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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
barnstreich bis bars (Bd. 1, Sp. 1139 bis 1140)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) barnstreich, m. schlag, der das pferd zur krippe führt, zu paaren treibt? dann du bist nicht in seiner ruthen, sondern in gottes, erzürnstu ihn natürlich, so bistu sein sohn, so bezahlt er dich mit barenstreichen. Paracelsus 1, 373a. könnte vielleicht auch sein baren streichen, auf den bloszen rücken?
 
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barockisch soll das franz. baroque, bizarre unserer sprache bequemen (wie antikisch sp. 500, idealisch, theatralisch):

der barockische schmuck vielfarbger muscheln.
Zachariä 1, 103;

barockischer konnte man nichts als Blaffardinen sehn,
vom kopf zum gürtel so scheuszlich als bis zum knöchel schön.
Wieland 4, 141.


 
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baron, m. ein erst im 17 jh. aus dem franz. baron, it. barone (Diez 1, 26) ins deutsche aufgenommnes wort. Henisch führt es noch nicht auf, aber Stieler. Dasypodius und Maaler verdeutschen baro und dynasta nur durch freiherr. daher auch die fremdartige betonung der letzten silbe.
 
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barpeln, pl. variolae, elsäss. barpelngesicht, blattergesicht, durch blatternarben entstellt. Oberlin 97.
 
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bärpfeife, f. in der orgel ein tief brummendes schnarrwerk, entweder nach dem bären, oder von baren schreien.
 
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bärraupe, f. s. DWB bärenraupe.
 
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barre oder barren,m. schreiben einige statt barn praesepe: das wir drei oder vier hren an dem barren haben ze ziehen. Keisersb. omeis 9b;

wer sein gt fast auf rüstung leit,
vil geul auch hat am barren.
Uhland 617;

wilt dein vihe gesund halten, so raum zu weihenachten den barn und geb dem vih an die erd für den barren zu essen (was die vorhin ausgezognen stellen Seuters und Hohbergs nennen: under den barn, unter dem barn). Fischart groszm. 128; wie man die ketzer soll uberwinden und zum barren pringen. bienenk. 62a; wie ein pfaf Hans Hylle 13 huren am barren gehalten. 154a;

wer ein pferd hat am barren stan,
zu fusz darf (braucht) er nicht gan,
und die allein nicht schlafen kan,
nem die fasznacht ein mann. Garg. 50b;

aber was darf ich vil knöpf an einer binzen suchen, ich möcht sonst die halfter am barrn vergessen. 126a; zu welchem dann villeicht gott ihm zur straf den zaum nun etwas verhenget, auf das wir durch seinen freuel erregt, ihne nach gebür eintreiben, züchtigen und, wie man sagt, zum barren bringen (vgl. barnstreich). 210b; ich wollt sein (des rosses) uf die nacht beim barren auch nicht vergessen. Philand. 2, 27. tadelhaft steht das wort weiblich: man soll dem füllen eine halfter anlegen und ein zaum an die barre binden. Sebiz 150; was die schafe in der barren lassen. 141. das rr in barren, barrn soll wol nur die kürze des a ausdrücken, kaum eine zusammenziehung aus barern?
 
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barre, f. later, stange, franz. barre, mlat. barra.
1) barre goldes, silbers, d. i. unverarbeiteten; goldbarre, silberbarre.
2) barre schlagbaum, riegel, hebebaum, Maaler 50c setzt barren: ein holz oder stäcken etwar fürgeschlagen;

schlagen die huf an die hemmenden barren.
Voss.

[Bd. 1, Sp. 1140]



3) es gab ein spiel, das man barre laufen, barlaufen (sp. 1134) nannte: da kam er auf ein matten, da liefen die jungen edlen und burgers sün der herren barr. sch. und ernst; spilten der barr, des wettlaufs. Garg. 174a; nachgehends lief er der barr, der eier, des hirzes. 178a. genaue schilderungen entgehn aber.
 
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barreneingusz, m. eiserne form zum gieszen der silberbarren.
 
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barröst, nudo corpore: etlich hettind gern ir harnisch und züg von inen geworfen und barröst gestritten. Tschudi 1, 526. der sinn ist klar, gleich den nordischen berserken, indusio tantum induti. aber was ist röst?
 
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bars, barsch, m. perca, nnl. baars, ags. bears. s. bärsich.

 

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