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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zielschusz bis zielstein (Bd. 31, Sp. 1097 bis 1099)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zielschusz, m., schweiz. -schutz, schusz auf die scheibe; als schuszweite: ungefährlich ein zielschutz weit oberhalb disem haus M. Lussy reissb. gen Hierusal. (1590) 24; schusz ins, zum ziel: befahl ihnen, das sie ausz verdeckten orten solten acht haben, ob etliche auf den mauren zwischen den zinnen sich sehen lieszen, dasz sie die mit gewissen zielschüssen rhreten G. Klee berühmt. leute leb. (1589) 1, 359; man könte sich nicht sehr woll vor ihren musquetirern htten, weil sie mit einem nahen zielschusz groszen schaden thäten A. Freitag architect. milit. (1631) 171; lauter zielschüsse K. R. v. Greifenberg andächt. betracht. (1678) 99; ich war in dieser ritterlichen übung wenig erfahren, obgleich ich ein auge zum zielschusz auf ein haar hatte Hippel lebensl. 2, 53; schweiz. id. 8, 1730. —
 
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zielschütze, m., ins ziel treffender schütze, scharfschütze: auch hatte ein rat die hute an allen toren mit zilschützen den tag wol bestalt ratsverfass. v. Erfurt 47 Michelsen; Cammermeister chron. 215; war ... ein guter zielschüz mit der büchsen Götz v. Berlichingen 39 B.; Kramer teutsch-ital. 2, 507b; R. Hamerling s. w. 5, 60.
 
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zielsetzer, m.: gott ... der ὁροθέτης und zielsetzer Dannhauer catech.-milch 3, 10. —
 
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zielsetzung, f., zeit-, fristbestimmung: die zielsetzung derjenigen zeit,

[Bd. 31, Sp. 1098]


so der mensch hie auf erden zu leben hat Chr. Arnold offene thür (1663) 230; v. Hohberg georg. cur. 2, 579; das planen, die setzung eines ziels im handeln: die vermessene ziel- oder maszsetzung Er. Francisci letzte rechenschaft (1681) 438; die zielsetzung ... der sozialen bewegung Hans Grimm d. schriftsteller u. d. zeit 87; dasz wir die zielsetzung für unser politisches handeln in doppelter richtung vorzunehmen haben Ad. Hitler m. kampf 735; H. Stegemann weltwende 21; die reichsverfassung ... ist ... in ihren grundlagen wie in ihrer zielsetzung überholt Meiszner-Kaisenberg staats- u. verwaltungsrecht im 3. reich 16; alle menschlichen zielsetzungen Paul Ernst tageb. ein. dicht. 317. —
 
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zielsicher, adj., das ziel treffend: hat ... zielsicher ... geworfen B. Weber charakterbild. (1853) 245; trifft ihn (einen punkt) zielsicher W. Behrmann im stromgebiet des Sepik 68;

du warfst zielsicher handgranaten Liller kriegszeitung 3 (1916) 26;

übertrag. mit festem ziel, zielklar: dessen (des pessimismus) praktische maximen stahlhart und unerschütterlich ziel- und willenssicher Joh. Schlaf d. narr 18; sie (die entente) handelte zielsicher Ludendorf kriegserinn. 286; noch ohne plan, aber zielsicher Hans Grimm südafrik. nov. 46. —
 
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zielsicherheit, f.: Lilli Braun memoir. ein. sozialistin 2, 546; W. Schäfer erz. schr. 3, 119; in einer parlamentarischen republik ..., die ... stetigkeit und zielsicherheit vermissen liesz H. Stegemann weltwende 302.
 
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zielstab, m.: (das) wort gottes, welches der rechte zielstab, index und zeiger ist Dannhauer catech.-milch 7, 130; beim nivellieren verwendete stäbe: Lueger lex. d. techn. 6, 819. —
 
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zielstachel, m.: ain zillstachell an ain winndten (1559) Unger-Khull 651a. —
 
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zielstange, f., aufrechte stangen mit einem verschiebbaren zeichen, welches durch die diopter oder durchsichten der wasserwage anvisiert wird, um die wagerechte lage zu bestimmen: Wolff mathem. lex. (1747) 1441; Adelung2 4, 1711; Campe 5, 865a; L. Chr. Sturm entdeckung d. nivellirens (1715) B 2a; schluszzeichen abgemessener strecken: W. v. Chezy erinn. 1, 218; K. Förster biogr. u. lit. skizz. 61.
 
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zielstatt , selten -stätte, f.,
1) turnierplatz:

nieman solde rîten
ûf der tjoste zilstat,
die man hie ûzgestecket hât Dietrich u. Wenezlan 273 Zup.;

die schrancken oder zielstätte Werlichius antiquit. d. st. Augsb. (1595) 52; exerzierplatz: H. Fischer 6, 1204.
2) schiesz-, scheibenstand:

und fuorten in ûf die zilstat,
dâ wolden si ze im schiezen
und sîn bluot alsô vergiezen
Ottokar reimchron. 24 789; 53 958;

zs. f. d. alt. 3, 243; (Augsb.) städtechron. 22, 232; (1486) urkb. d. st. Heilbronn 2, 352; wie ain blatt in ainer zilstat, zu dem man teglichs müszt schieszen Reuchlin augenspieg. 6b; die landpichsen und armbrst sollen sie nit prauchen dan zu den zilstatten und in kriegsleffen (Stuttg. 1514) G. Franz bauernkr., aktenbd 113; so eyn schütz in eyner gewonlichen zilstatt steht oder sitzt und zu dem gewonlichen blatt scheust und es laufft im eyner under den schusz Karolina art. 146; Fischart glückh. schiff 882 ndr.; H. Frölich d. st. Basel beschreib. (1608) 16; ein schieszgarten, in welchen sie hetten ein zilstat S. Grunau preusz. chron. 1, 613; Tschudi chron. helv. 2, 661; agger ein zielstadt oder rein, dargegen man schiest Golius (1579) 40; Diefenbach gl. 17c; Schmeller-Fr. 2, 1114; Frisch 2, 476a; Campe 5, 865a; teil 4, 1, 4, 7204 ob.; wichtige zeugnisse bei H. Fischer 6, 1204. auch die schieszscheibe: eine ribende (bewegliche) zilstat mitt. d. st. Galler hist. ver. 3, 196; ouch wurt man schieszen in ein umbwendende zylstatt Steinhausen privatbr. d. mittelalt. 2, 173; man wirt auch schieszen 50 schüsz in ein unverserte zilstat, darein vormals niemant geschossen hat (Nürnb.) städtechron. 10, 232; also zohen sie wol dreiszig tag wie ein blat oder zilstat den schieszenden aufgesteckt

[Bd. 31, Sp. 1099]


und fürgestelt mitten under den pfeilen S. Franck Germ. chron. (1539) 147a; allenthalben ist sein zweck und zilstat, das er für die gerechtigkeit des glaubens ... ficht ders., chron. u. beschreib. d. Türkei (1530) M 1b; wiszt ir nicht, das die fürsten als ein zilstat zum geschosz gesetzt sind? G. Alt buch d. chron. (1493) 250a; S. Franck chron. zeitb. (1531) 208a; wisset ihr nicht, das grosze herrn die zielstatt oder scheibe sein, dahin jede böse zunge zielet und treffen will? Zinkgref apophth. (1628) 1, 70. obszön:

und nam der rechten zylstat spür
H. Folz in: zs. f. d. alt. 8, 515;

ebenso liederb. d. Hätzlerin 290; bildlich: Christus ist unseres lebens zilstat, zweck und fürbild S. Franck sprichw. (1545) 1, 54a.
3) ziel der rennbahn:

unz er (der fuchs beim wettlauf mit dem krebs) was ûf der zilstete zs. f. d. alt. 1, 400;

bildlich: die alten geitigen und gotlosen, die mit dem fsz schon an der anwand, zilstadt und grab stehen S. Franck sprichw. (1545) 1, 5a; was eins allein ist, ist eintzig, einfeltig, das seine zillstätt nit ubertritt und darumb einigkeit oder einsame genant wirt Joh. Heroldt v. d. zung (1544) 44b;

du hochgewünschte ruh, du zielstadt der verliebten,
du end- und mittelpunct der wallenden betrübten
A. Silesius seelenlust 173 ndr.


 
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zielstein, m., grenzstein zwischen grundstücken: Martin-Lienhart 2, 901a; H. Fischer 6, 1204; terminus Calepinus XI ling. 1455a; zielstein, bis zu welchem ein weitschusz gelangte: C. v. d. Goltz anatol. ausflüge 50. —

 

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