wie Alber batelôs für baʒelôs geschrieben oder ganze hochdeutsche landschaften batten aus baʒen gemacht haben sollten, umsoweniger als ein ahd. baʒên melius habere (Graff 3, 223) wirklich bestand. dies baʒên ist aber mit baten ganz unverwandt und baten fordert zur wurzel ein goth. bad, nicht bat, folglich ein ahd. pat, nicht paʒ; baten hat auch gar nicht die bedeutung bene se habere, melius se habere, vielmehr die völlig verschiedne von juvare, proficere. die schreibung baden: bestaden bei Herbort, dessen gedicht ans nd. streift, hatte guten grund.
Wie nun, sollte ahd. keine spur des ausdrucks übrig sein? alte glossen gewähren unpata lentus, wobei man sich alsogleich jenes persönlichen unbate nequam erinnert, wie schon das auslautende

[Bd. 1, Sp. 1159]


a ein fem. anzeigt; noch mehr, fragm. theot. p. 20 steht in Christi amore promptissimus verdeutscht: in Christes minniu batast gagarawiter, das will nicht sagen optime (beʒist) paratus, sondern promptissime ad juvandum paratus, = funsist gagarawiter. Dazu stimmt aber badmen juvari (sp. 1075) und die von Schmeller verfehlte auslegung eines alts. ausdrucks, der es zur sicherheit bringt, dasz nd. baten für baden steht:

idisi fêngun gibada an iro brioston. Hel. 172, 11,

mulieres ceperunt juvamen in pectoribus;
thêm mannum ward gihêlid môd,
gibadi an iro briostun. 97, 9,

viris restitutus est animus, auxilium datum pectoribus eorum; wie sich damit aber die deutung von underbadôn 148, 5 vertrage, musz für einen andern ort aufgespart bleiben. von der verwandtschaft dieses ahd. pata, alts. gibada mit ahd. petti, goth. badi, vielleicht auch mit ahd. pato, ags. beado, altn. böd pugna soll unter dem worte bett lectus die rede sein. hier genügte es batten als rein hochdeutsch gerechtfertigt und seine herkunft aus basz abgewiesen zu haben.

 

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