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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bärlapp bis barme (Bd. 1, Sp. 1134)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bärlapp: der lohe lichtfunke Prometheus ist ausgebrannt, dafür nimmt man jetzt die flamme von bärlappenmehl. Schiller 106. s. DWB bärenlappe.
 
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bärlatsche, f. unförmlicher, plumper filzschuh, einer bärentappe ähnlich, auf bärlatschen gehn, leise treten;

'die schönsten latschen an den füszen'

sie trug also latschen und zwar an den füszen. ist trug das rechte wort? sagt man: die taube hat latschen an den füszen, oder sie trägt? man fällt beinahe durch das wort tragen auf bärlatschen oder filzschuhe. Gellert 1, 313.
 
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barlaufen, cursu certare. Schm. 1, 292. 2, 444. mhd. die barre loufen. Wh. 187, 15. altd. bl. 2, 224. Lanz. 282. Altsw. 89, 27. vgl. DWB barchat laufen. s. DWB barre 3.
 
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barlen, parlieren, schweiz. parla (Tobler 36a), rotwelsch barle:

ja wenn du je da vil barln wolst,
uns mit hundn und gfengnus drohen.
Ayrer 47a.


 
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barlefranz, morbus gallicus, lues venerea: es müsten etwan die barlefranz oder sogenannten franzosen sein. Simpl. 1, 376 (382). doch aus parler français?
 
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barleibig, nudo corpore: meint ihr, dasz ich meine tochter barleibig, als ein gerupft hühnlein verkaufen soll? Musaeus 4, 145.
 
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bärlein, n. ursulus, bärchen. sonst auch ein hundename (wie fuchs und wolf): ertrenkt ihren hund, der hiesz bärlin. Garg. 258b.
 
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barm, m. sinus, gremium, goth. barms, sowol κόλπος als στῆθος, ahd. param (Graff 3, 154), mhd. barm (Ben. 1, 142b), alts. barm, ags. bearm, altn. barmr, schw. dän. barm. dies trefliche, von bëran abstammende wort, drücke es nun den sich hebenden busen aus oder den tragenden schosz, ist uns heute beinahe erloschen, wie auch ein engl. und nnl. barm in solcher bedeutung fehlen. noch bei Ruprecht von Freisingen p. 159 ed. Westenr. paren Abrahams. möglicherweise ist es doch in bärmig, barmung, barmherzig enthalten (s. zum letzteren wort). Höchst merkwürdig aber steht dem alts. barm sinus, gremium ein farm amplexus, dem altn. barmr sinus, gremium ein farmr onus, das was getragen wird zur seite, so dasz auf ein dem bairan vorausgehendes älteres fairan (= lat. ferre) geschlossen werden darf, wie von fairguni auf ein älteres fairgan statt bairgan. an fiures farm Hel. 75, 10 ist in amplexum, in gremium ignis und thes flôdes farm 133, 9 fluctuum amplexus.
 
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bärmde, f. misericordia, erbarmen: dasz er ein wildes thier hätte zur bärmbde bewegen sollen. Philander 2, 593. s. DWB barmen.
 
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barme, f. cyprinus barbus, entstellt aus barbe.
 
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barme, bärme, f. faex, ags. beorma, engl. barm erscheint auch in Deutschland statt des üblicheren hefe, nnl. hef, ist aber wie dies von heben und das franz. levain von lever von beren = sich heben, emportragen zu leiten. die barm oder hefen. Hohberg 3, 58a; den most von der barme oder hefen abziehen. 3, 284b. man versteht darunter sowol den aufsteigenden schaum als die zu boden sitzende hefe. in nordwestlichen gegenden Deutschlands nennt man auch bärme die sich am deich hebende, häufende erde und unterscheidet auszenbärme von der binnenbärme; am Niederrhein heiszt barm ein im freien aufgestellter haufe ungedroschener frucht. ebenso nnl. barm und barmte für hügel, erdaufwurf, damm, in Geldern für heuhaufe. vgl. DWB Barmen bei Elberfeld.

 

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