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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
auszerehelich bis äuszerlich (Bd. 1, Sp. 1034 bis 1035)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) auszerehelich, illegitimus, auszer der ehe geschehend und erzeugt: auszerehliche verbindung, auszerehlicher beischlaf; ein auszerehliches, unehliches kind.
 
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äuszerer, m. homo abstemius, solitarius, der sich der welt, des umgangs mit den leuten enthält. Stieler 70. s. DWB äuszern 4.
 
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auszereuropäisch: auszereuropäische musterstücke. Göthe 31, 99.
 
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auszergerichtlich, extrajudicialis, was nicht vor gericht verhandelt wird: auszergerichtlicher befehl.
 
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auszergewöhnlich, ungewöhnlich, auszer der gewohnheit.
 
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auszerhalb, extra, praeter, extrinsecus, ahd. ûʒarhalb und ûʒarûnhalb (Graff 4, 884); mhd. ûʒerhalp mit dat. oder folgenden andern partikeln: ûʒerhalp der tür. Nib. 1915, 1; ûʒerhalp des mundes tür. Iw. 457; ûʒerhalp dem bürgetor. Iw. 6147; ûʒerhalp bî der want. Iw. 91; ûʒerhalb an der gesiht. Barl. 127, 41. Wie schon mhd. das nachfolgende der zweifelhaft läszt, ob ein gen. oder dat. f. gemeint sei, findet auch nhd. diese unsicherheit statt, z. b. auszerhalb der stad gegen mittag ein brunn war. Jud. 7, 6; auszerhalb der herberg. weisth. 2, 231 und man begreift, dasz im m. und n. gen. und dat. schwanken. Beispiele des dativs: auszerhalb dem ehestande. Melanchth. im corp. doctr. christ. 496;

dasz dich ein andrer hat beschlafen
auszerhalb deim mann.
H. Sachs IV. 1, 40a;

dieweil ich sonsten mit nichtes anders, auszerhalb meinem vater unser, e. gn. zu verehren habe. Ringwald tr. Eck. A 8a; ward ihm in der eil alles verdeckt auszerhalb eim fusz, welchen die sonn schwarz brannte. Garg. 172a; auszerhalb dem rechten. Opitz Arg. 2, 341; auszerhalb allen lastern. 2, 435; auszerhalb dem gefängnis. pers. rosenth. 7, 20; er führete ein eingezogen leben und machte sich auszerhalb seinem ampt und beruf mit niemand gemein. Schuppius 308; auszerhalb dem zirkel des privatlebens. Wieland 2, 236; muste diese praetur, ehe das tribunat auf sechs stellen gebracht ward, auszerhalb demselben sein. Niebuhr 2, 442. Belege für den seltneren gen.: an eim sondern ort auszerhalb der ungleubigen. Luther 3, 271; so jemand zum andernmal, doch auszerhalb einsteigens oder brechens gestolen hette. peinl. halsger. ordn. 161; alles auszerhalb des herzens. Opitz Arg. 2, 191; stirbst du auszerhalb des vatterlands. Petr. 215b; was auszerhalb des kreises unsrer sinne liegt. Wieland 3, 411. Da wo auszerhalb für ausgenommen gesetzt ist, wird ihm sogar, wie diesem, der casus des satzes selbst gelassen: aber die andern personen in der kirchen, auszerhalb die schulpersonen sollen graf Philipps und graf Hans George zu bestellen haben. Luthers

[Bd. 1, Sp. 1035]


br. 5, 795; auszerhalb den Gelanor. Opitz Arg. 2, 320; sie hatten keine einzige minuten zum spielen und spazieren, auszerhalb die jugend, welche mit ihrem praeceptor jedesmal eine stunde nach dem essen spaziereten. Simpl. 1, 531. Dies auszerhalb kann auch, wie auszer und auszerdem, die stelle vor conjunctionen einnehmen, z. b. auszerhalb dasz sie hörner und lange spitze ohren hatten. Philander 2, 2. s. DWB auszerthalb.
 
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auszerhalben, praeter, gleichviel mit auszerhalb: und auszerhalben meinem groszen herzensrisz und leiden hat es mir wol gegangen. Schweinichen 1, 62.
 
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auszerhäuslich, was auszerhalb dem hause geschieht: dasz ich in dieser ungerecht verkannten gesellschaft die einzige auszerhäusliche consolation geniesze. Mercks briefs. 1, 200; das leben der Griechen und Römer wurde mehr auszerhäuslich und unter der menge geführt. J. Paul friedenspredigt s. 30; auszerhäusliches vergnügen suchen.
 
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äuszerin, f. solitaria, eine frau, die sich vom umgang der leute zurückzieht. Stieler 70. s. DWB äuszerer.
 
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auszerirdisch, überirdisch, quod supra terram est:

denn ein verdienst das auszerirdisch ist,
das in den lüften schwebt, in tönen nur,
in leichten bildern unsern geist umgaukelt.
Göthe 9, 185;

auszerirdische wesen nöthigt er (Shakspeare) seinem unternehmen zu dienen. 45, 119.
 
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äuszerlich, exterus, externus, nnl. uiterlijk, mhd. ûʒerlîch (pass. K. 320, 15), bei Keisersberg noch uszerlich, auszerlich, (has im pf. Bb 4d), bei Luther euszerlich: an den euszerlichen gescheften im hause gottes. Neh. 11, 16; wer wil sagen, was er verdienet, wenn mans euszerlich ansihet. Hiob 21, 31; wenn das herz traurig ist, so hilft kein euszerliche freude. spr. Sal. 14, 10; das reich gottes komt nicht mit euszerlichen gebärden. Luc. 17, 20; ob unser euszerlicher mensch verweset, so wird doch der innerliche von tag zu tage verneuert (goth. þauhjabai sa utana unsar manna fravardjada, aþþan sa innuma ananiujada). 2 Cor. 4, 17; da wir kinder waren, waren wir gefangen unter den euszerlichen satzungen. Gal. 4, 3; euszerliche heiligkeit. Ebr. 9, 1;

ein innerliches weib, ein äuszerlicher mann.
Logau 1, 10, 13;

wer an frömmigkeit kleiner und an reichthumb gröszer ist als der andere, der ist dem äuszerlichen ansehen nach zwar reich, aber in sich selbst arm. pers. rosenth. 7, 20; man betreugt die euszerliche sinn und betreugt ihren verstand, darnach man einem ein brill aufsetzt. Lehmann 106; wir können unsern kindern die äuszerlichen fehler des übelstandes nicht leichter abgewöhnen, als wenn wir ihnen solche vor den augen nachahmen. Rabener 1, 90; das herz bilden, ohne das äuszerliche zu verabsäumen. 6, 12; sorgfältige bildung des äuszerlichen. Gotter 2, xiv; die härte der seele bei äuszerlicher geschmeidigkeit und sanftmut. 3, 9; Saturn der äuszerlichste unter den wandelsternen. Kant 8, 260; bei dem hiesigen theater sind mehrere subjecte, die ein recht gutes äuszerliches haben. Göthe an Schiller 796; nach den natürlichen begriffen der äuszerlichen gerechtigkeit. Lichtenberg 3, 171. Man sagte früher sich äuszerlich stellen, sich fremd und kalt benehmen: stell dich auszerlich und dapferlich (fremd und derb). Keisersb. siben scheiden 7;

die landherrn die haben sich
gegen uns gstellt lang gar euszerlich.
Ayrer 165b;

der auserwelte held
sich gegen mir so euszerlich stellt. 168b;

er stellt sich gegen uns gar äuszerlich, infrequens est nobis. Steinbach 1, 51.

 

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