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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zielsetzung bis zielstrebigkeit (Bd. 31, Sp. 1097 bis 1099)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zielsetzung, f., zeit-, fristbestimmung: die zielsetzung derjenigen zeit,

[Bd. 31, Sp. 1098]


so der mensch hie auf erden zu leben hat Chr. Arnold offene thür (1663) 230; v. Hohberg georg. cur. 2, 579; das planen, die setzung eines ziels im handeln: die vermessene ziel- oder maszsetzung Er. Francisci letzte rechenschaft (1681) 438; die zielsetzung ... der sozialen bewegung Hans Grimm d. schriftsteller u. d. zeit 87; dasz wir die zielsetzung für unser politisches handeln in doppelter richtung vorzunehmen haben Ad. Hitler m. kampf 735; H. Stegemann weltwende 21; die reichsverfassung ... ist ... in ihren grundlagen wie in ihrer zielsetzung überholt Meiszner-Kaisenberg staats- u. verwaltungsrecht im 3. reich 16; alle menschlichen zielsetzungen Paul Ernst tageb. ein. dicht. 317. —
 
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zielsicher, adj., das ziel treffend: hat ... zielsicher ... geworfen B. Weber charakterbild. (1853) 245; trifft ihn (einen punkt) zielsicher W. Behrmann im stromgebiet des Sepik 68;

du warfst zielsicher handgranaten Liller kriegszeitung 3 (1916) 26;

übertrag. mit festem ziel, zielklar: dessen (des pessimismus) praktische maximen stahlhart und unerschütterlich ziel- und willenssicher Joh. Schlaf d. narr 18; sie (die entente) handelte zielsicher Ludendorf kriegserinn. 286; noch ohne plan, aber zielsicher Hans Grimm südafrik. nov. 46. —
 
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zielsicherheit, f.: Lilli Braun memoir. ein. sozialistin 2, 546; W. Schäfer erz. schr. 3, 119; in einer parlamentarischen republik ..., die ... stetigkeit und zielsicherheit vermissen liesz H. Stegemann weltwende 302.
 
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zielstab, m.: (das) wort gottes, welches der rechte zielstab, index und zeiger ist Dannhauer catech.-milch 7, 130; beim nivellieren verwendete stäbe: Lueger lex. d. techn. 6, 819. —
 
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zielstachel, m.: ain zillstachell an ain winndten (1559) Unger-Khull 651a. —
 
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zielstange, f., aufrechte stangen mit einem verschiebbaren zeichen, welches durch die diopter oder durchsichten der wasserwage anvisiert wird, um die wagerechte lage zu bestimmen: Wolff mathem. lex. (1747) 1441; Adelung2 4, 1711; Campe 5, 865a; L. Chr. Sturm entdeckung d. nivellirens (1715) B 2a; schluszzeichen abgemessener strecken: W. v. Chezy erinn. 1, 218; K. Förster biogr. u. lit. skizz. 61.
 
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zielstatt , selten -stätte, f.,
1) turnierplatz:

nieman solde rîten
ûf der tjoste zilstat,
die man hie ûzgestecket hât Dietrich u. Wenezlan 273 Zup.;

die schrancken oder zielstätte Werlichius antiquit. d. st. Augsb. (1595) 52; exerzierplatz: H. Fischer 6, 1204.
2) schiesz-, scheibenstand:

und fuorten in ûf die zilstat,
dâ wolden si ze im schiezen
und sîn bluot alsô vergiezen
Ottokar reimchron. 24 789; 53 958;

zs. f. d. alt. 3, 243; (Augsb.) städtechron. 22, 232; (1486) urkb. d. st. Heilbronn 2, 352; wie ain blatt in ainer zilstat, zu dem man teglichs müszt schieszen Reuchlin augenspieg. 6b; die landpichsen und armbrst sollen sie nit prauchen dan zu den zilstatten und in kriegsleffen (Stuttg. 1514) G. Franz bauernkr., aktenbd 113; so eyn schütz in eyner gewonlichen zilstatt steht oder sitzt und zu dem gewonlichen blatt scheust und es laufft im eyner under den schusz Karolina art. 146; Fischart glückh. schiff 882 ndr.; H. Frölich d. st. Basel beschreib. (1608) 16; ein schieszgarten, in welchen sie hetten ein zilstat S. Grunau preusz. chron. 1, 613; Tschudi chron. helv. 2, 661; agger ein zielstadt oder rein, dargegen man schiest Golius (1579) 40; Diefenbach gl. 17c; Schmeller-Fr. 2, 1114; Frisch 2, 476a; Campe 5, 865a; teil 4, 1, 4, 7204 ob.; wichtige zeugnisse bei H. Fischer 6, 1204. auch die schieszscheibe: eine ribende (bewegliche) zilstat mitt. d. st. Galler hist. ver. 3, 196; ouch wurt man schieszen in ein umbwendende zylstatt Steinhausen privatbr. d. mittelalt. 2, 173; man wirt auch schieszen 50 schüsz in ein unverserte zilstat, darein vormals niemant geschossen hat (Nürnb.) städtechron. 10, 232; also zohen sie wol dreiszig tag wie ein blat oder zilstat den schieszenden aufgesteckt

[Bd. 31, Sp. 1099]


und fürgestelt mitten under den pfeilen S. Franck Germ. chron. (1539) 147a; allenthalben ist sein zweck und zilstat, das er für die gerechtigkeit des glaubens ... ficht ders., chron. u. beschreib. d. Türkei (1530) M 1b; wiszt ir nicht, das die fürsten als ein zilstat zum geschosz gesetzt sind? G. Alt buch d. chron. (1493) 250a; S. Franck chron. zeitb. (1531) 208a; wisset ihr nicht, das grosze herrn die zielstatt oder scheibe sein, dahin jede böse zunge zielet und treffen will? Zinkgref apophth. (1628) 1, 70. obszön:

und nam der rechten zylstat spür
H. Folz in: zs. f. d. alt. 8, 515;

ebenso liederb. d. Hätzlerin 290; bildlich: Christus ist unseres lebens zilstat, zweck und fürbild S. Franck sprichw. (1545) 1, 54a.
3) ziel der rennbahn:

unz er (der fuchs beim wettlauf mit dem krebs) was ûf der zilstete zs. f. d. alt. 1, 400;

bildlich: die alten geitigen und gotlosen, die mit dem fsz schon an der anwand, zilstadt und grab stehen S. Franck sprichw. (1545) 1, 5a; was eins allein ist, ist eintzig, einfeltig, das seine zillstätt nit ubertritt und darumb einigkeit oder einsame genant wirt Joh. Heroldt v. d. zung (1544) 44b;

du hochgewünschte ruh, du zielstadt der verliebten,
du end- und mittelpunct der wallenden betrübten
A. Silesius seelenlust 173 ndr.


 
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zielstein, m., grenzstein zwischen grundstücken: Martin-Lienhart 2, 901a; H. Fischer 6, 1204; terminus Calepinus XI ling. 1455a; zielstein, bis zu welchem ein weitschusz gelangte: C. v. d. Goltz anatol. ausflüge 50. —
 
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zielstern, m., richtungsstern; dichterisch: Brentano ges. schr. 6, 219; 7, 481. —
 
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zielstrebig, adj., durch K. E. v. Bär im sinne von teleologisch, nur durch das entwicklungsziel bedingt in den naturwissenschaftlichen sprachschatz eingeführt: zu erfassen, wie in zielstrebigen nothwendigkeiten und nothwendig verfolgten zielen das naturleben besteht, scheint mir die wahre aufgabe der naturforschung red. u. aufs. 2, 73; daneben zielmäszig (s. d.); freier: zielstrebige handlung Schmarsow gotik in d. renaiss. 63; geht zielstrebig ... bis an den felsenrand ... weiter C. Hauptmann Moses 220. —
 
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zielstrebigkeit, f.: K. E. v. Bär red. u. aufs. 2, 181 (zit. ob. zielmäszigkeit); die umbildung der arten aus eigenen inneren ursachen ..., das, was C. E. von Baer mit dem wenig geeigneten, weil leicht irreführenden ausdruck 'zielstrebigkeit', Naegeli als 'vervollkommnungsprinzip' oder 'prinzip der progression' bezeichnet hat R. Hertwig lehrb. d. zoolog.9 47; doch durchgedrungen und auf das philosophische, politische und praktische gebiet übertragen: der gedanke der 'zielstrebigkeit' läszt sich nicht fernhalten, und damit kommt dann die ganze naturphilosophie in neue bahnen Paulsen ges. päd. abh. (1912) 679; B. Groethuysen in: deutsch. rundsch. 154, 70; Dittrich gesch. d. ethik 3, 509; Seiler d. gegenwartswert d. hamburg. dramaturgie2 (1912) 21; troszzüge ..., alles, mensch und tier und sache auf dem wege zu einem ziele. die stumme zielstrebigkeit hat etwas erhebendes Jos. Ponten d. vät. zog. aus 237; vgl. noch A. Winnig d. weite weg 80. —

 

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