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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
balkenstrich bis ball (Bd. 1, Sp. 1090 bis 1091)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) balkenstrich, m. dasselbe.
 
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balkenstück, n. aus einem balken gezimmert.
 
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balkentracht, f. dicke bohlen, an beiden seiten des schiffes, welche die deckbalken tragen.
 
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balkenvorsprung, m.
 
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balkenwage, f.
 
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balkenwerk, n. das ganze der balken im gebäude, das gebälk.
 
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balkenzoll, m. der zehnte theil eines balkenschuhes.
 
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balkon, m. balkenvorsprung, auf dem man eines standes im freien zur aussicht genieszt, nach dem it. balcone, das selbst aus unserm balke entlehnt wurde. vgl. altane.
 
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ball, ablaut von bellen, mhd. bal, heute boll: ball wie ein hund. Keisersb. omeisz 12d;

der hund
ball überlaut, davon der knecht
erwacht.
Alberus 146b.


 
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ball, m. pila, globus, ahd. pallo m. und palla f. (Graff 3, 93. 94) neben stoz (6, 736); mhd. bal balles m. und balle ballen m. (Ben. 1, 117b. 118a) neben stützel; nnl. bal pl. ballen; altn. böllr m., schw. bll, dän. bold. nhd. unterscheiden wir ball pila, globus, pl. bälle, von balle fascis, pl. ballen, und beide sind männlich, doch wurde auch von ball pila der gen. ballens, acc. ballen gebildet, des ballens spielen sagt Fischart Garg. 174a. 178a; da man des balln spielt. Alberus; alle ballen, die auf dis tach fallen, kan man mit eim wort uberausz schlagen. bienenk. 47b;

ich warf den ballen weg, womit ich spielte.
Göthe 10, 23.

Was die wurzel betrift, so ist das von Ben. 1, 117a vermutete bil bal bâlen geboln, anschwellen, aufspringen unerweislich

[Bd. 1, Sp. 1091]


und unnöthig, die bedeutung schwellen auch schon in dem verwandten belgen enthalten, dessen G, wie vorhin angemerkt wurde, aus J, folglich I hervorgieng. follis begegnet sich der lautverschiebung nach mit ball wie balg, und beiden liegt die vorstellung des schwellenden, geschwollnen zum grunde. pila hingegen, dessen kurzer vocal zum franz. bille stimmt, so wie pillula, tritt neben gr. πάλλα globus, von πάλλειν schwingen, drehen, treiben, lat. pellere. will man auch βάλλειν werfen heranziehen? dann käme βολή und βέλος, pilum speer mit langem i und unser pfeil in betracht, und die consonantverschiebung bietet genug anomalien dar, deren ausgleichung hier nicht weiter zu erörtern ist. unsere sprache läszt den ball sowol werfen als schlagen und treiben:

in des hant von Riuwental
warf diu stolze magt ir vinkelvêhen bal. MS. 2, 75b.
Ben. beitr. 440;

warf ich den bal in des hant von Riuwental. 454;

welches zuwerfen ein zeichen der gunst war. ob er sich des tags den ballen zu schlagen zu sehr erwermet hette. Bocc. 245b; ich hab aber noch ein übung des leibs, darab ich vil freud, kurzweil und lusts empfahe, den bal zutreiben. Petr. 23a;

als ich, in gesellschaft von titanen
mit Pelion und Ossa als mit ballen schlug.
Göthe 41, 137,

wo doch statt des zweiten als besser wie stände; den schlägel führen und damit den ball treffen. 6, 227; ohne schlägel und ball. 6, 228; ihre spiele, wie das mit ballen und schlägel, auf groszen rennbahnen. 6, 23; das maillespiel zu pferde, wo ballen und schlägel die grosze rolle zugetheilt ist. 6, 87. man sagt: den ball leiten, zurückschlagen, springen lassen; den geworfnen ball fangen. ebenso den schneeball werfen und fangen. s. schlagball, mhd. sleipal.
Bei dem spiel mit elfenbeinkugeln heiszt es: auf einen ball spielen, einen ball machen, den ball sprengen, versprengen, vollnehmen und schneiden. der ball läuft und verläuft sich.
Für die kugel der geschütze (franz. la balle, la boule, le boulet) bedienen wir uns des wortes ball selten:

der weg der ordnung, gieng er auch durch krümmen,
er ist kein umweg. gradaus geht des blitzes,
geht des kanonballs fürchterlicher pfad.
Schiller 336;

durchlöchert von kugeln war sein hut,
durch den stiefel und koller fuhren die ballen. 323a.

Oft aber bezeichnet ball den luftball, den augapfel (die pupille), und die kugel der planeten: luftfahrten mit aerostatischen bällen. Kant 5, 406; fallen ofters grosze feuerballen (feuerkugeln) von himmel. Schuppius 409; der erdball;

auf jedem landhaus unsers balles.
Gökingk 2, 139.

Bildlich: ball des schicksals, weil man die glücksgöttin auf einem ball darstellte, mhd. gelückes stützel. Renn. 18362; solche könige, die dem guten vertrauen aufhelfen, schlagen mit den armen des vertrauens den ball ihrer macht am allerweitesten. pers. baumg. 1, 6. spielball für spiel:

wer auf dem meer
des lebens nicht die stürme der begierden
bemeistern kann, ist ewger wellen ball.
Gotter 2, 259.


 
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ball, m. saltatio, chorea solennis, nach dem it. ballo, franz. bal, vgl. mlat. ballare, balare und gr. βαλλίζειν, die schenkel werfen, tanzen, dem vorausgehenden deutschen worte ball unverwandt, es sei denn, dasz man auch dieses auf βάλλειν leiten könne. ball = tanz kennen die wörterbücher des 16 jh., auch Henisch noch nicht, es scheint erst im 17 aufgekommen, Stieler 87 setzt es neutral an, zum unterschied von jenem deutschen ball, Frisch 1, 53c aber schon männlich. man sagt einen ball geben, anstellen, mitmachen, auf den ball gehen, einem ball beiwohnen, auf dem ball sein. in einzelnen zusammensetzungen musz der sinn ergeben, ob ball pila oder ball chorea gemeint ist, z. b. ballhaus.

 

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