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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
badekur bis baden (Bd. 1, Sp. 1071)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) badekur, f. usus aquarum: die badekur blieb unvollständig.
 
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badeleben, n.
 
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badeliste, f. gedrucktes verzeichnis der badegäste.
 
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badelust, f. studium balneorum.
 
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bademagd, f. ancilla balnearis, balneatrix: ich sihe wol, solt ich den groben köpfen allen iren mutwillen gestatten, würden zuletzt auch die bademeid wider mich schreiben. Luther 1, 279a;

und sol es denn ein badmeid bleiben,
sein zeit in rocknstubn vertreibn.
H. Sachs II. 2, 48c;

und die badmeid henken das maul. IV. 3, 77c.

s. badermagd. nach Schmelzl lobspr. 92 baddiern eine fischgattung, was doch badedirne?
 
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bademantel, m. pallium balneare.
 
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bademeister, m. balneator, der die aufsicht beim baden führt, auch im schwimmen unterrichtet. s. DWB badermeister.
 
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bademuhme, f. obstetrix, weil die hebamme das neugeborne kind badet. auch testis baptismi, gevatterin: also fiel des kinds göttel von dem steg in die lachen und besudelte beide, sich und das kind so jemerlichen, dasz das kind schier erstickt was von unsuberkeit. also hulfen die andern frauwen der bademmen mit dem kind wieder herusz. Eulensp. cap. 1.
 
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bademulde, f. wanne zum baden des kindes: die kinder sind aus der bademulde zu tode gefallen. Weise comöd. 223; meine tochter ist mir nicht aus der bademulde gefallen. das.
 
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bademutter, f. was bademuhme. Schweinichen 1, 38. Felsenb. 1, 224
 
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baden , lavare, abluere, ahd. padôn padôta, mhd. baden badete und batte, nnl. baden baadte, nhd. baden badete. im

[Bd. 1, Sp. 1072]


Elsasz ward aber zur zeit des 16 jh. auch stark gebogen, nach analogie von laden lud für ladete und schaden schud für schadete, welches schud organisch war (goth. skaþjan skôþ). ein beispiel liefert Keisersberg: wenn mir (= wir) nit büedent. post. 1, 24. ein andres Wickram im Ovid 4, 10:

der jüngling in eim solch leiden
sein mutter Venus bitten thet,
dasz sie das wasser machte sött (tale),
welcher mensch fürbasz büd darinn,
dasz er beide natur gewinn.

noch heute ist ich bade, ich bud auch wetterauisch.
1) sowol intransitives baden, und sich baden, als transitives baden, und letzteres hatte früher, gleich andern wörtern des waschens, kämmens, scherens u. s. w. den dat. bei sich:

ob sie den kinden badt und zwecht.
H. Sachs V, 378c.

ein schwarzer mensch will sich weisz baden. Lokman fab. 17; er hat sich gesund gebadet. schaaren von jungen nymfen badeten in stillen grotten. Wieland 11, 192; der schwan badet im glanz rosiger flut;

sie öfnet früh beim morgenlicht den laden,
und kommt, ihr liebes angesicht (im bach) zu baden.
Göthe 1, 208.

die Cölner frauen badeten auf sonnewende ihre hände und arme im Rhein, um alles unheil des ganzen jahrs abzuwaschen (mythol. s. 555). baden, sich erfrischen: jederman badet in seinem willen, erlustiget sich in seiner kunst. Frank baum des wissens 124; jederman ist wol und badet gleich in seinem wissen, künsten, wissen, ohne alle busz. 135.

flut, die nicht ersäuft, nur badet,
schimpf und scherz der keinem schadet.
Logau 1, 10, 17.


2) in blut baden: in dem blt der unschuldigen kind baden. Keisersb. sünden des mundes 15a;

und Israel im blut thet baden.
H. Sachs III. 1, 96d;

werden kommen umb leib und gut,
und alle baden in dem blut. IV. 2, 41b;

die so erhitzt gesucht in unserm blut zu baden.
Gryphius 1, 124;

in grausem blute will ich kühn mich baden.
Fr. Schlegel Alarcos 1, 1;

die unglückliche liebe öfnete so früh alle adern seines herzens und badete es warm im eignen blute. J. Paul Tit. 2, 124.
3) in der luft baden, das luftbad nehmen, sich im freien bewegen und ergehen zur gliederstärkung:

lustig hinaus in das dampfende thal
über berge, über klüfte,
die ermatteten glieder zu baden
in den erfrischenden strömen der lüfte!
Schiller 497b;

die unbedeckte brust im frischen morgenwinde baden. J. Paul Hesp. 1, 125; und badet (die sonne) nackt im blau. flegelj. 1, 28.
4) Göthe badete sich des morgens in den sonnenstrahlen, abends im mondschein:

auf, bade, schüler, unverdrossen
die irdsche brust in morgenroth. 12, 32;

Faust zum mondschein:

(ach könnt ich doch)
von allem wissensqualm entladen
in deinem thau gesund mich baden. 12, 30;

und geh ich meinen alten gang
meine liebe wiese lang,
tauche mich in die sonne früh,
bad ab im monde des tages müh. an fr. von Stein 1, 109,

vgl. DWB abbaden. sich in den warmen sand am gestade des meers strecken und sonnen, ist auch einem bade gleich. von den hünern, die sich im sande putteln, heiszt es dasz sie baden (s. DWB baddeln). man sagt im sande baden für waten: wir haben lange im schlamm baden müssen, ehe wir trocknen fusz fassen konnten.
5) in thränen baden, nnl. zich in tranen baden: mhd.

ûʒ ougen muost er wangen baden. Winsbeke 64;

nhd. dann ich in zähren bade.
Spee 18;

Lividus ist tödlich krank, will er leben, sol er baden
aus den threnen, die er gusz (gosz) über eines andern schaden.
Logau 1, 10, 90;

des jünglings grab, das ich noch itzt mit thränen bade.
Gökingk 1, 191;

er wirft sich vor ihr nieder, er badet ihre hände in thränen. Göthe 17, 391;

lange genug hat in thränen sich baden
kümmernis müssen in furchtbarem drang.
Rückert 215.


6) mhd. in jâmer baden. Wh. 47, 22; in riuwen baden. MSH. 3, 253a; in herze riuwe baden. Freidank 35, 5; daʒ herze in

[Bd. 1, Sp. 1073]


jâmer baden. Türl. Wh. 26a; in zwîvel baden. 95b, in zweifel stecken;

kein gröszer übel ist, als wenn ein mann in schaden
auf gute freunde trawt, die doch ihn lassen baden (ausbaden).
Opitz 3, 314;

was war die übelthat, damit er so verstiesz?
dasz er in Parthen uns alleine baden liesz.
Lohenst. Cleop. 22, 782;

die weiber badeten vor jammer
im schweisze sich.
Gotter 1, 155.


7) in wein baden:

dich wird der liebste wirt mit speisen überladen,
mit gläsern auf dich gehn und dich mit weine baden.
Gellert 2, 5;

mit malvasier baden mein zen.
H. Sachs III. 1, 198c;

in frischgepresztem wein
zween satirn ihre kehlen baden.
Wieland.

aber den wein baden heiszt ihn mit wasser mischen.
8) unter dörnern baden:

dorn und distel stechen sehr,
falsche zungen noch viel mehr,
doch wolt ich lieber unter dorn und distel baden,
als mit falschen zungen sein beladen.
Schuppius 311.


9) einen kranken finger, die augen u. s. w. baden.
10) die bienen baden, den bienenstock in wasser tauchen, um sie matt zu machen.
11) das mühlrad badet, wasser steht so hoch daran, dasz die schaufeln bedeckt sind und der gang gehindert ist.
12) er sieht aus wie eine gebadete maus. Stieler 76; sie brachte mich demnach als eine gebadete maus nach hause. Plesse 1, 52. itaque statim urceatim plovebat, aut tunc aut nunquam, et omnes ridebant, uvidi tanquam mures. Petron. cap. 44.

 

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