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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bangart bis bangig (Bd. 1, Sp. 1103 bis 1105)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bangart, m. hortulanus, custos horti, campi: umb die zeit, wann man die nusz schwingt, hüteten des Grandgusiers unterthane, bangart oder bannwarter und sonst die nächst umbligend hirten derselbigen gegene der weingärten und reben,

[Bd. 1, Sp. 1104]


auf dasz die staren und sonst ires geschlechts vögel nit die trauben abfreszen. Garg. 197a; allen kühhirten, geiszhirten, bangarten, raupen, weingartnern und taglönern. 199a; die andere bangart und hirten. 198b; unsere hirten und bangart. 199a; die hirten und bangart des Grandgusiers. 199b; von den hirten, bangarten, wingartsknechten und nuszschwingern. 200a; wo kein bangart umbstehen, ist gut trauben abbrechen. groszm. 116. scheint aus dem französischen bangard, banard = messier entnommen, welches doch selbst seinen ursprung im deutschen bannwart, flurschütz findet.
 
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bangartfräulein, n. was das folgende: die meisterlosest under disen bangartfräwlin, ... fieng ein schön meistersangerisch liedlin in der jülgenweis (lilienweise) von diser victori an zu singen, dasz es ein lust zu hören war. Garg. 199a.
 
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bangartin, f. gärtnerin: sambt den bangartinen und hirtinen. Garg. 198b.
 
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bangathmend, trepide spiritum ducens:

es empört ihm das herz bangathmende wollust.
Voss Luise 3, 221.


 
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bange, s. DWB bang.
 
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bangeln, pertractare, ventilare: eventilo, ich seubere wol, ich bangel in henden umb. Dasypodius 257c; banklen contrectare, in henden banklen, hin und här bütlen, ventilare. Maaler 50b; panglen, handlen, in henden hanzlen. 315a; gepangklet contrectatus, wild umbhin gepangklet, jactatus. 169b; bängeln, werfen, schleudern, bangeln, bankeln, hin und her stoszen. Stalder 1, 130. hierzu darf noch folgende stelle genommen werden: wer wolt ein juristen uber euch zu eim strafer setzen? dann ihr habt euch dermaszen hindergeschlagen, dasz keisern und bäpsten rotwelsch ist, was ihr bandlent. Paracelsus 1, 207b. entweder druckfehler für handlent oder banglent, wenn man nicht einen wechsel der media zwischen bandeln und bangeln gestatten will. Schmid s. 40 führt auch bangeln, drückend und küssend liebkosen an, es wird nichts als drücken heiszen sollen. denn alle diese wörter scheinen dem folgenden bangen tundere angehörig. s. auch DWB bengel.
 
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bangen, tundere, percutere, pulsare. Stalder 1, 130; altn. bânga pulsare, percutere, schw. bnga, dän. banke, engl. bang. hiervon bengel, prügel und das vorangehende bangeln contrectare, in der hand schwingen, schütteln. man darf auch, wenn das G unwurzelhaft wäre, ban, via strata und bano percussio, plaga heranziehen. s. DWB bahn.
 
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bangen , angere für beangen Henisch 185, 1, ganz entsprechend dem einfachen angen, und von dem vorausgehenden bangen tundere genau zu scheiden.
1) unpersönlich, mir bangt = mir ist bange: einer unter euch, dem vor der wage bangt? Wieland 23, 18; mir bangte für meine Amalie. Schiller 127b;

schon lange sinn ich, spricht er, was euch bange.
Platen 327.

tadelhaft der acc.: mich bangt vor einer unglücklichen auflösung. Niebuhr leben N. 1, 560.
2) persönlich, zagen, fürchten: tet mich pangen. Wolkenst. 37;

langen und bangen
in schwebender pein.
Göthe 8, 232;

wo eine stille seele den verlornen,
rasch abgeschiednen freund vergebens sich
zurückzurufen bangt und sich verzehrt. 9, 94;

ich lebe nur um wieder neu zu bangen. 10, 315;

was mein armes herz hier banget,
was es zittert, was verlanget,
weist nur du, nur du allein. 12, 189;

er lebe und lechze, bange und lebe! Klinger 2, 224.
3) sich bangen: die menschen scherzen und bangen sich an den lebensräthseln herum. Göthe an Schiller 796. vielleicht ist auch in der aus 9, 94 angeführten stelle das sich nicht auf zurückzurufen, sondern auf bangen zu ziehen.
4) bangen für verlangen, sich sehnen: schon gut, dasz er darnach zu bangen scheint. Wieland 22, 258. s. aus Göthe 8, 232.
5) bangen transitiv, bange machen, in furcht setzen: wenn du wüstest, dasz ich dadurch meinem gebangten herzen luft machte. Klingers th. 2, 141; was sonst gute, jetzt gebangte sinne sprechen. 4, 187. hierfür setzen einige bängen:

ach mich bängt die furcht.
Stolberg 14, 124;

Antonia, dein gürtel engt
sich bald und minder frei,
von unbekanntem weh gebängt
vollbringst dus mit geschrei. 2, 129;

höre, mutter, das flehn der gebängten
mütter! Theseus 202.

[Bd. 1, Sp. 1105]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bangenkraut, n. cicuta, conium maculatum. Dasypodius 301a. Maaler 50b; der (Socrates) hat müssen vom bangenkraut trinken. Schuppius 707. dunkler abkunft.
 
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banggefaltet: banggefaltete hände. Gotter 2, 65.
 
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bangig, wird nicht gesagt, und doch im folgenden wort vorausgesetzt.

 

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