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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
axhosel bis azurn (Bd. 1, Sp. 1046 bis 1048)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) axhosel, m. und f. manubrium asciae: kein marker soll hauwen einich grün holz zu bornen (brennen), dann was man mag mit einer achshoseln abeslagen. weisth. 1, 524; dorre holz und was sie mit eim axhosel mogen abegeslagen, daʒ megen sie holen. 1, 525. hosel ist blosz geraten und noch dunkel, könnte es für hasel, haselstock stehen, woraus man axtstiele machte?
 
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axt, f. securis, ascia, mit angehängtem t, wie in habicht für habich, erzt für erz, pabst für pabes u. a. m. bei Keisersb. sünden des munds 5b findet sich geschrieben agst, bei Luther entschieden axt: holet mit der hand die axt aus, das holz abzuhawen. 5 Mos. 19, 5; so soltu die bewme nicht verderben, das du mit exten dran farest. 20, 19; und nam eine axt in

[Bd. 1, Sp. 1047]


seine hand und hieb einen ast von bewmen. richt. 9, 48; man sihet die exte oben her blicken, wie man in einen wald hawet. ps. 74, 5; mag sich auch eine axt rhümen wider den, so damit hewet? Es. 10, 15; si faren daher, das der harnisch brasselt und komen mit heerskraft, und bringen exte uber sie, wie die holzhewer. Jer. 46, 22; es ist schon die axt den bewmen an die wurzel gelegt. Matth. 3, 10. Luc. 3, 9, goth. sô aqizi at vaurtim bagmê ligiþ; das ich eitel donnerschlege wider das bapstthumb reden könd und ein jeglich wort ein donneraxt were. tischr. 244b. 249b; der axt allweg finden ein stil. Kirchhof wendunm. 43b; dieser axt weisz ich schon einen stiel. Weise erzn. 93, wie sonst: dieser hacke ist bald ein stiel gefunden. man sagt auch: von vielen schlägen wird die axt stumpf; zu einem bösen ast, einer harten eiche gehört eine scharfe axt; wills gott, so kräht (kreit) eine axt unter der bank (s. axthelm). Fischart schrieb achszt: man gesegnets im nit wie dem schweizerischen amptmann mit der achszt im bad. Garg. 61b; ja war nit Minerva in Jupiters hirn durch orenöfnung des Vulcan achszt erzeuget? 105b; und unterscheidet davon ächszt (axe): es war allda ein solch einreuten von wein zur ächszt und schif, als vil all berge trauben geben, wie vil kornär an stengelein heben. 59a. aber auch bei Zinkgr. 47, 23 heiszt es wein auf der axt nacher Straszburg führen, statt axe, achse.
 
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äxtchen, n. asciola.
 
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axter, f. pica, die elster. Henisch 159. s. DWB agalaster und DWB atzel.
 
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axthelm, manubrium asciae. Stieler 738. dem wort entspricht das umgestellte ahd. helmachus bipennis (Graff 1, 136), das eine gehelmte, gestielte axt bedeuten musz, wie helmbarte eine gestielte, mit handgrif versehene barte; nicht können beide wörter ausdrücken sollen, dasz axt und barte helme spalten. die bedeutung von axthelm erhellt klar aus der bekannten fabel, wo ein bauer den wald bittet:

du wölst mich lassen hauwen ab
ein axthelm ......
und liesz nicht bleiben bei eim helm,
sonder er hielt sich wie ein schelm,
das helm dem schelmen ursach gab,
dasz er bei hundert stämm hieb ab.
Alberus 144.

mhd. einem manne brast ein axsstil,
do bat er alle boume vil
um einen halp, der wær veste. altd. wäld. 3, 225,

und halp ist wieder manubrium läszt ein herr hauen, so

[Bd. 1, Sp. 1048]


sollen die märker dabei still stehn, bis er sein theil geladen, dann aber zugreifen, äste und abschläge nehmen, folgends der nächste märker sein axthelm vorschlagen und dieselbige länge hauen weisth. 3, 462. vorschlagen wird hier meinen, in den baum mit dem beil einschlagen, wie man von den hexen glaubte, dasz sie eine axt in die thürseule schlagen und aus dem axthelm milch melken (mythol. 1025). Keisersberg, als er einmal ein wunder berichtet, fügt hinzu: das was ein wunderbarliche verwandlung, und also wenn gott wil, so kreget ein axthelm under dem bank, sprechen die bauren. omeisz 32c (s. vorhin axt). falsch also ist Adelungs annahme, axthelm sei der hintere dicke theil (das auge) der axt, in welchem der stiel befestigt werde.
 
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äxtlein, n. asciola.
 
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axtstiel, m. capulus, manubrium asciae. s. DWB axhosel, DWB axthelm.
 
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ay, ein undeutscher diphthong, gleich dem einfachen y ganz zu meiden. ei, mai, laie, Baier, und alle solche wörter, weichen in der aussprache des vocals nicht von einander ab, wie schon die mhd. schreibung ei pl. eiger, leige, Beier oder Beiger erkennen läszt.
 
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az, s. DWB atz.
 
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azur, m. hochblaue, himmelblaue farbe, ein fremdes, erst seit dem vorigen jahrhundert nach dem franz. azur, engl. azure gangbares wort, den dichtern zum reim auf nur, spur, flur gelegen. azur selbst, it. azzurro, azzuolo ist aber entstellt aus lazur, lazul, lapis lazuli, (Ducange s v. lazur) und mhd. sagte man laʒûr. Trist. 397, 35. Wigal. 15, 26. 103, 8. 189, 21, wie noch nhd. lasur, lasurstein (Stieler 2140), mit lack, endig (indig) und lasur. Simpl. 1, 75; poln. russ. lazur.

und wie im aug die einzlen farben starben
im grün der see und in der luft azur.
Rückert 301;

engel mit lilien
stehn im azur,
fromme vigilien
singt die natur.
Platen 53a.


 
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azurn, caeruleus (ahd. weitîn), gebildet wie silbern, kupfern, ledern, mhd. laʒûrvar. Wigal. 211, 17. poln. lazurowy.

die weiten azurnen gefilde
flimmern auf einmal umher mit schärfer strahlenden sternen.
Zachariä;

nur ein welkendes roth weilt am azurenen west.
Chr. Stolberg 1, 14.

 

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