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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
band bis bandeln (Bd. 1, Sp. 1098 bis 1099)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) band, m. tomus, volumen, pl. bände, nnl. schw. band, dän. bind, was zusammengebunden wird, z. b. ein band kleiner schriften, vermischter abhandlungen, das werk füllt nur einen band, gewöhnlich aber der gezählte einzelne theil eines werks, in welcher bedeutung der ausdruck doch erst gegen die mitte des 18 jh. aufgekommen ist. man hat den französischen unterschied zwischen tome, volume und partie durch unser theil, band und abtheilung zu erreichen gesucht und damit alle anführungen unbeholfen gemacht, denn die dritte abtheilung des zweiten bandes des ersten theils ist, den umständen nach, nichts als der sechste theil des ganzen, wie man ihn einfach bezeichnen sollte. es heiszt ein dicker, starker oder dünner, schwacher band, nicht theil. auch bedeutet band was einband, tegumentum: ein schöner band, lederband, pappeband.
Tadelhaft gebrauchen schriftsteller aus niederdeutschen gegenden auch band vinculum männlich statt neutral (wie das nnl. band, pl. banden m. ist): der armband, der uhrband, der stockband;

durch so wunderbaren band.
Brockes 1, 339;

der band der landeigenthümer, d. i. vereinigung zu einem bunde (pagus). Möser verm. schr. 1, 344; man siehet an den ältesten gebäuden weder hohlkehlen noch rundliche bände. Winkelmann 1, 406; haare, die rund herum am haupte hinauf gestrichen und auf dem wirbel zusammen genommen sind, ohne sichtbaren band, der sie halten konnte. 4, 83; die freiwilligen, welche den rang der gefreiten haben, werden durch einen schmalen weiszen band, und die unterofficiere durch einen schmalen schwarzen band um den aufschlag ausgezeichnet. proclamation des königs von Preuszen vom 17 merz 1813. s. verband m.
 
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bandader, f. tendo, nervus: mit den bandadern pindet die natur die hertsten bain in gelidern zusamen. buch der natur von 1483. Mone 8, 494, 15. vgl. ahd. senâdara.
 
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bandbohrer, m. zimmerleuten ein nägelbohrer.
 
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bändchen, n. diminutiv von band, bändlein.
 
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banddegen, m. degen, der am gürtelband getragen wird: breiter banddegen. Simpl. 2, 55.
 
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banddraht, m. eine art mitteldraht.
 
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bande, f. pl. banden, früher auch bände, pl. bände, nnl. bende.

[Bd. 1, Sp. 1099]



1) cohors, caterva, turba, truppe, gesellschaft von soldaten, schauspielern, musikanten, räubern u. s. w.: etliche fendlin landsknecht, auch etliche bände und geschwader reuter. Lanz Karl 5 s. 530 (a. 1554); allein fertigt er etliche ab, die seine ordenliche bände und regiment, so auf den festungen ... in besatzung und bestallung lagen, zusamen forderten. Garg. 263a; etliche der auszgefallenen bände, die dem geschütz entgangen waren, setzten dapfer in unser volk. 265a; damit der chor, welcher diese lieder sang, manchmal ruhen und athem schöpfen könnte, fiel Thespis darauf eine interessante begebenheit dazwischen von einem aus der bande erzählen oder vorstellen zu lassen. Lessing 6, 343; nicht genug, dasz sich die freimäurer einer den andern unterstützen, denn das wäre nur die nothwendige eigenschaft einer jeden bande. was thun sie nicht für das gesammte publicum jeden staats, dessen glieder sie sind! 10, 258;

selbst die wüthenden
Burgundier, die mordgewohnten banden.
Schiller 455b;

sie habe sich während der plünderung und niederlage um die gunst des anführers der bande bemüht. Göthe 19, 49; die räuberische bande. 19, 65; Napoleon stürzte sich mit der ganzen masse dieser von leidenschaftlichem rachedurst glühenden banden auf die Preuszen. Beckers weltg. 14, 385; eine bande diebe, landstreicher, zigeuner, eine spielbande. ebenso nnl. eene bende ruiters, eene bende toneelspelers, struikrovers. die belege zeigen, dasz die benennung von gesetzlichen, anständigen vereinen ausgegangen, allmälich den schein des anrüchigen und gemeinen auf sie fallen läszt, der auch schon mit haufe verbunden ist, sich aber in trupp oder truppe noch verstärkt. Schiller wechselt mit beiden: räubertrupp 119b, einer von der bande. 120b.
2) margo, fascia, streife und rand im gewebe, vgl. DWB bandenfaden, DWB bandentritt. bande, teppich oder tapete. bande, rand am billard, franz. rebords du billard: die bande halten, bei gewissen stöszen den leib mit dem rande gleich halten. bande des schiffes, schmaler gang am rande, auf der seite.
Da sich kein ahd. panta, mhd. bande f. darbietet, so ist der ausdruck vom it. banda, franz. bande herzuleiten, etwas anders aber, dasz diese selbst auf unser binden und band zurück gehen. vgl. bandum vexillum (flatternde binde) bei Paulus diaconus. vgl. litt. banda, viehherde.
 
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bandeisen, n. vinculum ferreum, gleichviel mit eisenband: (dein weib ist) deinen henden und füszen (ein) herte panteisen. Albr. von Eybe 2b.
 
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bändel, m. fasciola, s. DWB bendel.
 
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bandelier, m. balteus, franz. bandelier, it. bandoliera, zu jenem banda, bande gehörig.
 
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bandeln, s. DWB bangeln.

 

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