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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bärchen bis bärde (Bd. 1, Sp. 1126)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bärchen, n. ursulus:

selbst aufrecht lernt ein bärchen wandern
und steigt nach honig wie die andern.
Voss 5, 87.


 
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barchen, m. was barchat, barchent, böhm. barkan, barchan: streiche das schmalz auf ein leinen tuch oder barchen. Tabernaemontanus 619. löcher in den barchen (ins bettuch) reiszen, schnarchen.
 
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barchent, m. die heute feststehende form: er hat mich eins in parchent gekleidet. Schweinichen 1, 73 und oft. s. DWB barchat, DWB barchet.
 
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barchentschau, f. zu Ulm, wo viel barchent gewoben wurde, galt strenge barchentschau. Jägers Ulm s. 639. 647. 649.
 
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barchentstuhl, m. weberstuhl zum barchent.
 
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barchenttuch, n.
 
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barchenweber, m. Schuppius 57.
 
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barchet, m. was barchat, barchent: seiden von Venedig, barchet von Ulm. Fischart groszm. 134; tuch oder barchet. Wickram rollw. 44;

was gilts, er wird dort barchet stehln.
Ayrer fastn. 17b.


 
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bardauz, ein ausruf wie klatteratatsch! paf! und ähnliche, plötzlichen knall und fall bedeutend, früher auch pordutz! perdutz!

und fiel bardauz! in schnee.
Gökingk 2, 220;

an einem hübschen morgen gibt er mit dem ellbogen seinem kameraden einen schub, und bauz, baradauz! liegt er am boden; perdutz! da lag es; pordutz! lag der bienstock auf dem boden. Simpl. 2, 336. lett. ist śpert wie der donner einschlagen, litt. spirdyti, spardyti stoszen, schlagen. vgl. das unter bar beigebrachte bardawe d. i. bardau.
 
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barde, m. poeta, des Strabo und Ammianus nachrichten von den keltischen barden waren längst bekannt, und auf altdeutsche dichter unanwendbar; die zusammenstellung des germanischen barditus oder baritus Tac. Germ. 3 mit jenen barden (vgl. oben unter bar), brachte im 18 jh. einen ungedeihlichen, bald wieder vorüber gegangnen bardenunfug hervor, der doch den ausdruck barde für dichter in unsere sprache eingeführt hat:

wenn du voll vaterlands
aus jenen hainen kommst, wo der barden chor
mit Braga singet.
Klopstock;

ja bei barden
wuchs ich mit dir in dem eichenhain auf;
ein barde hiesz aus frommer pflicht
ein ganzes heer von silben ringen.
Hagedorn 2, 55;

frommer barden chor.
Voss 3, 26;

wenn sich der barden sang
durch das hallende thal ergosz.
Stolberg 1, 6;

straszenbarden. J. Paul biogr. bel. 1, 156. man vgl. Göthe 33, 71—77.
 
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bärde, f. gestus, ahd. pârida Graff 3, 150, mhd. bærde Ben. 1, 149a, öfter kipârida, gebærde, gebärde: einen zeddel voll seiner hässigen wort und bärden. Luthers br. 1, 309; er wird nicht nach geschrei und bärden erkant. 1, 319;

do weis noch berd sich eiget nicht. fastn. sp. 1264;

in aller weis und bärde,
als ob er wer ein gertner.
Uhland 848;

des teufels larvenspiel und spot,
darin durch falsche berden
die welt er gar betreuget. 921.

 

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