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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bartbeiszker bis bartet (Bd. 1, Sp. 1143 bis 1144)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bartbeiszker, m. cobitis barbatula, fossilis, ein kleiner fisch mit bartfäden, beisker, bitzker ist das poln. piskorz, böhm. piskoř von piskati pfeifen, wie er auch in deutschen landstrichen peifker und pipe heiszt.
 
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bartbürste, f. zur pflege des barts.
 
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bärtchen, n. barbula.
 
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barte, f. bipennis, ascia, ahd. partâ, mhd. barte, den übrigen deutschen sprachen mangelnd, aber altsl. erscheint neben brada barba ein bradv' ascia, serb. neben brada barba ein bradva ascia. das böhm. brada bedeutet unverändert den bart an der axt (Jungm. 1, 168a), das poln. broda zugleich die spitze der axt; was meint aber der bart an der axt? bradatice soll bartaxt oder breites beil ausdrücken, wobei verwirrung herschen musz. denn das ags. brâdäx, engl. broadax ist breite axt und von barte wörtlich verschieden. unter axthelm wurde dargethan, dasz helm den stiel bedeute, helmbarte eine gestielte barte, folglich war barte, wie das poln. broda der spitze oder schneidende theil des werkzeugs mit einem bartähnlichen widerhaken.

[Bd. 1, Sp. 1144]


unser barte ist demnach von bart, wie bradv' von brada herzuleiten. die folgenden stellen zeigen, dasz man mit der barte zu hauen, aber auch zu werfen pflegte, sie diente dem zimmermann wie dem krieger. mhd. andere belege bei Ben. 1, 90b;

bat sînes gesellen wîp behalten sîne barten. Tundal. 43, 75;

mâlet sicheln und barten. jüngling 537;

torwarten houwen mit der barten. Renner 660.

nhd. man musz nit all ding mit barten behauwen. Keisersb. omeisz 22b; man sihet die exte oben her blicken, wie man in einen wald hawet und zuhawen alle seine tafelwerk mit beil und barten (vulg. in securi et ascia dejecerunt eam). ps. 74, 5. 6; da man mit barten wirft und stecken und stangen ficht. Luthers br. 3, 358; zu einer harten eiche musz man barten, beile und exte haben. tischr. 37a; warf er nach demselben (hasen) mit einer barten. Kirchhof wendunm. 210b; ein bauwer wird mit einer barten gehauwen. 223a; hub ein lange, breite barten, die er trug, auf. 223b; holet eine barte und hieb mich aus dem baum heraus. Hans Clawerts hist. 35; die barten über einen rücken und ihm den wurf bieten, die barten einem aufrücken. urk. von 1557. 1562;

die ohren wollen schaben
mit der apostel kling und bart.
Ringwald laut. warh. 432;

wie viel sie da mit beil und barten fellen.
Opitz ps. s. 141;

mit spieszen, beil und barten.
Spee trutzn. 44.

sprichwort: schlägst du mich mit der barte, schlag ich dich mit dem beile. Simrock 741. vgl. DWB helmbarte, DWB hellebarte, DWB partisane.
 
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bartecht, s. DWB bartet.
 
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barteisen, n. zum kräuseln des bartes.
 
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bärteln, bei den tuchscherern, das tuch zu halben haaren scheren, dasz es rauch wird und gleichsam das ansehen eines bartes hat. s. DWB ausscheren.
 
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bärteltuch, n. zum erstenmal geschorenes, rauhes tuch.
 
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barten, pubescere. Maaler 50d. Stieler 768. ahd. partên. Graff 3, 711. die zeit des ersten barts hiesz mhd. gransprunge zît.
 
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barten, pl. laminae corneae balaenarum, nnl. baarden, schw. dän. barder, engl. whalebones, franz. les barbes, sp. las barbas, das rohe fischbein, welches man nachher reiszt und spaltet. jeder walfisch hat viele hunderte solcher barten, die ihm in der obern kinnlade sitzen und in vertiefungen der unteren passen. man verglich sie den barthaaren.
 
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bartet, barbatus, mhd. bartoht (Ben. 1, 90b), ahd. partoht: der bartet baccalaurius. Bocc. 1, 65b, des bartechten bacalauri. 1, 66a (die Ulmer ausg. 43c.d der partat bacalari, des partheten bacalari, das zweitemal verdruckt f. partehten); sihe z, wol geht mein bartete alte so langsam. Wirsung Cal. G 4a; du alter barteter unnützer sack. K 3b;

ain bartet man, was alt und greis.
Schwarzenb. 150b;

darvor ein kleines zwerglein sasz
kurz, dick von leib und partet was.
H. Sachs I, 352d;

ein zwerglein alt, bartet und rauch.
V, 333d;

partet, mit zerhacktem gewand.
I, 294a;

unter der rinden ist noch ein andere haarlockechte oder bartechte schal, welche eines menschen antlitz scheinet gleich sein. Tabernaem. 1333; etlich entförmen sich mit der kleidung, der nackend, der bartet, der von der dritten regel. Paracelsus chir. schr. 332a. heute bärtig.

 

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