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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bankraumig bis bankschlächter (Bd. 1, Sp. 1112 bis 1113)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bankraumig, furax, die bank abraumend, was darauf liegt entwendend: bankraumige, ruckenfegige, seckelschneidige galgenschwengel. Garg. 47a, vgl. oben das sprichwort: auf ungewischter bank ist gut finden.
 
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bankrechnung, f.
 
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bankrecht, n. inbegrif der einer bank zuständigen rechte.
 
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bankreihe, f. ordnung der bänke: die untern bankreihen. Dahlmann franz. rev. 400.
 
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bankrekel, m. longurio, rusticus, eine noch heute gangbare schelte für einen groben, bäurischen kerl, der sich auf der bank rekelt, ausstreckt. s. das folgende wort.
 
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bankriese, m. scheint im 16 jh. wiederum einen bankhart oder bänkling, und deutlich den von der bank gefallenen (mhd. rise, von rîsen cadere) zu bezeichnen, gebildet wie betterise, ahd. pettiriso, decumbens lecto (ganz unverwandt ist riese gigas). in einem ungedruckten schreiben Nickel Brehls, sächsischen schössers zu Saida bei Frauenstein, vom 26 juni 1553 heiszt es: will e. churf. gn. nicht verhalten, das gedachter Joachim von Arnsdorf, neben andern vom adel, so in dies mein befohlen amt gehörig, e. ch. gn. kein ritterdienst zu thun schuldig, deswegen ihnen gleich bürgern und pauern ihre guter zu verschatzen auferleget, und seint allein aufm schlosz zu wachen und mit e. ch. gn. verordneten amptman oder schosser alhier, do geferlikeit vorfallen, oder es die notdurft erfordert, zu reiten schuldig, werden auch, wie ich berichtet, bankriesen genennet. sind das nicht unehliche söhne, bastarde des adels, vom ritterstand ausgeschlossen,

[Bd. 1, Sp. 1113]


aber doch in den burgen lebend und für gewisse dienste zugezogen? Eine hauptstelle findet sich im Eulenspiegel cap. 16, nach der ausg. von Straszb. 1519 also lautend: sattelte sein pferd und reit hinweg gen Rosendal z, und kert wider gen Peinen (Peina) z, und wolt durchhin reiten gen Zell. da stnden die nackende bankressen von der burg, und fragten Ulenspiegeln, waz wegs er daher kem? Ulenspiegel sprach, ich kum von Koldingen (einem nahgelegnen dorfe), er sach wol, das sie nit vil an hetten. sie sprachen, hör hieher, wa kumstu von Koldingen, was entbüt uns dann der winter? (wortspiel zwischen kold, kalt und Koldingen). Ulenspiegel sprach, der wil euch nüt enbieten, er wil euch selber ansprechen, und reit hin und liesz die nackenden bben ston. die Erfurter ausg. von 1538 liest besser: die nackenden bankresen und ebenso der niederd. druck C 1: da stoinden die nackende bankresen von der burch; Fischarts gereimter Eulensp. bl. 49:

da stunden vor der burg herausz
gar schlimme hudler uberausz
die hiesz man nackende bankressen,
dann sie die kleider han vergessen
und waren ubel zwar gebutzt,
gleichwie die bettler aufgemutzt.

die neueren ausgaben des volksbuchs machen daraus nackende spitzbuben, Perianders lat. übersetzung hat p. 30a:

astabat portae castri nudata corona,

Fischart aber musz den ausdruck recht verstanden haben, weil er ihn auch anderwärts anwendet: (der verehlichte) zihet ehehrliche kinder, darf sich deren nicht schämen, wie der bankressen, die ihm ein unehr, schmach und rach sind. Garg. 69b; in summa bankressen, herz und halsdurstige, fuszgrammige (podagrische) hünerfresser. groszm. 62. bankrese stellt uns die reine nd. wortgestalt dar, das doppelte S scheint nur die kürze des vocals zu wahren. es käme darauf an, auch der hd. form früher, und genaueren nachrichten über die lebensart adlicher bastarde zu begegnen. man könnte auch annehmen, dasz bankrese zu einem bloszen schimpfwort, ohne den gedanken an unehliche abkunft, ausartete (vgl. DWB bankrekel, DWB bankrutscher, bannerherr).
 
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bankrutscher, m. spottname für schulkinder.
 
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bankschabe, f. wird fastn. sp. 1216 unter dem alten hausgerät aufgezählt und diente zum reinigen der bänke.
 
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bankschein, m. banknote, bankzettel.
 
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bankschlachten, zum feilkauf in den fleischbänken schlachten, dem hausschlachten entgegen.
 
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bankschlächter, m. der zur bank schlachtet.

 

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