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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bähung bis balbier (Bd. 1, Sp. 1080)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bähung, f. fomentum.
 
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bai, f. sinus maritimus, bei Frisch 1, 49a baie, nnl. baai, nach dem franz. baie. es hat aber auch, gleich diesem, die bedeutung eines fensters an den zinnen (vgl. DWB golf, it. golfo meerbusen und altn. golf pavimentum):

ich befils den heiszen feuersflammen,
die hoch oben zu den baien auslangen.
Uhland 289;

da schaut dieselbige falsche frau
hoch oben zur baie hervor. 287.

Stalder 1, 153 verzeichnet baienstein, fensterbank.
 
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baie, f. apis, biene: baien finden. weisth. 3, 764. s. beie.
 
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baisalz, n. meersalz, engl. baysalt.
 
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bakbord, n. bei niederdeutschen schiffern die linke hintere seite des schiffes, weil der steuermann, das ruder an der rechten hand haltend, den rücken nach der linken seite kehrt, nnl. bakboord, schw. bakbord, dän. bagbord (engl. larboard). ein unhochdeutsches wort, wie schon daraus erhellt, dasz bak rücke, womit es gebildet ist, hochdeutsch bach zu lauten hätte, bord aber bort. auch würde bort m. sein. Brockes 8, 191 schreibt mindestens backbort.
 
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bake, f. (mit langem, gedehntem a), signum navigantibus tutum monstrans ingressum appulsumve, wiederum unhochdeutsch, nnl. baak f., engl. beacon, ags. beácen, was signum überhaupt ausdrückt und dem ahd. pouchan entspricht, wovon unser pauke, signum militare, ahd. heripouchan, feldzeichen übrig ist. so hat sich des wortes eigene gestalt, die uns bauchen lauten und neutral sein sollte, verloren und nur die ausländische und entstellte auf doppelte weise fortgepflanzt (s. DWB pauke). Brockes redet oft von bake und bakenthurm, dem thurm des leuchtsignals; baken stecken heiszt zeichen auf stangen im wasser festigen, oft dienen tonnen dazu: das fahrwasser war ohne einen kundigen lootsen nicht zu entdecken, sobald die baken aufgehoben waren. Niebuhr 3, 708.
 
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baken, pulsare, tundere, gilt vom schlagen des getrockneten flachses vor dem schwingen, auch vom klopfen der gerste, um die körner aus dem bart oder der spitze zu sondern. Brockes 7, 571. das wort wäre leicht durch ein gut hochdeutsches wie bläuen oder schlagen zu vertreten.
 
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bakengeld, n. was zur unterhaltung der bake entrichtet wird.
 
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bakenmeister, m. der aufseher dabei.
 
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balbaum, m. salix: die gottsäligkeit gepflanzt wie ein balbaum neben einem bach. Frank verbütschiert buch vorr. *a. scheint das schwed. pil und nd. wilge.
 
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balbier, m. tonsor, für barbier, nach einem häufigen wechsel zwischen r und l, auch oft mit übergang des b in w, balwier, balwierer, wie z. b. H. Sachs IV. 3, 58b schreibt, balbierer Fischart im Garg. 100a, Ayrer fastn. 105b; Olearius im pers. rosenth. 8, 25; Logau 3, 6, 5; Schuppius 546. balbier steht bei Gellert 3, 349 und noch J. Paul anhang zu Tit. 2, 13. man hält heute barbier oder gar rasör für anständiger und meidet das deutsche scherer, bartscherer, bartputzer, wie andrerseits der begrif des scherers in den des baders und aderlassers übergieng: balbierer, welcher die ader schläget und verbindet. Olearius a. a. o. musz dem balbirer zahlen arzlohn. Ayrer a. a. o. litt. balbẽrus, lett. balbeeris, poln. balwiérz.

 

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