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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
basalt bis basengespräch (Bd. 1, Sp. 1146 bis 1148)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) basalt, m. basaltes.
 
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basaltbruch, m. ich besuchte die basaltbrüche von Dransfeld. Göthe 31, 113.

[Bd. 1, Sp. 1147]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) basaltglimmer, m.
 
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basaltkegel, m.
 
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basaltseule, f.
 
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basch, m. numeri pares, beim würfelspiel, gewöhnlich pasch, was m. sehe:

mein held
zwang (wie beim basche sonst, wann ehr und seligkeit
auf eines würfels fläche schwebte)
sein muskelspiel zu falscher heiterkeit.
Gotter 1, 193.


 
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bäschen, n. diminutiv von base: ich glaub, eine von meinen bäschen hat dich überrumpelt. Fr. Müller 2, 60.
 
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baschgen, s. DWB bastgen.
 
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base, f. amita, ahd. pasâ, basâ (Graff 3, 215), mhd. base (Ben. 1, 92), ein kennzeichen unserer mundart, gleich seinem gegenstück muhme, denn die übrigen dialecte haben beide wörter nicht. später ist die im mittleren Deutschland gültige form wase auch nach Westfalen und Niedersachsen vorgedrungen, nicht nach den Niederlanden. base ist amita, des vaters, muome matertera, der mutter schwester. nicht anders verhalten sich ags. faðu amita, môdrie matertera, nd. vade und medder, fries. fethe und môdire (Richth. 736b), schw. dän. faster amita, moster matertera. seltsames pei amita, bop matertera aus der Wangeroger volkssprache gibt Ehrentraut s. 19.
Klar liegen faster und moster, bequeme zusammenschiebungen aus farsyster morsyster, fadersyster modersyster = altn. föðursystir, môðursystir. sollten nicht in matertera die beiden letzten silben kürzung eines älteren sostera anzeigen? soror geht zurück auf sosor, svasor, vielleicht svastor = sl. sestra, goth. svistar. dem matertera ist amita (woraus franz. tante, engl. aunt entsprang) unähnlich gestaltet, parallel wäre patertera, vermutungen über amita gehören nicht hierher. zu matertera treten môdrie, môdire, medder, doch fehlt ihnen, was dem tera entspräche; ihre bildung gleicht genau der von patruus, ags. fädera, ahd. fatareo, nhd. vetter, vaters bruder. in basa und muoma musz fatar und muotar, in faðu, fethe musz fäder, feder stecken. sind ihre verengungen blosze hypokorismen, oder rührt das S in basa noch von suestar her, basa = faster? was faðu, fethe und ihren abstand vom D in fäder, feder anlangt, so gewahrten wir oben sp. 1050, dasz dem goth. fadar, um mit pater in einklang zu kommen, ein faþar vorausgegangen sein werde; hier wären in faðu und fethe (vgl. goth. faþs in bruþfaþs) überreste der gesetzlichen aspirata. von muoma, wie von bluomo auf bluosmo, ags. blôsma, auf muosma zu schlieszen, schiene zu kühn.
Doch das merkwürdigste ist die störung der lautregel zwischen basa, pasa und fatar, welches ein fasa forderte, F wurde gleichsam in B fortgeschoben, das B noch weiter in W. den wechsel von B und F bezeugen bairgs und fairguni, balzen und falzen, blach und flach, wahrscheinlich auch Balder, Paltar und die koseform Phol (Folz?). Gegen die einleuchtende nothwendigkeit basa mit fatar, faðu mit fäder zu verbinden, werden andere vermutungen einer gemeinschaft zwischen basa und buosum (gramm. 2, 44), zwischen faðu und fäðm nicht können aufkommen. wer wollte muoma von muotar, matertera von mater trennen? aber schon skr. ist vadhû, badhû femina, nurus. Bopp 308a.
So bestimmt alle solche verwandtschaftswörter ursprünglich waren, so leicht pflegt im laufe der zeit ihre bedeutung sich zu verwirren und verallgemeinern. vetter patruus und base amita wurden bald auch auf den mann der base, auf die frau des vetters, allmälich auf die patrueles überhaupt erstreckt, ja heute drücken sie gar nicht mehr patruus und amita, sondern geschwisterkinder und weitere verwandte untereinander aus. den begrif patruus und avunculus musz uns oheim, den begrif amita zugleich muhme oder das fremde tante bezeichnen.
Bei Luther, der immer wase, nicht base schreibt, ist es 3 Mos. 18, 14 des patruus frau: du solt deines vatern bruder schambd nicht blöszen, das du sein weib nemest, denn sie ist deine wase. Tho. Plater hält noch die urbedeutung aufrecht: die wil ich das jüngst was, hand mich meine bäslin, des vatters schwestern, ietliche ein wil ghan. 5; min bäsinen. 6. bei Keisersberg fallen base und muhme zusammen: meines vatters oder meiner mutter schwester, das wer mein bas. post. 4, 8. bei Gryphius ist aber unter base deutlich die tochter der tante oder des oheims gemeint:

was ists denn, sprach er, mehr? und wär es gleich geschehen,
man hat mich dennoch nicht mit schwestern buhlen sehen,
nicht in der tochter schosz, wie Verianus pflegt,
der sich zu kind und weib, zu baas und schwester legt. 2, 96.

[Bd. 1, Sp. 1148]


Gellert setzt base richtig für amita, muhme ungenau für nichte:

zwei mädchen brachten ihre tage
bei einer alten base zu,
die alte hielt zu ihrer muhmen plage
sehr wenig von der morgenruh. 1, 179.

geschwisterkinder untereinander reden sich heute vetter und base an, in alter zeit würde der neffe seine tante base genannt haben. wenn Gotter 1, 50 tanten und basen zusammenstellt, wäre dies ehmals ohne sinn gewesen, da base einerlei mit tante ist, er versteht also unter basen fernere verwandtinnen. was unter base gemeint sei, hat oft der zusammenhang zu bestimmen.
Nicht unähnlich dem mhd. 'ich pin mîner basen bruoder sun' (Ben. 1, 92a) pflegte man zu sagen 'das geht dir an deiner basen herz', ist dir gleichgültig, hümmert dich wenig: du gönnest (l. er gönnet) etwan eim etwas, aber schlechtlich anhin, es got im an der basen herz. Keisersb. post. 3, 91; so lenger du on tanzen bist, so minder dich tanzen anficht, es got dir an der basen herz, das du nit gon solt. 3, 99. aber 'einander in der base sein' meint gut mit einander stehn. Stald. 2, 493.
Man bildete groszbase proamita, amita magna, obergroszbase amita major, abamita, vorobergroszbase, amita maxima, abavi soror; stiefbase, vitrici et novercae soror. Stieler 100.
 
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basen, delirare, vagari, ein seltnes wort, das nach dem wechsel zwischen B und DW sich mit dem nnl. dwazen berühren könnte, doch ist auch verbazen, stupere zu vergleichen. das bremische wb. 1, 59 kennt beides basen und verbasen. wer bist du denn, das du so rasest und basest, springest und rennest, wie ein rechter Bachusbruder? Erbenius fastnachtsgespräch. Erfurt 1582.
 
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basengespräch, n. zu Straszburg wurden noch in diesem jahrhundert ergetzliche fraubasen- und jungferbasengespräche in reimen abgefaszt und für das volk als fliegende blätter gedruckt.

 

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