| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||
austräglich bis austreibung (Bd. 1, Sp. 1001 bis 1003) | |||
| [Bd. 1, Sp. 1002] und ob wir, auf des gewinnenden theils anrufen, für austräglich ansehen. kammerger. ordn. von 1521. 31, 8; austräglichen rechtens. 33, 1; wol macht die tawf menschlichen geist lebentig, so vor der tawf tod gewesen, deszhalb aim ungetauften, als aim toden, kain ander sacrament oder arznei zeraichen noch auszträglich ist. s. 411; damit auf dem künftigen concilio deste förderlicher, statlicher und austreglicher von der neuen lere geratschlaget, was gut angenomen und was bös gemidden werde. 2, 433b; austrägliche früchte. Arm. 2, 774; in einer sonst sehr austräglichen pfarre gesessen. Felsenb. 2, 9; weilen er verschiedene tüchtige subjecta in ein und anderes austrägliches amt vorzuschlagen genöthiget worden. 2, 42; wegen eines vacanten austräglichen schuldienstes. 2, 43; indessen weil ich nicht zweifle, dasz mir gott vermittelst meines sehr austräglichen pfarrdiensts den schaden gar bald wieder ersetzen wird. 2, 359; die schönsten und austräglichsten rittergüter. 4, 207; man gab mir ein amt, welches nicht ansehnlich, aber doch austräglich war. 2, 20; eine austrägliche pfarre. 3, 45; was für eine austrägliche erbschaft ist auf mich gefallen. 3, 63. heute sagt man einträglich. wann Bethseba getrauert aus. die tochter Eliams, die Davids freundin war, 1) leute, thiere aus dem land, garten, haus: und treib Adam aus und lagert fur den garten den cherubim mit einem bloszen hawenden schwert. 1 Mos. 3, 24; treibe diese magd aus mit irem son. 21, 10; bis das er seine feinde austreibe von seinem angesicht. 4 Mos. 32, 21; und er wird fur dir her deinen feind austreiben. 5 Mos. 33, 27; das vieh austreiben; morgens wann der hirt austreibt; soldaten und der wein, wo die zu gaste kummen, den rachegeistern überlass ich 2) im n. t. kehrt häufig die vorstellung wieder von dem austreiben der teufel und geister aus dem leib der menschen: haben wir nicht in deinem namen teufel ausgetrieben? Matth. 7, 22; am abend aber brachten sie vil besessene zu im und er treib die geister aus mit worten. 8, 16; da baten in die [Bd. 1, Sp. 1003] teufel und sprachen, wiltu uns austreiben, so erleube uns in die herd säu zu faren. 8, 31; er treibet die teufel aus durch der teufel fürsten. 9, 34; so denn ein satan den andern austreibet. 12, 26 u. s. w. Ulfilas verdeutscht ἐκβάλλειν bald usdreiban, bald usvairpan, ahd. steht arwerfan oder ûʒarwerfan, ags. ûtâdrîfan, wie die vulg. stets ejicere hat. einem den hoffartsteufel austreiben; man sagt auch den teufel austreiben für recht austollen. ja wie vil sehlen hat dein wöhr 3) man treibt oft ein nagel mit dem andern aus. 58; die pende oben und unden uszdreiben. weisth. 3, 772 (unter pfand werden aber meistens thiere gemeint), vgl. 2, 256. 258. furcht ist nicht in der liebe, sondern die völlige liebe treibet die furcht aus. 1 Joh. 4, 18; die hitze treibt mir heftigen schweisz aus; man musz diese unarten des kinds beizeit austreiben; o thörichte weltliebe, deinetwegen liegt mein verstand gefangen, meine seele beschweret, meine andacht ausgetrieben. pers. rosenth. 2, 28; man nicht wol vermutete, dasz man solche von ihnen so lang getriebene oder gar angeborene laster austreiben könte. pers. reiseb. 3, 1; dieser wolredenheit, kraft welcher wir die bewegungen können ein- und austreiben. 850; die diebsbande hat es nun bald ausgetrieben, man stellt ihr nach; einem seine mucken, grillen, thorheiten austreiben. 4) zuweilen steht austreiben für treiben, caelare, aus metall hervorarbeiten: das bildwerk ist schön ausgetrieben; in silber ausgetriebene kunstwerke. figürlich, es versteht dies kein mensch, der seinen wirkungskreis aus sich geschaffen und ausgetrieben hat. an Lavater 110. 5) intransitiv, austreiben wie treiben: die blume treibt schön aus; der schweisz treibt aus, dringt hervor; für dem kunt mein jungfraw nicht bleiben,
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