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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bannwart bis banse (Bd. 1, Sp. 1118 bis 1119)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bannwart, m. waldschütz, flurschütz. weisth. 1, 182. 183. 670. 671. Frey garteng. cap. 13. 73. s. DWB bannert.
 
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bannwarter, m. als man etwan banwarter und hüter setzt (in reben und gärten). sch. und ernst cap. 188; bangart oder bannwarter. Garg. 197a.
 
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bannwasser, n. weisth. 1, 668.
 
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bannwein, m. das recht mit ausschlusz anderer einzelverkäufer von wein an einem orte auszuschenken, z. b. weisth. 3, 364.

[Bd. 1, Sp. 1119]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bannwort, n. bannspruch.
 
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bannzaun, m. zaun, der den bezirk begrenzt: in die banzune darkomen. weisth. 2, 177.
 
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bansam, bansem, m. horreum, receptaculum frugum: als aber allda (in der scheune) das gewässer auch zunimbt, steigen sie auf den bansam. Namsleri ergieszung der Katzbach 1608. Steinbach 1, 65 schreibt der bansem, Stieler 94 der bansen;

bindt garben auf, füllt seine scheuer an,
die fast nicht mehr in bansen halten kan.
Tscherning 124,

wo der numerus unsicher bleibt. gewöhnlicher ist banse.
 
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bansch, bantsch, m. venter, wofür zunächst liegt franz. panse, it. pancia, sp. panza, alle f., lat. pantex, doch auch unser wanst = wambes, m., neben wampe, wambe bauch zu erwägen bleibt Stalder 1, 133 bansch, bantsch schmerbauch, banschli, bantli fetter, schwerfälliger mensch, östr. bamstl. Maaler 58a benserich, venter obesus. das engl. paunch, nnl. pens f. verleugnen ihren ursprung aus dem franz. panse nicht, man nennt panse den ersten magen der wiederkäuenden thiere. auch Fischart, von eingesalzner wampe redend, schreibt pans in der sulz. Garg. 53b. hier sind belege für die aufgestellte form: und zumalkten sie, dasz ihr flugs der bansch so wehe thate, dasz sie kaum mehr keuchsen kunte. Schoch stud. leben D 4; die vor dem groszen bantsch kaum kan drei schritte gehn. Wiedemann april 1, 26; hänget an seinen bantzsche alles vermögen. Praetorius Katzenveit 38. s. auch banze.
 
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banschen, bantschen, nach Stalder 1, 133 füllen, anfüllen, in sich füllen, gierig mit vollen backen essen, gehört zum vorigen, berührt sich aber auch mit bamschen. 1, 132 gibt ihm aber Stalder die bedeutung von rütteln, stoszen, schlagen, wozu sich bamsen, wamschen, gleichsam den wams, wambsch ausklopfen halten liesze.
 
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banse, f. venter. s. DWB bansch.
 
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banse, m. oder f. horreum. Stieler 94 setzt an bans oder banse m., das brem. wb. 1, 49 banse, kornbanse scheune, Schütze im holst. id. 1, 67 banse, holtbanse, aufgestapeltes brennholz, im Braunschweigischen ist banse der scheuneraum, wo die garben geschichtet werden; zu ihrem glücke befindet sich in einer nebenbanse (an der scheune) einer meiner leute. westf. Robinson 136; demnach springt schon gemeldter lustige bruder aus der banse. 137.
Das wort, bisher weder ahd. noch mhd. aufzuweisen, auch der schweizerischen, schwäbischen, bairischen, östreichischen volkssprache, die dafür barn gebrauchen, wie den wörterb. von Dasypodius, Maaler, Henisch mangelnd, musz dennoch von höchstem alter sein, da schon Ulfilas bansts gewährt, welches wie ansts altn. âst, auf ein altn. bâst schlieszen liesze, wofür sich aber, ohne T, bâs stabulum, praesepe bovis, schw. bs, dän. baas findet. bâs würde einem goth. bans gleich stehen, wie âs dem goth. ans, und bans erreicht die hochd. formen bans, banse, bansam. Noch mehr, auch ein ags. bôs oder bôse praesepe bovis, analog dem ôs für ahd. ans, altn. âs, ergibt sich theils aus der ableitung bôsig praesepe, theils aus den ortsnamen Bôsvurð (engl. Bosworth), Bôsanhâm, Bôsanhangra, Bôsehâmburne in Kembles urkunden; ja in nordengl. volkssprache lebt noch heute boose kuhstall. Die vorstellungen scheune, krippe, stall grenzen aber natürlich an einander (vgl. unten barn), zumal wenn man im alterthum ein flechtwerk von weiden und holz, wohin schon das lat. praesepe führt, für diese räume annehmen, und auf die wurzel binden zurückgehen will, von der auch bast, weidenband, lindenband herzustammen scheint.
Auch mlat. und romanische wörter begegnen hier, man vgl. Ducange unter banastum cista, corbis, sp. banasta (Diez 1, 56) bansa vitis species, bansella corbis, bansta flagellum; franz. banse, groszer korb. s. DWB bast.

 

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