| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||
austramen bis austreter (Bd. 1, Sp. 1002 bis 1004) | |||
| wann Bethseba getrauert aus. die tochter Eliams, die Davids freundin war, 1) leute, thiere aus dem land, garten, haus: und treib Adam aus und lagert fur den garten den cherubim mit einem bloszen hawenden schwert. 1 Mos. 3, 24; treibe diese magd aus mit irem son. 21, 10; bis das er seine feinde austreibe von seinem angesicht. 4 Mos. 32, 21; und er wird fur dir her deinen feind austreiben. 5 Mos. 33, 27; das vieh austreiben; morgens wann der hirt austreibt; soldaten und der wein, wo die zu gaste kummen, den rachegeistern überlass ich 2) im n. t. kehrt häufig die vorstellung wieder von dem austreiben der teufel und geister aus dem leib der menschen: haben wir nicht in deinem namen teufel ausgetrieben? Matth. 7, 22; am abend aber brachten sie vil besessene zu im und er treib die geister aus mit worten. 8, 16; da baten in die [Bd. 1, Sp. 1003] teufel und sprachen, wiltu uns austreiben, so erleube uns in die herd säu zu faren. 8, 31; er treibet die teufel aus durch der teufel fürsten. 9, 34; so denn ein satan den andern austreibet. 12, 26 u. s. w. Ulfilas verdeutscht ἐκβάλλειν bald usdreiban, bald usvairpan, ahd. steht arwerfan oder ûʒarwerfan, ags. ûtâdrîfan, wie die vulg. stets ejicere hat. einem den hoffartsteufel austreiben; man sagt auch den teufel austreiben für recht austollen. ja wie vil sehlen hat dein wöhr 3) man treibt oft ein nagel mit dem andern aus. 58; die pende oben und unden uszdreiben. weisth. 3, 772 (unter pfand werden aber meistens thiere gemeint), vgl. 2, 256. 258. furcht ist nicht in der liebe, sondern die völlige liebe treibet die furcht aus. 1 Joh. 4, 18; die hitze treibt mir heftigen schweisz aus; man musz diese unarten des kinds beizeit austreiben; o thörichte weltliebe, deinetwegen liegt mein verstand gefangen, meine seele beschweret, meine andacht ausgetrieben. pers. rosenth. 2, 28; man nicht wol vermutete, dasz man solche von ihnen so lang getriebene oder gar angeborene laster austreiben könte. pers. reiseb. 3, 1; dieser wolredenheit, kraft welcher wir die bewegungen können ein- und austreiben. 850; die diebsbande hat es nun bald ausgetrieben, man stellt ihr nach; einem seine mucken, grillen, thorheiten austreiben. 4) zuweilen steht austreiben für treiben, caelare, aus metall hervorarbeiten: das bildwerk ist schön ausgetrieben; in silber ausgetriebene kunstwerke. figürlich, es versteht dies kein mensch, der seinen wirkungskreis aus sich geschaffen und ausgetrieben hat. an Lavater 110. 5) intransitiv, austreiben wie treiben: die blume treibt schön aus; der schweisz treibt aus, dringt hervor; für dem kunt mein jungfraw nicht bleiben, 1) trauben, ähren austreten, den saft aus den trauben, die körner aus den ähren treten; dasz ich ihm nicht die zähne austreten soll. 1, 513; könnt ich ihnen doch all das gehirn austreten, die dafür oder dawider schreiben. 1, 182. 2) calcando delere: ein funke fiel hier nieder, tritt ihn schnell aus!; man muste das feuer austreten (sofort ersticken). 18, 257; den speichel austreten: platsch, tritts aus! Garg. 154b; der pfütze das auge austreten (oben sp. 800); ein solchs honigswäffelin ihm auszutreten. Garg. 77b. 3) calcando excavare: die stufen austreten; die treppe ist ganz ausgetreten. 4) die schuhe austreten, sowol die engen weiter treten, als ganz vom fusz treten, ausziehen, ablegen: du hast nun die kinderschuhe ausgetreten; er meint immer, ich habe die kinderschuhe noch nicht ausgetreten. briefe 1, 310. einem andern die schuhe austreten, einem dicht nachtreten, nachfolgen, um seinen platz werben: Romanus so dem Stephano die schuch austrat (gegenpabst Romanus, der Stephan den 6 im j. 897 stürzte). bienenk. 213b; etlich tretten den einsiedlern die schuch aus und flechten korb. Garg. 185b; verleumbder die einem andern gern die schuh austreten. wendunm. 56a; besorgte, ich möchte ihm vielleicht die schuhe austretten, sahe mich derowegen mit neidigen augen an. Simpl. 1, 97; wer den ehrenberg erstiegen hat und die leiter nit nach sich zeucht, dem können die schuhe leicht ausgetreten werden. 175. Fischart verzeichnet no 435 ein gesellschaftsspiel 'den schuch austretten'. 5) austreten hiesz auch geradezu aufspüren, attraper: kann er in dann im läger nicht austretten oder finden. 1, 5b; ir vermeint, ich wölte euch ewer lebtag an die Elicia und Arreusa geschmitt haben und ich werd euch kein andere austretten. Cal. Z 3a; man findet vil leut, die weit und breit gereiset haben, bis sie ein ort ausgetretten, da sie möchten [Bd. 1, Sp. 1004] stille haben. Petr. 193a; es war unmöglich gnug vermögliche säugammen für in auszutretten. Garg. 110b, vgl. DWB ausgehen 8. 6) intransitiv, excedere, secedere: tredet uz und nemet den lantman zu uch! (vgl. DWB ausmahnen). weisth. 3, 488; der soldat muste austreten, aus dem glied treten; als Gotthart und Siegfrid an der hausthür stehend blieben, gieng eine compagnie studenten vorbei, unter denen zween waren, die unsere beide reisende kanten, dise traten aus (procedebant, traten aus dem haufen). unw. doct. 295; auf die an die mannschaft gerichtete frage, wer den gefahrvollen zug wagen wolle? traten alsbald drei kühne jünglinge aus (vor) und erklärten sich bereit; er ist ausgetreten, flüchtig geworden; ich will gehn, austretten darmit. Das wasser tritt aus, über sein bett; der flusz tritt aus aufs feld und auf die wiesen; läszt der regen nicht nach, so musz der strom austreten; seht der Rhein ist ausgetreten,
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