Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
barbarei bis barberitze (Bd. 1, Sp. 1124 bis 1125)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) barbarei, f. betont bárbareí, einmal der landstrich in Nordafrica, wo die Berbern, oder jedes land, wo barbaren wohnen; dann aber inhumanitas, crudelitas:

auf einmal wachet auf
die ganze barbarei, ein heer von Gothen, Wenden.
Canitz;

dasz in der barbarei
auch was zu finden sei,
das nicht barbarisch ist.
Fleming;

unser jetzige zeit hat sich solcher barbarei billich entschüttet. Schuppius 779; der stärkende winterschlaf einer neuen barbarei. Lichtenberg 4, 28.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
barbarisch, barbarus, incultus, inhumanus. das 17 jh. müste leicht gesagt haben barberisch, barbrisch, heute fällt der ton wie in barbar: das heiszt barbarisch mit sich und andern verfahren. Gellert 3, 345;

ein denkmal, barbarisch ausgeschnitzt.
Gotter 1, 140.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
barbarzier, f. decus barbarum:

unverlockt von dem wahn, welcher mit barbarzier
schönheit selber verschönt.
Voss 3, 214.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
barbe, f. cyprinus barbus, ein edler fluszfisch mit vier bartfedern, wonach er genannt ist, ahd. barbo m. Graff 3, 207. it. barbo, franz. barbeau, auch rothbart, steinbarbe, barf und barme: grosze fisch kaufen, die man vor zu stücken hawt,

[Bd. 1, Sp. 1125]


eh das man sie kocht, als karpfen, hecht, barben und dergleichen, darnach schmecket dem knecht sein maul. sch. und ernst cap. 287; Schmelzl lobspr. 92;

rufolken, barben, hechten, schleien,
grundlen, bersich, groppen nach der reien.
Wickram irreitend bilger bl. 16;

hier sah man
karpfen, barben, hecht und lachs.
Gryphius 2, 64.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
barbehund, m. zum barbenfang abgerichteter hund: im maul holen, wie unsere barbehund. Garg. 179a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
barbein, nudipes, altn. berbeinn, schw. barbent, dän. barbenet. das gold im feur lauter und parbein machen, parbein gold. Mathesius conc. 4. Frisch 2, 72b nimmt das für probiert gold, es scheint aber nacktes, unvermischtes, bloszes.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
barbeinig, nudis pedibus, barfusz. Gutzkow ritter vom geiste 2, 12. höchst merkwürdig ist aber das in Estors oberhess. id. angeführte barbes en busbenig, wodurch die herleitung des bar aus bas bestätigt wird. Der mnl. dichter Potter sagt, ohne zusammensetzung, absolut:

bars biens ghinc die coninc groot. 4, 683;

doe hi al naect ghinc spelen
baers biens ende bloter kelen. 4, 704;

Kiliaen baerscher been.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bärbeiszig, ferox instar ursi, brummig, auffahrend: thue nur recht bärbeiszig! Chr. Fel. Weisze; manchen bärbeiszigen gelehrten. Münchhausens reisen s. 31; als der bärbeiszige schwager ins haus trat. Göthe 30, 120; dem widerspricht der bärbeiszige Eustach. 55, 155; ich kann schon den geruch von dieser mystik nicht ausstehn, bärbeiszige unvernunft! Tieck 3, 279.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
barbel, f. barbulus, was barbe:

barbeln han ein süszes meulchen,
brachten jenen reuter von seim geulchen. Garg. 54b.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
barbenkraut, n. barbarea vulgaris, auch barbelkraut, barbenhederich, winterkresse, weil es die barben im bach fressen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
barberitze, f. berberis vulgaris, gewöhnlich berberitze:

hagebutten, barberitzen.
Brockes 9, 154.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: