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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bachapfel bis bächeln (Bd. 1, Sp. 1060 bis 1062)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bachapfel, m. ein apfel weinartigen geschmacks.
 
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bacharm, egenus rivorum: so muste man eine reichliche schüssel besonders groszer krebse in einer so bach- und wasserarmen gegend höchst merkwürdig finden. Göthe 31, 226.
 
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bachbambele, f. cyprinus phoxinus, die elritze. s. DWB bambele.

[Bd. 1, Sp. 1061]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bachbinse, f. juncus conglomeratus. bei Maaler bachbinz scirpus, bächbinzle scirpulus.
 
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bachbirne, f. eine birnenart.
 
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bachblume, f. caltha palustris, sumpfblume, dotterblume, butterblume.
 
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bachbunge, f. veronica beccabunga, wasserbunge, wasserheil, entstellt in bachbohne; nd. beckebunge; nnl. beekpunge; schw. bäckabunga; it. beccabungia, sp. becabunga. der deutsche name drang in die romansprachen vor. Hohberg 1, 565a hat bachbunge anagallis aquatica, Frischlin nomencl. 80 bachpungen cepaea, ebenso Henisch 559. s. DWB bunge.
 
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bache, m. perna, mlat. baco, franz. engl. bacon, ahd. pacho (Graff 3, 29), mhd. bache (Ben. 1, 76), mnl. bake, liesze sich unmittelbar herleiten von dem uns längst veralteten worte bach, ahd. pah, dorsum, tergum, das im ags. bäc, engl. back, altn. schw. bak, dän. bag fortlebt, und dem gr. παχύς dick, feist, fleischig nahe steht. wahrscheinlich hiesz auch skr. patscha (paća) tergum. da sich am rücken des schweins feiste und speck häufen, nannte man erst das rücken- und seitenstück (die speckseite), dann das geschlachtete, aufgehängte, zuletzt auch das lebendige mastschwein bache.

gestabat pone baconem rusticus. Reinardus 1, 183;

bacone comesto. 1, 383;

qu'il est venuz au hardeillon,
où il vit pendre le bacon. Méon 4, 240;

Reinhart ein gebûren sach,
der truoc ein grôʒen bachen. Reinh. 451;

die wisse, daer die bake an hinc. Reinaert 224;

die selve pape hadde enen spiker,
daer menich vet bake in lach. 1516;

sie werfent ain wurst an ainen bachen (suchen durch geringe gabe reichere gegengabe zu gewinnen, heute: die wurst nach der speckseite werfen). Keisersb. sieben scheiden 5; er wirft ein wurst an ein bachen, uf das im ein halbe saw darfür werde. sünden des munds 38a; und also ist es unfri und eigennützig und die wurst an bachen geworfen. Zwingli 1, 273; ein wurst an oder nach dem backen werfen. Frank sprichw. 2, 69a;

mein gfatter het eim gstolen ein pachen.
H. Sachs I, 470c;

wie im teutschen hof hang ein bachen. I, 473c;

wer den bachen wil tragen naus,
der musz sein herr in seinem haus. I, 473d;

und stelen im sein schweinen bachen. III. 3, 56b;

knol, hast du den bachen erschnappet? III. 3, 57a;

so wil ich dir ein bachen schenken,
den besten der im haus thut henken. IV. 3, 12b;

und stachen dann denselben bachen.
B. Waldis 4, 90;

ein feister bachen ungestochen,
reife äpfel ungebrochen. 4, 93;

fieng an zu reden und zu lachen,
sprach, hie oben secht ir ein pachen
under dem roten thurm hangen.
Schmelzl lobspr. 74;

nimb fünf pfund speck von einem bachen, der gehangen ist an dem luft und nicht im rauch. Seuter rosarzn. 89. Aus dem beisatz schweinen bache läszt sich folgern, dasz man auch von andern thieren bachen ausschnitt und bei Helbl. 3, 232 erscheint geiʒbache, Häzl. 2, 72 geiʒîn bache, weisth. 1, 105 bache von fischen. in den stellen bei Waldis ist bache deutlich das noch lebende schwein, was erst gestochen werden soll. Heute sagen wir schinke, nicht mehr bache. bairisch noch: en bachen und hamen von der sau. Schmeller 1, 143. nach Schmids schwäb. wb. 34 ist bachele ein dickköpfiges fettes kind (speckhals), in Wagners Justitia s. 24 'a bachele' schelte und kann speckschwein bedeuten. s. bache f.
 
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bache, f. sus fera, apra, weidmännisch, weibchen des ebers, scheint ganz das vorige wort, in der jägersprache für die wilden schweine haftend. eine scropha Becca tritt Reinardus 4, 669. 684. 694. 808 auf, sollte das nnl. big, bigge f. porcellus und engl. big gleichfalls anzuschlieszen sein? Seltsam setzt das weidwerksbuch für das weibliche wilde schwein 'der bach', z. b. der keiler (aper) den bach (apram) liebt sehr. 1, 57a; der bach tregt järlich nur einmal. 1, 60a.b und so könnte auch gemeint sein:

weil wir etliche seu gefangen,
wie wol der bach ist uns entgangen.
Ayrer 326d;

weil wir dem bachen nachgerent. 327a,

obschon dies auf den eber zu gehn scheint; alle übrigen jagdbücher sagen die bache, die bäche.

über wilde schweine ... lebt nicht diese bache fast?
Brockes 6, 226;

[Bd. 1, Sp. 1062]



wälzt sich schnaubend die bache mit ihren jungen.
Zachariä 2, 35;

eine bache unter ihren frischlingen. Fr. Müller 1, 133; als ich mitten im tiefsten walde einen wilden frischling und eine bache dicht hinter einander hertraben sah. Münchh. reisen s. 26.
 
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bächeln, fovere. s. DWB bähen und DWB ausbächeln. Schmeller 1, 145 hat aufbacheln, ein schwaches kind aufbringen. s. DWB bächern.
 
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bächeln, rivare, rivulum efficere: eine quelle, die thalein mit schlankem gang bächelt. Birken, ehrenmal auf Pipenburg. Schmeller 1, 143 hat bächeln pissen, östr. bacherln. Höfer 1, 52.

 

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