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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
aussprenzen bis ausspruch (Bd. 1, Sp. 979 bis 980)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) aussprenzen, exornare, ausschmücken:

ain edelman der hette ain weib,
die zoch auf hoffart iren leib
mit manichen kosperlichen klaid,
darinnen si oft spacieren rait,
zu stechen, hofiern und tenzen,
darzu kont si sich wol aus sprenzen.
Rosenblut vom edelmann v. hasgeier;

welche frau sich hübschlich aus kan sprenzen
mit kospern kleidern zu den tenzen. fastn. sp. 693, 6.

vgl. DWB aufsprenzen.
 
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ausspreuen, dispergere, ausstreuen, mhd. alleʒ sîn gederme ist ûʒ gesprewet. myst. 97, 3. vgl.zuspreuwen im pass. K. 397, 2. nhd.

du hast uns anders nicht geachtet
als arme schafe, die man schlachtet,
den hin, den andern her gestreut
und unter völker ausgespreut.
Opitz ps. 87.

Stieler 226 hat spreuen, bespreuen, zerspreuen, vgl. DWB spreu und DWB aussprühen.

[Bd. 1, Sp. 980]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) aussprieszen, egerminare, aussprossen: aussprieszendes gras und gesträuch auf dem gemäuer; mhd.

die ougen die ûʒ spruʒʒen
und sich wît zurguʒʒen
an manigen schônen wînreben. pass. K. 353, 17.


 
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aussprieszling, m. surculus.
 
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ausspringen , exsilire, nnl. uitspringen,
1) heraus, er hieb ins pflaster, dasz die funken aussprangen; ein einspringender und ausspringender winkel. Göthe 54, 68; ein stück an dem messer ist ausgesprungen; die tasse am rande; vom stosz sprangen drei zähne aus.
2) hinaus, der hirsch springt über den zeuch aus. Becher s. 47;

thet sich der hirsch auf,
des sinns über in aus zu springen. Teuerdank,

in dieser bedeutung läszt man auch das pferd ausspringen, z. b. über den graben, über den zaun setzen. Garg. 176a; die klinge, das schwert springt aus, prallt von der stelle ab, auf die es gerichtet war; apfelrunde und lindharte brüstlein, auf die prob der spannischen filz, die nach palmenart vom grif nicht weichen, sonder ausspringen, wie die valenzische rapierklingen. Garg. 77a; hiermit grief er nach dem degen und that nach seinem bruder einen heftigen stosz, der ihm aber aussprang (auswich) und sich in innern tempel rettete. Lohenst. Arm. 2, 59; dem Amor ausspringen und seine bande zerreiszen. Opitz Arg. 2, 172.
3) sich ausspringen, durch sprünge erfrischen sowol als erschöpfen, Opitz 1, 11 braucht in solchem sinn intransitives ausspringen:

wer pflegt nicht erstlich bald ein wenig auszuspringen,
und kan sein frisches blut dermaszen überzwingen,
dasz nicht ein überflusz der jugend bei ihm bleibt?


4) transitiv, sich den fusz ausspringen, aus dem gelenke springen, verrenken.
 
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ausspritzeln, verkleinerung des folgenden.
 
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ausspritzen, 1) intransitiv emicare, wasser, blut, gift spritzte aus. 2) emittere, spargere: mit dem munde wasser ausspritzen; der steinerne mann am brunnen spritzt wasser aus. 3) die feder, dinte ausspritzen, ausschnicken. 4) blutgefäsze mit wachs ausspritzen; wie die natur gewisse insecten mit rothem und weiszem blute zugleich ausspritzte. J. Paul teuf. pap. 2, 196. 5) feuer mit wasser ausspritzen, löschen.
 
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aussprossen, was aussprieszen: die wurzel stöszt neben den blettern vil langer, dünner, runder fädem, welche hin und her auf der erden umb sich kriechen, welche auch aussprossen, kleine zäserlin anstatt der wurzeln und bletter bringen. Tabernaemont. s. 435.
 
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aussprossung, f. die wurz aber soll gegraben werden, nachdem das kraut halber gewachsen, und doch vor aussprossunge des samens. Thurneisser infl. wirk. 22.
 
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ausspröszling, m. surculus, aussprieszling: der epische ausspröszling der roman. J. Paul aesth. 2, 140.
 
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ausspruch, m. 1) effatum, pronuntiatum: nach manchen gerichtstagen ward ein tag gesetzt des ausspruchs. sch. und ernst c. 65; feierlicher ausspruch des orakels;

das recht das soll den ausspruch thun.
Gellert 1, 70;

es war verordnet, dasz diese drei eben so viele unter den mädchen auswählen sollten und zwischen den ausgewählten sollte Dafnis den ausspruch thun. Wieland 10, 76; auch bin ich heute zum erstenmal in dem falle, in das heilige gefäsz zu greifen und mich dem ausspruche des schicksals zu unterwerfen. Göthe. 2) ausspruch, pronuntiatio, für aussprache: éin wort hat einen längern ausspruch als das andere. Hanmann zur poeterei 140; also würde es auch in unsren ohren übel klingen, zu reden wie die frembden reden, also dasz es nur nöthig scheinet, im reime sich des einheimischen ausspruchs zu gebrauchen. Logau vorr. zu th. 1.

 

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