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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
banse bis bappel (Bd. 1, Sp. 1119 bis 1120)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) banse, m. oder f. horreum. Stieler 94 setzt an bans oder banse m., das brem. wb. 1, 49 banse, kornbanse scheune, Schütze im holst. id. 1, 67 banse, holtbanse, aufgestapeltes brennholz, im Braunschweigischen ist banse der scheuneraum, wo die garben geschichtet werden; zu ihrem glücke befindet sich in einer nebenbanse (an der scheune) einer meiner leute. westf. Robinson 136; demnach springt schon gemeldter lustige bruder aus der banse. 137.
Das wort, bisher weder ahd. noch mhd. aufzuweisen, auch der schweizerischen, schwäbischen, bairischen, östreichischen volkssprache, die dafür barn gebrauchen, wie den wörterb. von Dasypodius, Maaler, Henisch mangelnd, musz dennoch von höchstem alter sein, da schon Ulfilas bansts gewährt, welches wie ansts altn. âst, auf ein altn. bâst schlieszen liesze, wofür sich aber, ohne T, bâs stabulum, praesepe bovis, schw. bs, dän. baas findet. bâs würde einem goth. bans gleich stehen, wie âs dem goth. ans, und bans erreicht die hochd. formen bans, banse, bansam. Noch mehr, auch ein ags. bôs oder bôse praesepe bovis, analog dem ôs für ahd. ans, altn. âs, ergibt sich theils aus der ableitung bôsig praesepe, theils aus den ortsnamen Bôsvurð (engl. Bosworth), Bôsanhâm, Bôsanhangra, Bôsehâmburne in Kembles urkunden; ja in nordengl. volkssprache lebt noch heute boose kuhstall. Die vorstellungen scheune, krippe, stall grenzen aber natürlich an einander (vgl. unten barn), zumal wenn man im alterthum ein flechtwerk von weiden und holz, wohin schon das lat. praesepe führt, für diese räume annehmen, und auf die wurzel binden zurückgehen will, von der auch bast, weidenband, lindenband herzustammen scheint.
Auch mlat. und romanische wörter begegnen hier, man vgl. Ducange unter banastum cista, corbis, sp. banasta (Diez 1, 56) bansa vitis species, bansella corbis, bansta flagellum; franz. banse, groszer korb. s. DWB bast.
 
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bansen, garben in die scheune legen, schichten, auch brennholz schichten, sonst tassen, eintassen, eintasten.
 
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banser, m. dispositor mergitum, der garben schichtet. Frisch 1, 60b schreibt banzer.
 
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bant, n. pl. bänter, bair. und östr. schelte, zumal für weibsleute: du bist en rechts bant! es benter! du liederliches bant! Schmeller 1, 182. Höfer 1, 57.
 
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bantoffel, m. sandalium: tragen hohe holzschuh oder bantoffeln an den füszen. sch. und ernst cap. 216. s. DWB pantoffel.
 
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bantsch, s. DWB bansch.
 
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banzbirne, f. volema, eine art dicker birnen. Frisch 1, 60b. Nemnich 42. im spott, eine dicke nase. s. das folgende.

[Bd. 1, Sp. 1120]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) banze, n. kleines kind, dem der bauch noch hängt. Frisch 1, 60b. s. DWB bansch.
 
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bäpp, n. puls, s. das folgende:

ach Till, es ward nur allzu weich,
das es eim brei und bäpp ward gleich.
Fischarts Eulensp. bl. 161.


 
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bappe, f. puls densior, it. pappa: so haltet er dich für ein narren und für ein kind, das man mit bappen geschweigt, er (der schmeichler) wil dir bappen einstreichen oder er wil dir eselsoren machen und aufsetzen. Keisersb. sünden des munds 35a; kind geschweigt man mit beppen (so), also lont sie sich mit bappen geschweigen. vom weltl. lewen 54a. andere stelle bei Oberlin 94. s. DWB pappe.
 
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bappel, f. malva rotundifolia. Alberus; papelenkraut. Dasypodius 127a.

 

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