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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
backsteinbrennerei bis badeanzug (Bd. 1, Sp. 1068 bis 1070)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) backsteinbrennerei, f.
 
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backstube, f. pistrina.
 
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backtrog, m. alveus, backmulde, nnl. baktrog. s. backeltrog.

ich will dir die bein abschlagn,
und in eim packtrog thun heimtragn.
Ayrer fastn. 63b;

sechs packtröge von fichtenem holze. Gryphius 1, 835; eine gleich einem backtroge ausgehauene lagerstatt. Felsenb. 3, 329.
 
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backtuch, n. zum bedecken des gebäcks.
 
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backwerk, n. gebacknes, gebäck.
 
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backzahn, m. was backenzahn: besonders eine deutliche auslegung eurer neuesten meinung über die backzähne. Göthe bei Merck 2, 245. auch Stieler 2596 backzäne.

[Bd. 1, Sp. 1069]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) backzeit, f. die zeit, in welcher gebacken wird.
 
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bad, n. balneum. das goth. wort ist nicht zu ersehen, da auch Neh. 4, 23. Tit. 3, 5 mangeln, im alt. test. würde es noch öfter begegnen und höchst wahrscheinlich baþ lauten. ahd. pad, mhd. bat bades, alts. bath, ags. bäð pl. baðo, engl. bath, nnl. bad, altn. bað, schw. dän. bad. die epenthese des pl. bäder steht ahd. nicht aufzuweisen, mhd. beder nur in der Martina 46c.
Die wurzel scheint auf das skr. bâd, vâd lavare zurückzugehn, in balneum, balineum, βαλανεῖον trat L an die stelle des D, hinzuzuziehn ist βαθύς, wie goth. diups zu daupjan, tief zu taufen, vgl. βάπτειν. im altsl. banja lavacrum, baniti, baniati lavare fiel die lingualis aus, wie im it. bagno, sp. baño, prov. banh, franz. bain, walach. bae (s. doch it. baja, franz. baie, meerbusen). vergleichen läszt sich auch das finn. peso, lavacrum, lapp. passalwas, worin anlautendes P = B, inlautend aber entsprang S leicht aus D (kesi keden, mesi meden, vesi veden, vuosi vuoden) und man gelangt auf pedo, bedo. wenig für sich hat verwandtschaft zwischen bad und bähen, fovere, calefacere (westf. baddig, schwül, warm), da der begrif des bades ausgieng vom abkühlen, waschen im flusz; vielmehr berühren sich bähen und backen. synonym mit bad war altn. laug lavacrum, von lauga lavare, abluere.
1) das neugeborne kind besprengen, waschen, baden. in geistlichem sinn das bad der taufe, der wiedergeburt. Tit. 3, 5. auch die heiden besprengten und badeten die kinder, die alten Germanen (Gallier) sollen sie auf einem schild im Rhein gebadet haben, nach einem gedicht der gr. anthologie (RA. 935), vgl. hernach badschild:

worum hat man dich nicht versenkt,
und in dem ersten bad ertrenkt?
Tho. Birck chespiegel. Tüb. 1598 s. 46;

vom ersten bad bis zum begräbnis.
Göthe 41, 307.

das kind mit dem bad ausschütten sagt man für mit dem schlechten auch das gute verwerfen; das bad soll man ausgieszen, das kind behalten; das ist eine böse mutter, die das kind mit dem bade, und die windeln mit dem unflat wegschüttet. Mathesius 122b; ja das kind mit dem bade nicht ausschütten. Felsenb. 4, 174;

nun nun, verschütt er nur nicht gar
das kindlein samt dem bade!
Bürger 39b;

auf eine so zerstörende weise zu verfahren, und wie man im sprüchworte sagt, das kind mit dem bade auszuschütten. Göthe 53, 157.
2) zu bade gehen, ins bad, aus dem bade gehen, steigen; im bade sitzen, liegen; ein bad geben, nehmen; der stille bach lockt zum kühlen bade;

es lächelt der see, er ladet zum bade.
Schiller 516a;

wer in den wein begraben liegt, wann der soll auferstehn,
musz oft, eh er gen himmel taug, zuvor zu bade gehn.
Logau 3, 9, 70;

wenn der mann geht ins mad (ins mähen),
soll die frau liegen im bad.
Aventin chron. 17b,

der mann führt ein hartes, die frau ein weiches leben. guten morgen, meine beste, ehe du ins bad steigst. Göthe an fr. von Stein 2, 82. der arzt verordnet dem kranken ein warmes oder kaltes, ganzes oder halbes bad, dampfbad, kräuterbad. im badehaus werden wannenbäder genommen.

hast nit ein pfenning in ein bad.
H. Sachs III. 3, 18b.


3) einem das bad richten, rüsten, bereiten, anlassen, aufgieszen hat oft den übeln sinn von einem nachstellen, falle legen, einen in gefahr stürzen, weil der nackte, wehrlose überfallen, erschlagen werden kann, oder das bad zu heisz gemacht wird: wenn die lieben engel nicht weren gewesen, solt dir der teufel ein bad haben zugericht. Luther 5, 336a; es musz also sein, das sie inen selbs das bad in der hölle wol bereiten. 3, 291b; es were gut, das die oberkeit hiezu thet und hiesze den geist schweigen, denn er wolt euch zu Freiberg gern in ein bad bringen, sehet euch wol für. 6, 349b;

der in (ihnen) aufgegossen hat das pad. fastn. sp. 1123;

das pad den jüden war gestift. IV. 1, 30d;

hat dis betrübte bad gestift.
Ringwald tr. Eck. G 8b;

do das dem feind verkundschaft ward,
das im bereitet war das bad.
Soltau 385;

vor Sachsenhausen theten sie rennen,
da kamen sie recht ins bad. 406;

der baron verklagte den haushofmeister und glaubte ihm ein rechtes bad angerichtet zu haben. Göthe 18, 260; daran denkt

[Bd. 1, Sp. 1070]


wol kein solcher unberufner, welches bad er durch seine wahrheitsverrätherei allen hofbedienten bis zur garderobenjungfer herab bereitet. J. Paul dämmerungen 98.

gericht ist sonst ein heiszes bad,
darinnen lernt man mores.
Soltau 450;

das bad ist heisz genug geheizet, wem es gilt, der wird schwitzen müssen. Luther 6, 332b; got gebe gnade e. ch. h., das sie mir auch einmal solchen oder dergleichen brief oder botschaft lasse zukomen, der mich betreffe, so solt e. h. bad und lauge kriegen. 6, 361a; damit mancher armer gefangner durch freche unverstendige schreier nicht in ein weiter bad geführt und verkürzet werde. Kirchhof mil. disc. 241; dann einer der laster verschweiget und einer der falsch urtheil spricht, die werden beide zugleich in einem bade baden. Reutter kriegsordn. 48; hie wil ich, sprach der bock, den münch im bad ergreifen und ehre einlegen. Luther (gegen Emser) 1, 367b.
4) einem das bad gesegnen: wol bekomme das bad! prosit balneum! rief man einsteigenden zu. häufig aber auch in schlechter bedeutung: es übel bekommen lassen:

der teufel sprach, ich gsegn dirs bad.
H. Sachs II. 4, 87c;

da lief ich frisch hinzu, so wie ich war,
und mit der axt hab ich ihms bad gesegnet.
Schiller 517b;

um abend sülen sich die schweine und wälzen sich in den pfützen, da soll der jäger, ehe sie zu bade kommen, auf einen baum steigen und ihnen das bad gesegnen. Becher 57.
5) das bad bezahlen lassen, austragen, aussaufen, austrinken (vgl.ausbaden): vollends mein bruder Nicolo, der das bad mit bezahlen müssen. Lessing 2, 150; du wirst müssen das bad austragen, was ein andrer gethan hat, wirst du büszen. Stieler 76. aber das bad wird ausgehen über sie (die rache wird sie treffen). Luthers br. 5, 417 (vgl. DWB ausgehen 5);

und über mich wird stets das bad
von neid und misgunst ausgegossen.
Günther 88;

und weil die unschuld stets das letzte bad ausgeuszt. 1063.


6) wie im gegensatz zu balneum der pl. balneae öffentliche bäder und heilquellen bezeichnete, gr. αἱ θέρμαι, thermae und aquae, franz. les eaux, pl. vody, altn. laugar thermae, weil an solchen orten viele bäder neben einander eingerichtet waren; galt auch ahd. dat. pl. aʒ padum ad balneas, ags. ät baðum, ät hâtum baðum für solche warmbäder und daher rühren die ortsnamen Baden: verschs nur ein monat, th als einer der do leistet dem andern so lang freuntschaft, und fart mit im gen Baden. Keisersb. sünden des munds 80b. auch Achen ist ursprünglich nichts als Ahôm = Aquis. wäre unser epenthetisches bäder so frühe üblich gewesen, würde auch vorkommen aʒ Padirum = Bädern. wir könnten unterscheiden ins bad gehen (in balneum) und in die bäder (ad aquas, thermas), wie franz. aller au bain und aller aux eaux, aux bains. doch wir sagen ins bad reisen, ich musz ins bad Pyrmont.
7) die ahd. sprache gibt ihren zusammensetzungen pada, die mhd. bade, zuweilen bat, das 15. 16 jh. bad, später galt wieder bade, wonach also hier geordnet werden musz. man vgl. DWB blutbad, DWB dampfbad, DWB fluszbad, fuszbad, kräuterbad, seebad, schweiszbad, solbad, wildbad.
 
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baddeln, volutari, putteln, engl. paddle: bis der schlitten an einem eckstein zersprang und der stutzer in seinem luchspelze auf dem eise herum baddelte, wie ein floh im ohre. Weise erzn. 387.
 
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badeanstalt, f. balneae, mit kaltem oder warmem wasser
 
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badeanzug, m. badegewand, badekleid.

 

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