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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
autormiene bis auwinnen (Bd. 1, Sp. 1045)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) autormiene, f. eine stolze autormiene. Rabener 4, 288.
 
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autornoth, f.: ich habe vergessen ihnen meine autornoth zu klagen: meine schriften werden nachgedruckt. Rabener 6, 236.
 
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autorschaft, f. im gewühl der autorschaft. Gökingk 1, 266; es ist gleichsam das goldne zeitalter der autorschaft. Göthe 18, 320.
 
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autorwelt, f. ich werde mir die feindschaft von der halben autorwelt auf den hals ziehen. Rabener 6, 194. andere schreiben autorenwelt.
 
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autorwesen, n. zum schreiben und autorwesen ist er nicht gemacht. Heynes briefe an Joh. Müller s. 75.
 
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autsch, interj. dolentis, ein kraftvoller ausruf bei empfundnem sinnlichen schmerz, fortgebildet aus au oder ach, ähnlich dem ätsch und hutsch für husch. denn man sagte ebenwol ausch: da druckt mir (der h. Franciscus sprichts) Christus seine wunden ein, mit solcher grausamer marter, das ich, so oft er mir eine wunden eindruckt, laut rief ausch ausch! o wehe! Alberus barf. münche Eulenspiegel no 558. Maaler 478c hat utsch! mit der schwächeren bedeutung von hem! welches Dasypodius verdeutscht durch botz, hei!
 
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autschen, autsch ausrufen.
 
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auwe, auweh, interj. dolentis, mehr für den inneren, geistigen schmerz, gegenüber jenem sinnlichen autsch. Luther, wie awe, bawen, frawe, hawen = aue, bauen, fraue, hauen, schreibt auch awe und verbindet es gern mit ja oder nein (wie es o ja, o nein, ach ja, ach nein heiszt): er sprach zu inen, awe ja, der herr sei mit euch (LXX ἔστω οὕτω, vulg. sic). 2 Mos. 10, 10; er schrei und sprach, awe mein herr, dazu ists entlehnt (LXX ὦ κύριε, vulg. heu heu heu, domine mi). 2 kön. 6, 5; awe mein herr (LXX ὦ κύριε, vulg. heu heu heu, domine mi). 6, 15; ists nicht fein? awe ja, ganz fein. Luther 3, 73; awe ja schöne folge. 3, 468b; awe wie wollen wir nu thun? 4, 155b; awe ja, ziehet hin und bawet. 4, 248b; awe, jetzt füle ich erst rechten glauben. 4, 323b; unser ungedult, klagen und awe schreien gefelt im wol. tischr. 209b; awe nein. 244b; die fügung erscheint aber auch bei andern, z. b. auwe nain es. Wirsung Cal. T 4b. oft folgt ein genitiv oder ein verbum:

auwe meines armen kopfs!
Uhland 715;

auwe, auwe, weh meiner hand!
Ayrer 377;

auwe, auwe meines herzen! 408b;

awe mir grawet. Wirsung S 1b; auwe, awe beichten! Z 4a. Das volk sagt: er ist recht im auweh, in der klemme; nun kommt er ins auweh.
Dies auwe, auweh entspricht dem mhd. ôwê und ouwê (gramm. 3, 293), hat aber in der heutigen schriftsprache etwas unedles, man sagt lieber oweh! bei den dichtern des 17 jh. erscheinen noch einzelne auweh, obschon oweh, ach weh vorherscht:

auweh! was bin ich doch als mein selbsteigner spott.
Fleming 621.

Seltsam ist, dasz Maaler 48c auwee und au auf frauen einschränkt: ein wort eines betrübten und erschrocknen weibs, au interjectio consternatae mulieris, was ihm Henisch 137 nachschreibt. Stieler 2458 führt neben oweh auweh an und bemerkt die thüringische aussprache auwich, sp. 62 ist ihm aber aue ja quasi vero. aubi, aubi ja und aubeia wurden oben sp. 598 angeführt. s. DWB auweih.
 
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auwehzen, auweh schreien, wie ächzen, ach rufen: wann er etwan sochet (seufzet) und auwehzet auf seinem bett, da er schmerzlich krank ligt. Geo. Scherer kunst und wundsegen für schieszen. Ingolst. 1595. E 4b.
 
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auweih, jüdische aussprache des auweh: auweih geschrien! au weih, au weih! ich bin ein betrogener mann, der stein ist falsch. Hebel 3, 146.
 
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auwinnen, eine weiterbildung des auwi und aubi: als er dieses noch redete, hörete ich ein geschrei under der truppe und grewliches rufen: ach wehe, helas, auweh, mordio, helfio, rettio, auwinnen auweh! Philander 1, 572; o mordio, mordio, helfio, kombt mir zu hülf, er schlegt mich zu tod. ach weh

[Bd. 1, Sp. 1046]


und ach weh, auwe und auwe, auwinnen auwe! 2, 351. daben ist an winn und we, wind und we (Schmeller 4, 109), so wie ans ahd. winnan ejulare (Graff 1, 876), mhd. winnen pati zu denken, so dasz in winnen ein imperativ gelegen sein könnte. vgl. DWB annen.

 

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