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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
barchentschau bis bardisch (Bd. 1, Sp. 1126 bis 1127)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) barchentschau, f. zu Ulm, wo viel barchent gewoben wurde, galt strenge barchentschau. Jägers Ulm s. 639. 647. 649.
 
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barchentstuhl, m. weberstuhl zum barchent.
 
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barchenttuch, n.
 
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barchenweber, m. Schuppius 57.
 
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barchet, m. was barchat, barchent: seiden von Venedig, barchet von Ulm. Fischart groszm. 134; tuch oder barchet. Wickram rollw. 44;

was gilts, er wird dort barchet stehln.
Ayrer fastn. 17b.


 
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bardauz, ein ausruf wie klatteratatsch! paf! und ähnliche, plötzlichen knall und fall bedeutend, früher auch pordutz! perdutz!

und fiel bardauz! in schnee.
Gökingk 2, 220;

an einem hübschen morgen gibt er mit dem ellbogen seinem kameraden einen schub, und bauz, baradauz! liegt er am boden; perdutz! da lag es; pordutz! lag der bienstock auf dem boden. Simpl. 2, 336. lett. ist śpert wie der donner einschlagen, litt. spirdyti, spardyti stoszen, schlagen. vgl. das unter bar beigebrachte bardawe d. i. bardau.
 
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barde, m. poeta, des Strabo und Ammianus nachrichten von den keltischen barden waren längst bekannt, und auf altdeutsche dichter unanwendbar; die zusammenstellung des germanischen barditus oder baritus Tac. Germ. 3 mit jenen barden (vgl. oben unter bar), brachte im 18 jh. einen ungedeihlichen, bald wieder vorüber gegangnen bardenunfug hervor, der doch den ausdruck barde für dichter in unsere sprache eingeführt hat:

wenn du voll vaterlands
aus jenen hainen kommst, wo der barden chor
mit Braga singet.
Klopstock;

ja bei barden
wuchs ich mit dir in dem eichenhain auf;
ein barde hiesz aus frommer pflicht
ein ganzes heer von silben ringen.
Hagedorn 2, 55;

frommer barden chor.
Voss 3, 26;

wenn sich der barden sang
durch das hallende thal ergosz.
Stolberg 1, 6;

straszenbarden. J. Paul biogr. bel. 1, 156. man vgl. Göthe 33, 71—77.
 
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bärde, f. gestus, ahd. pârida Graff 3, 150, mhd. bærde Ben. 1, 149a, öfter kipârida, gebærde, gebärde: einen zeddel voll seiner hässigen wort und bärden. Luthers br. 1, 309; er wird nicht nach geschrei und bärden erkant. 1, 319;

do weis noch berd sich eiget nicht. fastn. sp. 1264;

in aller weis und bärde,
als ob er wer ein gertner.
Uhland 848;

des teufels larvenspiel und spot,
darin durch falsche berden
die welt er gar betreuget. 921.


 
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bärden, gestire, gebärden: schreien, bärden, viel plaudern. Luthers br. 1, 318; wie eine braut in irem geschmeide berdet. Es. 61, 10. in Luthers werken steht dafür ohne umlaut barden: (fein were es), wo die umbligende stedtlin und dörflin mit einer stad gleich bardeten. 3, 277b.

[Bd. 1, Sp. 1127]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bardiet, m. soll bei Klopstock jenen barditus bei Tacitus ausdrücken, er sagt: wir haben barde nicht untergehen lassen und was hindert uns bardiet wieder aufzunehmen? wenigstens habe ich kein eigentlicheres und kein deutscheres wort finden können, eine art der gedichte zu bezeichnen, deren inhalt aus den zeiten der barden sein und deren bildung so scheinen musz. 8, 243.
 
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bardisch, poeticus, dichterisch: der bardische quell. Klopstock 1, 245; die verlornen bardischen denkmale. 3, 170; diese genauigkeit scheint unumgänglich, wenn ein bardisches ohr die kunstreiche harmonie eines Flaccus fühlen soll. Lessing 3, 209;

der esel sang mit bardischem geschrei.
Pfeffel 1, 128.

 

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