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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
auwehzen bis axter (Bd. 1, Sp. 1045 bis 1047)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) auwehzen, auweh schreien, wie ächzen, ach rufen: wann er etwan sochet (seufzet) und auwehzet auf seinem bett, da er schmerzlich krank ligt. Geo. Scherer kunst und wundsegen für schieszen. Ingolst. 1595. E 4b.
 
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auweih, jüdische aussprache des auweh: auweih geschrien! au weih, au weih! ich bin ein betrogener mann, der stein ist falsch. Hebel 3, 146.
 
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auwinnen, eine weiterbildung des auwi und aubi: als er dieses noch redete, hörete ich ein geschrei under der truppe und grewliches rufen: ach wehe, helas, auweh, mordio, helfio, rettio, auwinnen auweh! Philander 1, 572; o mordio, mordio, helfio, kombt mir zu hülf, er schlegt mich zu tod. ach weh

[Bd. 1, Sp. 1046]


und ach weh, auwe und auwe, auwinnen auwe! 2, 351. daben ist an winn und we, wind und we (Schmeller 4, 109), so wie ans ahd. winnan ejulare (Graff 1, 876), mhd. winnen pati zu denken, so dasz in winnen ein imperativ gelegen sein könnte. vgl. DWB annen.
 
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awasel, m. caro morticina, esca, as, luder. schon in der lex Bajuv. 13, 4 heiszt es von einem getödteten thier: recipe animal, quod laesisti, quod nos auursum vocamus, mit den varianten auursan, auuorsan, auuarsan, auursam und nach einer Wiener hs. des 12 jh. auuasel. diese letzte und jüngste lesart stimmt zu dem im Schwabensp. 172 Wackern. 201 Laszb., so wie nochmals 179 Wackern. 213 Laszb. wiederholten ausdruck der awasel, awesel, awursel, mit var. awese, acc. awesen und daʒ aweʒ n. auch im sinne von cadaver und bezüglich auf 2 Mos. 21, 35, wo Luther das ass oder asz schreibt. Berthold von Regensb., gleichfalls auf diese bibelstelle blickend, setzt s. 94. 95 fünfmal der awehsel, und das Augsburger stadtbuch s. 27 der awasel; mit der neutralform ohne l zu stimmen scheint irslageniu aweisiu (wie für irslagenin aweisin zu lesen sein wird) occisa cadavera bei Notker ps. 62, 11. Schmeller 4, 16. 172 hat noch awas, abas.
Diese merkwürdigen aber schwierigen formen werfen licht auf zwei, sp. 6 und 36 vielleicht falsch erklärte wörter, aas und abersel. denn aas aus essen, goth. itan zu leiten, hat der analogie von esca und edere zum trotz sein bedenken, wie wenn es verkürzt wäre aus jenem awes, awas? noch deutlicher ergibt sich abersel als gleichbedeutend mit awersel und dem alten awarsan, aworsan cadaver, esca, luder und kann in den stellen bei Mathesius sehr wol einen zurückgesetzten, geplagten menschen meinen, den man noch heute ein aas oder luder nennen dürfte. dazu tritt eine neue stelle, in welcher abersel offenbar für lockspeise, luder genommen wird: disz abersel (die erzählte fabel vom sperling) schenke ich heut zur fasznacht. Schuppius 838. schwer aber ist es aworsan, abersel, awasel, awehsel, aweise, awêse, abas, aas untereinander auszugleichen und zu deuten.
 
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awawau, ein alter name des W: die Teutschen wissen gar nit, wie sie mit disem bchstaben dran sein, die ein wenig gelert sein, nennen in ein zwifach u. hie z Augspurg nennet man in in den teutschen schlen fast ungeheur als awawau, welchs ich gedenk auch zwei u sein, auf grobschwäbisch oder mehr wirtenbergisch au genennet. Val. Ickelsamer teutsche grammatica bl. B 1b. offenbar liegt die benennung vau = v, also vauvau, doppelt u zum grunde.
 
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ax oder achs, f. securis, goth. aqizi, ahd. achus, alts. acus, mhd. ackes (Ben. 6b), nnl. akse, altn. öx, schw. yxa, dän. ökse, gr. ἀξίνη, lat. ascia f. acsia von der wurzel ac, die in acies und im skr. ari waltet, vgl. aru, die scharfe, beiszende thräne. das heute angehängte t ist früher noch oft entbehrlich: z. b. greifen die thier an mit spieszen, pfeilen, achsen, krummen messern. Forer fischb. 88b; agkes, pl. egkese weisth. 3, 223; schidachs fastn. sp. 821, 24; Maaler 48c schreibt ax oder achs, Henisch scheidet axt securis von ax axis. vgl. Schm. 1, 25 äckes. s. axt.
 
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axe = achse, f. lat. axis:

wo um die axe nur des fleiszes
sich leben und gesundheit schwingt.
Gotter 1, 462;

erdaxe, himmelaxe. J. Paul kl. bücherschau 1, 203; axendrehung der himmelskörper. Brandes astron. 1, 122. am Waldstettensee ein Axenberg (von seinen scharfen ecken oder vom drehen der schiffe darum?), bei Schiller 540 in den groszen und kleinen Axen unterschieden; do si also frent bisz an Axen hin. Etterlin. Ebel schreibt Achsenberg und deutet falsch auf ächzen, weil die gefährliche schiffart an den steilen wänden angst einjage.
 
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axhosel, m. und f. manubrium asciae: kein marker soll hauwen einich grün holz zu bornen (brennen), dann was man mag mit einer achshoseln abeslagen. weisth. 1, 524; dorre holz und was sie mit eim axhosel mogen abegeslagen, daʒ megen sie holen. 1, 525. hosel ist blosz geraten und noch dunkel, könnte es für hasel, haselstock stehen, woraus man axtstiele machte?
 
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axt, f. securis, ascia, mit angehängtem t, wie in habicht für habich, erzt für erz, pabst für pabes u. a. m. bei Keisersb. sünden des munds 5b findet sich geschrieben agst, bei Luther entschieden axt: holet mit der hand die axt aus, das holz abzuhawen. 5 Mos. 19, 5; so soltu die bewme nicht verderben, das du mit exten dran farest. 20, 19; und nam eine axt in

[Bd. 1, Sp. 1047]


seine hand und hieb einen ast von bewmen. richt. 9, 48; man sihet die exte oben her blicken, wie man in einen wald hawet. ps. 74, 5; mag sich auch eine axt rhümen wider den, so damit hewet? Es. 10, 15; si faren daher, das der harnisch brasselt und komen mit heerskraft, und bringen exte uber sie, wie die holzhewer. Jer. 46, 22; es ist schon die axt den bewmen an die wurzel gelegt. Matth. 3, 10. Luc. 3, 9, goth. sô aqizi at vaurtim bagmê ligiþ; das ich eitel donnerschlege wider das bapstthumb reden könd und ein jeglich wort ein donneraxt were. tischr. 244b. 249b; der axt allweg finden ein stil. Kirchhof wendunm. 43b; dieser axt weisz ich schon einen stiel. Weise erzn. 93, wie sonst: dieser hacke ist bald ein stiel gefunden. man sagt auch: von vielen schlägen wird die axt stumpf; zu einem bösen ast, einer harten eiche gehört eine scharfe axt; wills gott, so kräht (kreit) eine axt unter der bank (s. axthelm). Fischart schrieb achszt: man gesegnets im nit wie dem schweizerischen amptmann mit der achszt im bad. Garg. 61b; ja war nit Minerva in Jupiters hirn durch orenöfnung des Vulcan achszt erzeuget? 105b; und unterscheidet davon ächszt (axe): es war allda ein solch einreuten von wein zur ächszt und schif, als vil all berge trauben geben, wie vil kornär an stengelein heben. 59a. aber auch bei Zinkgr. 47, 23 heiszt es wein auf der axt nacher Straszburg führen, statt axe, achse.
 
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äxtchen, n. asciola.
 
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axter, f. pica, die elster. Henisch 159. s. DWB agalaster und DWB atzel.

 

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